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Massentierhaltung

Foto: Nadja Varga/flickr.com

Immer wieder gibt es Studien, die besagen, dass BIO-Lebensmittel nicht gesĂŒnder seien als konventionelle. So genau kann man das allerdings gar nicht wissen, denn natĂŒrlich gibt es schon aus ethischen GrĂŒnden keine systematischen ErnĂ€hrungsversuche am Menschen. Zudem ist der unmittelbare Gesundheitswert eines Lebensmittels auch nur ein Aspekt unter vielen. FĂŒr die Nutztiere ist das Leben auf einem Betrieb, der einem Bioverband angehört, weniger qualvoll als auf einem konventionellen Betrieb.

Wer also nicht nur Hunde und Katzen mag, sondern wirklich ein Herz fĂŒr Tiere hat, kann mit BIO etwas fĂŒr sie tun – weniger tierische Produkte auf dem Einkaufszettel sind in dieser Hinsicht natĂŒrlich noch wirksamer. Dass die Umwelt durch die biologische Herstellung von Lebensmitteln weniger stark belastet wird, ist bekannt. Durch eine Umstellung auf biologische Landwirtschaft könnten aber auch die Steuern dramatisch gesenkt werden. Denn der Steuerzahler bezahlt zuerst die Milliarden an Subventionen, mit denen die industrielle Landwirtschaft in der EU gefördert wird, und dann zahlt er noch einmal Milliarden fĂŒr die Beseitigung der UmweltschĂ€den, die diese Landwirtschaft verursacht (soweit sich die SchĂ€den ĂŒberhaupt beseitigen lassen).

Weniger ist mehr

In Brandenburg hat im Jahr 2014 eine Volksinitiative gegen Massentierhaltung bewirkt, dass sich der Landtag mit der Frage nach den wachsenden Tierfabriken in Brandenburg beschĂ€ftigen musste. Wer mit dieser Initiative sympathisiert, sollte allerdings konsequent sein und darauf achten, auch als Verbraucher Fleisch aus BIO-zertifizierter Haltung zu kaufen und seinen Fleischverzehr so einzuschrĂ€nken, dass er durch den Umstieg nicht mehr Geld fĂŒr Fleisch ausgibt. Das schont Tiere und Geldbeutel. Bei Obst und GemĂŒse ist es noch leichter, sich BIO und preiswert zugleich zu ernĂ€hren: Wenn die Biobauern selbst einen Stand auf dem Markt haben, kostet BIO-Obst und BiogemĂŒse manchmal sogar weniger als konventionelle Ware im besseren Supermarkt.

Doch selbst wenn sich alle Deutschen nur noch BIO ernĂ€hren wĂŒrden und alle ihre Unterschriften fĂŒr Initiativen gegen Massentierhaltung geben wĂŒrden, bliebe das persönliche Engagement möglichst vieler Menschen in Vereinen und NGOs unerlĂ€sslich. Denn die EU ist der weltweit grĂ¶ĂŸte Fleischerzeuger, und Deutschland eines der drei grĂ¶ĂŸten FleischerzeugerlĂ€nder in der EU. Was nicht hier gegessen wird, wird exportiert. Ohne die international vernetzten BemĂŒhungen der NGOs bliebe das ethische Verhalten aufmerksamer Verbraucher in Deutschland und anderen LĂ€ndern daher wirkungslos.


Weitere Infos rund um das Thema:

Weitere Infos zu HintergrĂŒnden und den globalen ZusammenhĂ€ngen unseres Fleischkonsums finden Sie in unserem Fleischatlas Deutschland regional 2016.

Das Buch "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer ist mittlerweile ein Klassiker unter der AufklÀrungsliteratur in Bezug auf die RealitÀt der modernen Nutztierhaltung.

Sehr realitĂ€tsnah aber nichts fĂŒr schwache GemĂŒter ist die Dokumentation "Earthlings".



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©Peter von Bechen/pixelio.de

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