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Flussbiotope schützen und entwickeln

© BUND Berlin

Havel und Spree bieten mit ihren Uferbiotopen, Flachwasserzonen, Mooren und Röhrichtgürteln vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Tausende von Bäumen säumen die Ufer der Flüsse und städtischen Kanäle. Die Tiefwerder Wiesen in Spandau sind das einzige noch erhaltene natürliche Überschwemmungsgebiet innerhalb Berlins und bieten mit ihren Flachwasserzonen eine ideale Kinderstube für seltene Fischarten. An der Berliner Unterhavel existieren noch breite Röhrichtgürtel, in denen Vögel, Fische, Amphibien und Insekten Schutz finden. Biber bauen ihre Burgen bis weit ins Stadtgebiet hinein.

An vielen Stellen findet sich aber auch oft ein anderes Bild: die Ufer sind mit Spundwänden befestigt oder geschottert, Ufervegetation fehlt ganz oder wird durch Fällmaßnahmen immer wieder dezimiert. Schleusen und Wehre verhindern, dass Fische über größere Strecken wandern und zu ihren Laichplätzen gelangen können. In den tristen Kanallandschaften selbst finden die Fische keine Möglichkeit mehr zum Ablaichen und für die Aufzucht der Jungfische. Zudem fließen immer noch ungeklärte Abwässer in Havel und Spree.


Der BUND setzt sich dafür ein, dass die Berliner Fließgewässer ökologisch aufgewertet werden. Flüsse und Kanäle müssen für Fische durchlässig gestaltet werden, damit diese zu ihren Laichplätzen wandern können. Flachwasserzonen müssen unbedingt erhalten werden. Nur so können sich seltene Fischarten wie Hasel und Moderlieschen dauerhaft halten.


Für unverbaute Ufer und sauberes Wasser

© BUND Berlin

Gerade in einer Stadt wie Berlin stellen Kleinstlebensräume an den Ufern noch wichtige Refugien für seltene Arten dar. Natürliche Uferstrukturen müssen also erhalten und vielerorts wieder hergestellt werden - wo Ufer zubetoniert sind, finden Tiere und Pflanzen keinen Platz.
Auch im Hinblick auf den nach dem Bundesnaturschutzgesetz geforderten Biotopverbund ist die Uferbebauung über viele Kilometer Länge nicht akzeptabel.
Dass grüne Ufer ebenso für die Menschen einen hohen Wert besitzen, zeigten die massiven Bürgerproteste gegen Baumfällungen am Landwehrkanal.

Bedroht sind auch die Röhrichte, besonders geschützte Biotope, für deren Erhaltung Berlin in den letzten Jahrzehnten immerhin 16 Millionen Euro aufgebracht hat. Sie sind gefährdet durch den zunehmenden Uferverbau, den Wellenschlag großer Schiffe und die starke Nährstoffanreicherung der Gewässer, die durch die Wasserverschmutzung verursacht wird. Denn von Badewasserqualität sind die Berliner Gewässer oft noch weit entfernt.




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