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BIO drauf - BIO drin?

Skepsis gegenĂŒber der Lebensmittelindustrie ist durchaus berechtigt. Skandale wie die Umetikettierung von Eiern aus konventioneller Landwirtschaft, die dann als BIO-Ware verkauft wurden, verunsichern den Verbraucher. Gibt es ĂŒberhaupt verlĂ€ssliche Kontrollen? Woran kann man sich als Verbraucher orientieren, um sich nicht von der Industrie ĂŒber den Tisch ziehen zu lassen?

Mithilfe von  BIO-Siegeln kann man schnell sehen, ob die Ware, die man gerade in der Hand hĂ€lt, nach ökologischen Standards produziert wurde. Allerdings gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Abzeichen und Logos, die schnell verwirren können. In unserem Flyer finden Sie eine Übersicht.


BIO ist zu teuer! Wirklich?

Die Deutschen neigen leider dazu, gerade beim Essen zu sparen. Das hat jedoch weitreichende Folgen fĂŒr die Umwelt und global betrachtet auch fĂŒr unsere Mitmenschen. TatsĂ€chlich ist der niedrige Preis konventioneller Lebensmittel nur möglich, indem Kosten versteckt und an die Gesellschaft, etwa ĂŒber Steuern, zurĂŒckgegeben werden.

Trotzdem: gute Lebensmittel mĂŒssen logischerweise ihren Preis haben. Dass man sich BIO-Produkte aber trotzdem durchaus leisten kann, hat z.B. Buchautorin Rosa Wolff hat in einem Selbstversuch gezeigt. Ihr Buch trĂ€gt den bezeichnenden Titel „Arm aber bio! Mit wenig Geld gesund, ökologisch und genussvoll speisen. Ein Selbstversuch“.


Durch eine hohe Nachfrage gerade in Berlin gibt es aber mittlerweile zahlreiche BIO-SupermĂ€rkte, deren Konkurrenzkampf sich auch positiv auf die Endpreise auswirkt. DarĂŒber hinaus haben auch die klassischen SupermĂ€rkte inzwischen erschwingliche BIO-Produktlinien. NatĂŒrlich gibt es leider zu viele Menschen in unserer Gesellschaft, die nur sehr wenig Einkommen zur VerfĂŒgung haben. Das bedeutet aber nicht, dass sie auf BIO-QualitĂ€t  verzichten mĂŒssen.

Weitere Infos:
http://www.arm-aber-bio.de/
    
10 Tipps fĂŒr nachhaltigen Konsum mit wenig Geld
http://www.utopia.de/magazin/nachhaltiger-bio-konsum-mit-wenig-geld

10 ways to eat organic on a budget
http://www.tomsfeast.com/2014/05/10-ways-to-eat-organic-on-a-budget/


Von BIO wird die Welt nicht satt

Foto: Kris Litman/flickr.com

„Mit ökologischem Landbau wird man die Weltbevölkerung nicht ernĂ€hren können!“ – auch dies ist ein Argument, welches man nicht selten zu hören bekommt. Und auf den ersten Blick scheint es ja auch durchaus einleuchtend: schließlich ist konventionelle Landwirtschaft dank dem tonnenweisen Einsatz von Pestiziden viel ertragreicher.
Doch auf den zweiten Blick entpuppt sich das Argument als MilchmĂ€dchen-Rechnung: denn gerade die Unmenge an Pestiziden und die in der konventionellen Landwirtschaft ĂŒbliche Massentierhaltung tragen in Wirklichkeit zum Welthunger bei. FĂŒr die Produktion von einem einzigen Kilo Rinderfleisch werden mehr als 75 Badewannen voller Wasser, bzw. fast 15.500 Liter benötigt. Gerade angesichts zunehmender Wasserknappheit und DĂŒrren gerade in der dritten Welt, ist das enorm. Zum Vergleich: um ein Kilo Kartoffeln herzustellen, werden knapp 290 Liter Wasser verbraucht. Diese und weitere umfangreiche Informationen rund um das Thema Wasserverbrauch einzelner Produkte finden Sie hier.


In der ökologischen Landwirtschaft dagegen setzen die ErzeugerverbÀnde ihren Produzenten anspruchsvolle Standards hinsichtlich des Tierwohls und erlauben nur so viele Tiere zu halten, wie die jeweilige BetriebsflÀche an Tiermist vertragen kann. Zudem ist der Zukauf von auslÀndischem Futter verboten, sodass Landraub und FlÀchenkonkurrenz mit dem Lebensmittelanbau in Àrmeren LÀndern nicht befeuert wird.
Die wachsende Knappheit an fruchtbarem Ackerland ist nĂ€mlich ein weiteres großes Problem. FĂŒr die Fleischproduktion nicht nur Unmengen an Wasser benötigt werden sondern auch riesige AnbauflĂ€chen fĂŒr Futter. Weil das Land in Deutschland bei weitem nicht reicht, um diesen Bedarf zu decken, werden in anderen Teilen der Welt riesige Felder mit Sojamonokulturen bestellt. Damit fehlt in den jeweiligen LĂ€ndern jedoch dringend benötigte AnbauflĂ€che, um den eigenen Bedarf an Lebensmitteln zu decken.
 
Auch macht eine global stetig steigende Nachfrage nach Strom den Anbau von Biomasse lukrativ. Vor allem Mais, die fĂŒr Biogasanlagen ergiebigste Energiepflanze, erfĂ€hrt einen regen Aufschwung. FĂŒr Vögel und Insekten bedeutet dieser intensivierte Anbau von Maismonokulturen einen Verlust von Nahrung und LebensrĂ€umen. Massenhaft eingesetzte Pestizide tun darĂŒber hinaus ihr ĂŒbriges. Insekten-, Vögel- und KleintierbestĂ€nde gehen seit Jahren zurĂŒck, weil sie von den Chemikalien vergiftet werden und die Nahrungskette unterbrochen wird.
Wildbienen zum Beispiel sind jedoch ungemein wichtig. Wir sind darauf angewiesen, dass sie und andere Insekten unsere Kulturpflanzen bestĂ€uben. Der monetĂ€re Wert der Insekten-BestĂ€ubung in Europa liegt bei ĂŒber 14 Milliarden Euro pro Jahr. Wer Äpfel, Birnen, Erdbeeren oder Himbeeren mag, dem sollte auch der Schutz der Wildbienen am Herzen liegen. Doch viele der Wildbienenarten in Deutschland sind bedroht. Durch die industrielle Landwirtschaft mit ihrem immensen Pestizideinsatz und der Zerstörung wichtiger LebensrĂ€ume haben wir viele Wildbienenarten an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die ZusammenhÀnge sind komplex, doch zu behaupten, die konventionelle Landwirtschaft sichere die die ErnÀhrung der Weltbevölkerung ist bei genauerem Hinsehen geradezu absurd.



Mo. 18.09.2017: Geologie und Landschaftsgeschichte des Barnim

Dr. Peter GĂ€rtner, Geologe und Leiter des NP Barnim

Mo. 25.09.2017: Öko-Hauptstadtwald

Elmar Lakenberg, Leiter der Berliner Forsten

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Gesichertes Online-Spendenformular (Bank fĂŒr Sozialwirtschaft)
©Peter von Bechen/pixelio.de

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