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Zu Hause fällt am meisten an

Foto: © Melis / PIXELIO.de

In Berlin fällt der meiste Abfall in privaten Haushalten an. Pro Jahr produziert jeder Einwohner 384 Kilogramm Hausmüll, damit liegt Berlin unter dem Bundesdurchschnitt mit 431 Kilogramm. Zusammen sind das im Jahr 1,1 Millionen Tonnen Abfall. Nur gut ein Drittel (37 Prozent) landen in der Bio- oder Wertstofftonne, 63 Prozent der Hauhaltsabfälle gelangen in die Restmülltonne. Ziel muss es sein, dieses Verhältnis genau umzukehren, dazu ist die Berliner Abfallpolitik stark gefordert. 

Abfallvermeidung und -verwertung: Klima- und Ressourcenschutz

Grundsätzlich gilt "Der beste Abfall ist der, der überhaupt nicht entsteht". Nachhaltigkeit und Wegwerfmentalität passen nicht zusammen. Abfallvermeidung muss somit das oberste Ziel einer ökologischen Abfallwirtschaft sein, denn jede Form von Sortierung, Behandlung, Verwertung und vor allem Beseitigung ist mit dem Verbrauch oder Verlust von Rohstoffen und Energie verbunden.

Vermeiden vor Recycling, Recycling vor Beseitigung

Die EU-Gesetzgebung (Abfallrichtlinie) schreibt eine klare Abfallhierarchie vor:

  •     Abfallvermeidung
  •     Vorbereitung zur Wiederverwendung
  •     Recycling
  •     Andere Verwertungsverfahren, z.B. thermische Verwertung (Verbrennung unter Energierückgewinnung)
  •     Beseitigung

Nun muss die Berliner Abfallpolitik die Voraussetzung schaffen, damit dieses dann auch umgesetzt wird. Dazu hat die Senatsverwaltung einen Abfallwirtschaftsplan für Siedlungsabfälle zuentwickeln.

Plan mit großen Lücken

Der BUND Berlin sieht insbesondere Versäumnisse bei der Entwicklung von Strategien zur Reduzierung des Siedlungsabfallaufkommens. Die beschriebenen Maßnahmen zielen beinahe gänzlich auf eine bessere Erfassung und Verwertung von Wertstoffen im Berliner Siedlungsabfall. Damit kann lediglich eine Verringerung des Anteils des zu beseitigenden Mülls erreicht werden. Eine Reduzierung der Gesamtmenge anfallenden Siedlungsabfalls, jenseits der Frage, ob dieser anschließend verwertet oder beseitigt wird, scheint dagegen nicht intendiert zu sein. Aber gerade vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen, die oft zunehmend aufwändig und umweltbelastend erschlossen werden müssen, kritisiert der BUND Berlin das Fehlen eines über die Verbesserung der Verwertung hinausgehenden Denkansatzes im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.

Den Abfallwirtschaftsplan 2011 - Teilplan Siedlungsabfälle finden Sie auf der Senatsseite: www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/abfall/wirtschaftsplan/de/teilplan_siedlungsabfall.shtml

Stellungnahme des BUND (8 Seiten)

Hier finden Sie die Anforderungen an eine ökologischen Abfallsammlung auf einen Blick: BUND-Kriterien (1 Seite)



Kontakt

Tobias Quast

Referent für Abfallpolitik

Telefon:
(030) 78 79 00-38

E-Mail: quast[at]BUND-Berlin.de

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