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Weswegen nennt sich unser AK "STADT"-Naturschutz?

Der Berliner Landesverband des BUND hat sich als Aufgabe gesetzt, „Natur und naturgemĂ€ĂŸe Umwelt zur Erhaltung und Wiederherstellung der naturbedingten Einheit von Leben und Umwelt“ zu schĂŒtzen und zu pflegen.

In Berlin bedeutet diese Aufgabe eine besondere Herausforderung, da sie sich auch auf die Stadt selbst bezieht: FĂŒr die Stadt ist typisch, dass sich entsprechend der unterschiedlichen Strukturen stĂ€dtischer Bereiche vielfĂ€ltige LebensrĂ€ume fĂŒr Pflanzen und Tiere herausgebildet haben, die in ihrer Vielfalt, Schönheit und ökologischen Bedeutung den lĂ€ndlichen LebensrĂ€umen nicht nachstehen mĂŒssen.

Diese natĂŒrlichen Nischen im innerstĂ€dtischen GefĂŒge erfĂŒllen neben ihrer Biotop- und Naturhaushaltfunktion eine weitere, ganz wesentliche Funktion: sie erlauben das Erleben von „Natur“ im unmittelbaren Wohnumfeld und sind so in Bezug auf die Umweltbildung eine wichtige ErgĂ€nzung zu der Erfahrung der großen naturnahen LebensrĂ€ume außerhalb der StĂ€dte.

Der Naturschutz in der Stadt dient fĂŒr uns als BUND deswegen nicht nur der Sicherung von LebensrĂ€umen und des Erhalts des Naturhaushalts, sondern dient auch als Erfahrungsbereich fĂŒr unmittelbares Naturerleben der Stadtbewohner. Unser Ziel ist es dabei, alle in unserer Großstadt lebenden sozialen und ethnischen Gruppen fĂŒr die Natur zu begeistern, ihr Engagement fĂŒr sie zu fördern sowie von ihren Erfahrungen zu lernen.

Da GrĂŒn- und FreiflĂ€chen fĂŒr den einzelnen GrundstĂŒckseigner aber eine eher unprofitable Nutzung darstellt, sieht sich der Schutz der Natur – und somit sehen auch wir uns –  in einer stĂ€ndigen Konfrontation mit den Bodenverwertungsinteressen der GrundstĂŒckseigner.  Der AK "STADT"-Naturschutz setzt sich deswegen mit Baumaßnahmen und Planungen und der durch sie gefĂ€hrdeten stĂ€dtischen Natur auseinander.

Sie sind eingeladen mitzumachen!

Wir treffen uns in der LandesgeschĂ€ftstelle in Schönberg. Wegen der aktuellen Feriensituation und einiger Umstrukturierungen bitte wir um Kontaktaufnahme ĂŒber:

Dr. Andreas Faensen-Thiebes
Telefon: 0171-58 61 640
stadt-naturschutz[at]BUND-Berlin.de

 

 

Unsere Schwerpunkte

Parks und GrĂŒnanlagen:

  • Die naturnahe Pflege der Berliner GrĂŒnanlagen hat sich trotz jahrelanger BemĂŒhungen noch immer nicht durchgesetzt. Zum einen fehlen wirklich oft Geld und Personal, zum anderen fehlt auch oft das VerstĂ€ndnis oder die Bereitschaft neue Wege zu gehen. Wir wollen in und mit den BezirksĂ€mtern ein allmĂ€hliches Umdenken erreichen.
  • Planungen und Gestaltungen der Parkanlagen auf dem Gleisdreieck und dem sĂŒdlich anschließenden Flaschenhals und „Schöneberger Schleife“. Hier verfolgen wir vor allem zwei Zielrichtungen: Zum einen wollen wir möglichst viel von der Natur und NatĂŒrlichkeit erhalten, die sich auf den BahnflĂ€chen im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben, erhalten, um auch in der Stadt Natur zu erhalten und erfahren und erleben zu können. Dies gilt es gegen die Planungskonzepte durchzusetzen, die vor allem auf Gestaltung setzt, die nur (streitbaren) Ă€sthetischen Ideen folgt und primĂ€r auf Fun-Sportarten und Entertainment setzt. Daneben gilt es die vorhandenen partizipativen Strukturen aus ihrer Alibifunktion zu lösen und eine wirkliche Beteiligung zu realisieren.
  • Beide Ziele haben wir vor allem durch das aktive Mitwirken von Mitgliedern des AK in diesen Gremien, aber auch durch direkte Kontakte mit den politisch Verantwortlichen verfolgt und in sehr bescheidenem Maße auch erreicht.
  • FĂŒr die Gestaltung des Parks bzw. Radwegs entlang der S2 vom SĂŒdkreuz hin zum Gleisdreieck unterbreiteten wir VorschlĂ€ge , um so auf die Planung einzuwirken mit dem Ziel, möglichst viel der vorhandenen Vegetation zu erhĂ€lt. Wir  suchen dabei auch einen Kompromiss zu einer guten Fahrradverbindung vom SĂŒden in die Innenstadt. Die Zusammenarbeit mit Vertretern aus der BVV Tempelhof-Schöneberg ist dabei deutlich besser als die mit dem Bezirksamt.
  • Nachdem auf dem Gleisdreieck die wesentlichen Teile des Parks fertig gestellt bzw. geplant sind, konzentrierten sich unsere Anstrengungen auf eine möglichst wenig beeintrĂ€chtigende Bebauung in Möckernkiez, Yorckdreieck und Flottwellstraße. Hier ergeben sich neue Fragestellungen aber auch Antworten, die sich vor allem um baurechtliche Möglichkeiten drehen.
  • Nachnutzungskonzept FlughĂ€fen Tempelhof und Tegel

    Die Nachnutzungen der FlughĂ€fen Tegel und Tempelhof sind fĂŒr uns zunehmend wichtige Brennpunkte des Stadtnaturschutzes, auch wenn Tegel nun noch eine Weile Flughafen bleiben wird.
     Wir engagieren uns mit der Zielrichtung, die neu gewonnen Potentiale fĂŒr eine exemplarische ökologische Stadtentwicklung zu nutzen. Neben wertvollen NaturschutzflĂ€chen sind die FlughafengelĂ€nde fĂŒr das Stadtklima und – in Tegel – den Wasserhaushalt von großer Bedeutung. Eine (Rand-)Bebauung des Tempelhofer Feldes mit Wohnen und Gewerbe lehnt der BUND entschieden ab. Vergangenheit ist bereits die auf dem Tempelhofer Feld ursprĂŒnglich geplante und vom BUND heftig kritisierte IGA-Berlin 2017: die IGA-Veranstaltung zieht um nach Hellersdorf-Marzahn und auch die PlĂ€ne fĂŒr einen aufwĂ€ndigen Designerpark sind dank des Drucks von Naturschutz und Nutzern vom Tisch. Der AK setzt sich dafĂŒr ein, diesen Anti-Park, diesen großzĂŒgigen, viel genutzten und naturschutzfachlich wertvollen Freiraum in GĂ€nze zu erhalten und kĂŒnftig auch institutionell (z.B. in Form eines Beirats) an der Weiterentwicklung dieses Landschaftsraums beteiligt zu sein. In mehreren Sitzungen und Ortsterminen haben wir uns eine Meinung dazu und ein alternatives Vorgehen erarbeitet, was auf der Mitgliederversammlung 2012 zustimmend vorgestellt wurde.

  • Einzelne Bauprojekte

    AK-Mitglieder stellen immer wieder einzelne Bauplanungsprojekte vor, um gemeinsam zu beraten, wie die Ziele des AK-Stadtnatur unter den konkreten Bedingungen umgesetzt werden können.

  • Wasser

    Bei den Berliner GewĂ€ssern sind derzeit zwei gegenlĂ€ufige Tendenzen erkennbar: wĂ€hrend sich durch die Maßnahmen im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie der Zustand von Panke, Wuhle, Erpe und Tegeler Fließ allmĂ€hlich verbessern soll, wird von der Bundeswasserstraßenverwaltung still und heimlich am Ausbau von Spree und Havel fĂŒr GroßmotorgĂŒterschiffe weitergearbeitet. Hier werden wir – wie am Sacrow-Paretzer-Kanal in Brandenburg –  weiter darauf dringen, dass diese AusbauplĂ€ne zu Grabe getragen werden. Gleichzeitig setzen wir uns mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt wegen seiner ĂŒberzogenen und naturfeindlichen Gehölz“pflege“ entlang der Berliner FlĂŒsse und Kanalufer auseinander.

  • Wald

    Obwohl der Berliner Wald nach FSC- und Naturland-Kriterien zertifiziert ist, lÀuft dort noch nicht alles im Sinne einer nachhaltigen und naturvertrÀglichen Forstwirtschaft. Auch hier haben wir ein waches Auge auf das Handeln der Forstverwaltung.

  • BĂŒrgerbeteiligung

    Die Beteiligungsverfahren wie in der Bauleitplanung oder bei Parkplanungen sind Ă€ußerst unbefriedigend. Wir setzten uns hier fĂŒr konkrete Verbesserungen ein. Aus dem AK heraus wurde auch die „Spielanleitung zur Lobbyarbeit“ produziert mit der Zielsetzung, BĂŒrgerinitiativen umfassend und spielerisch die vielfĂ€ltigen und frĂŒhzeitigen Einwirkungsmöglichkeiten auf den politischen Willensbildungsprozess aufzuzeigen.

  • Vernetzung

    Der AK versteht sich auch als Informationsaustausch zu den vielfĂ€ltigen Naturschutz-AktivitĂ€ten seiner Mitglieder und ist eng verknĂŒpft mit den AktivitĂ€ten der GeschĂ€ftsstelle vor allem zum Schwerpunkt „10.000 neue BĂ€ume fĂŒr Berlin“.

  • Planungsgrundlagen verstehen

    Bauplanungen und Bauplanungsrecht: Aus dem AK heraus wurden der „Wegweiser zur ökologischen Bauleitplanung“ produziert und seine PrĂ€sentation in einer Veranstaltung mit StS Gaebler intensiv begleitet. Mittlerweile wurde dieser Wegweiser um ein praxisorientierte Planungswiki „wiki.planenverstehen.de“ ergĂ€nzt. Ziel ist, MandatstrĂ€ger und BĂŒrgerinitiativen umfassend und verstĂ€ndlich das Bauplanungsrecht zu erklĂ€ren, damit diese möglichst frĂŒhzeitig in den Planungsprozess steuernd eingreifen können. Mehr...

    Auch fĂŒr den Schwerpunkt des BUND-Bundesverbandes 2012 „Stadtnaturschutz“ sind Erfahrungen und Ideen des AK eingeflossen, ebenso wie in die aktuelle Diskussion zur Novellierung des BauGB mit dem Focus der verstĂ€rkten Entwicklung der Innenstadt. Hier suchen wir Wege, diese im Prinzip positive Tendenz nicht durch Zerstörung innerstĂ€dtischer FreirĂ€ume zu konterkarieren; so schlagen wir u.a. eine Reduzierung der maximal zulĂ€ssigen FlĂ€chenversiegelung vor.

  • Stellungnahmen zu Planungen und AktivitĂ€ten des Senats

    Die geplante Novellierung des Berliner Naturschutzgesetzes haben wir in den Teilen unterstĂŒtzt, in denen gegenĂŒber der noch gĂŒltigen Regelung Fortschritte erzielt wurden, aber in unserer Stellungnahme da auch deutlich kritisiert und Alternativen dargestellt und gefordert, wo der jetzige Entwurf den Schutz der Natur in der Stadt nicht sicher stellt. Zum Bespiel fordern wir eine effektivere Eingriffsregelung, die tatsĂ€chlich den naturschutzrechtlichen Ausgleich sicherstellt, FortfĂŒhrung des Artenschutzprogramms und die Sicherung wertvoller FlĂ€chen der öffentlichen Hand durch Stopp der Privatisierung.                          

  • Zusammen mit anderen UmweltverbĂ€nden setzen wir uns kritisch mit den derzeit statt findenden UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfungen fĂŒr die Berliner Wasserwerke auseinander. Hier wollen wir erreichen, dass die Trinkwasserförderung innerhalb des Stadtgebiets stĂ€rkere RĂŒcksicht auf GewĂ€sserufer, Moore und Feuchtbiotope nimmt.  Auch weiteres Wassersparen der Verbraucher ist deshalb nach wie vor angesagt.


Neue Interessenten sind uns immer willkommen!




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