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CO2-Lager in Brandenburg gefährden Berliner Trinkwasser

Vattenfall plant, die CCS-Technik (CO2-Abschneidung und -Speicherung) in Brandenburg zu erproben. Dazu hat die Bundesregierung ein Erprobungsgesetz erlassen. Schon seit 2008 testet der schwedische Energiekonzern Vattenfall in der Lausitzer "Schwarzen Pumpe" die Kohlendioxid-Abscheidung bei der Verbrennung von Braunkohle. Am Standort Jänschwalde will Vattenfall bis 2015 ein CCS-Demonstrationskraftwerk bauen und Kohlendioxid in den Regionen Beeskow und Neutrebbin unterirdisch verpressen. Erprobungsgebiete sind Neutrebbin und Beeskow, dort sollen nach Bohrungen, CO2 unterirdisch gespeichert werde

Unterirdische CO2-Lager sind keine Lösung

Der BUND lehnt die unterirdische Einlagerung von CO2 ab. CCS ist ein teures, energieintensives Verfahren, das mit hohen Risiken behaftet ist. Die Verpressung stellt keine Alternative zu den Erneuerbaren Energien dar, sondern im Gegenteil verfestigt Strukturen, die einen schnellen Umbau der Energieversorgung behindern. So beabsichtigen die großen Energieunternehmen - Vattenfall voran - weiter Kohle abzubauen und neue große Kohlekraftwerke ans Netz zu bringen, mit der CCS-Technik soll das legitimiert werden. 

Gutachten: Gefahr für Berliner Trinkwasser 

Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Barnim-Oderbruch ein geologisches Gutachten für Neutrebbin beautragt, dem zufolge mit Auswirkungen in einem Umkreis von 100 Kilometern zu rechnen ist. Durch den Überdruck können Grundwasserschichten in diesem Radius versalzen. Das würde über die Landesgrenzen hinaus Mecklenburg-Vorpommern und Polen sowie Berlin betreffen.

Das Gutachten des Geologen Ralf Krupp für die Gemeinde Barnim-Oderbruch belegt, dass das Erkundungsgebiet zahlreiche Lücken in der Salzschicht aufweist. Damit ist es zweifelhaft, ob der Untergrund dicht genug ist, um das Kohlendioxid sicher zu speichern. Die Salzschicht sei darüber hinaus mit 20 Metern möglicherweise nicht ausreichend, um die geplanten Mengen an Kohlendioxid zu fassen.

Krupp fürchtet, dass sich durch den erhöhten Druck Salzwasser führende Schichten, die an das Grundwasser grenzen, mit diesem vermischen und das Trinkwasser auch für Berlin versalzen. Besonders problematisch ist, dass das Salzwasser wahrscheinlich Schwermetalle mit sich führt. Damit wären zahlreiche Wasserwerke akut gefährdet.

Der BUND sieht nicht nur Brandenburg, sondern auch die Landesregierungen der angrenzenden Bundesländer in der Verantwortung. Auch das Land Berlin muss sich eindeutig gegen diese Energiepolitik wenden.

Auszüge aus dem Gutachten (2 Seiten)

Gutachten zur geplanten Kohlendioxid-Einlagerung (CCS) in der Antiklinal-Struktur Neutrebbin, Ostbrandenburg, erstellt von Dr.habil. Ralf E. Krupp 2011 (53 Seiten)

Aktuelle Pläne der Kohle-Lobby

Zurzeit werden auch Projekte verfolgt, Kohlendioxid unter der Nordsee zu verpressen. Der BUND warnt davor, in der Nordsee Projekte zur unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder Industrieanlagen zu verfolgen. Die Anwendung der sogenannten „CCS-Technologie“ könnte schwere ökologische Schäden bei der Fauna und Flora im Meer verursachen. Dazu hat der BUND eine Studie herausgegeben:

Studie zu Risiken der Verpressung von Kohlendioxid unter der Nordsee (August 2011, 74 Seiten)


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Kontakt

Matthias Krümmel

Referent für Klimaschutzpolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-63

E-Mail: Kruemmel[at]BUND-Berlin.de

Aktuelle Unterschriftenaktion des BUND Berlin

trifft sich mittwochs um 19.30 Uhr. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Infos unter (030) 78 79 00-0 oder akklee[at]bund-berlin.de

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