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Berlin braucht engagierte Energiepolitik

Eine klimafreundliche und zukunftsfähige Energiepolitik für Berlin reduziert die Treibhausgasemissionen und den Ressourcenverbrauch, fördert Forschung und Entwicklung, schafft Arbeitsplätze und macht langfristig unabhängig.

Energieeinsparung

Energie, die nicht verbraucht wird, hilft dem Klima und spart Geld. Um das Klima zu stabilisieren, müssen pro Jahr drei Prozent Energie eingespart werden. Das ist durchaus ein erreichbares Ziel, wenn denn kontinuiertlich daran gewirkt wird. Energieeinsparungen von Strom und Wärme lassen sich in allen Verbrauchssektoren und –bereichen erzielen. Ob mit technischer Gebäudeausrüstung, stromeffizienten Geräten, dezentraler Wärmebereitstellung oder der Vermeidung und Verlagerung von Verkehr  in privaten Haushalten, im Gewerbe, bei Dienstleistungen, im Handel, im öffentlichen Sektor, beim Transport oder im Verkehr.

Energieeffizienz

Die effiziente Verwendung von Energie trägt dazu bei, dass Produkte und Dienstleistungen von vornherein so entwickelt werden, dass sie sowohl bei der Herstellung als auch beim Gebrauch wenig Energie benötigen. Viele Verbraucher entscheiden sich für einen Wagen mit geringem Verbrauch oder greifen zu regionalen Produkten, die nicht um die halbe Welt geflogen worden sind oder haben sich für Ökostrom entschieden.

Das Land Berlin ist noch weit entfernt von einer konsequenten Energiepolitik. Als größter "Einzelkonsument" könnte das Land dort einen konkreten Beitrag leisten. Pro Jahr schreibt es Leistungen im Wert von fünf Milliarden Euro aus. Die Berücksichtigung ökologischer Kriterien im Beschaffungswesen zum Einkauf von umweltgerechten und energieeffizienten Materialien, Produkten und Dienstleistungen sollte bei der Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand und in der Privatwirtschaft Standard werden.

Unter erheblichen Druck von BUND und WEED hat sich das Land Berlin gerade dazu durchgerungen, die Stromversorgung der Öffentlichen Gebäude ökologisch zu gestalten. Bremen tut es bereits und auch andere Städte und Kommunen sind dabei. Ende 2009 werden die neuen Verträge geschlossen. Wenn dann die Berliner Unis, Kitas, Schulen und Verwaltungsgebäude mit Ökostrom versorgt werden, ist das ein Baustein für konkrete Energiepolitik.

Berliner Kraftwerkspark

Einen Großteil seines Stroms erhält Berlin von zentralen Großkraftwerken. Je größer die Entfernung zwischen Produktionsstandort und Verbraucher ist, desto größer ist auch der Verteilungsverlust. Eine dezentrale Versorgung wäre in vielen Bereichen viel effizienter. Transportverluste, die negativen Umweltfolgen der Energiegewinnung wie die Erschließung weiterer Tagebaue z.B. in Brandenburg würden verringert und die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Die derzeitigen Kohlekraftwerke, die auch Berlin mit Energie versorgen, nutzen gerade mal 30 Prozent bei der Erzeugung von Strom. Allein 70 Prozent gehen im Prozess verloren. Während Erdgaskraftwerke hingegen noch einen Wirkungsgrad von durchschnittlich 58 Prozent erreichen.
In Berlin selbst stehen überwiegend mit fossilen Energieträgern betriebene Kraftwerke zur Wärmeversorgung. Insgesamt  betreibt Vattenfall derzeit zwölf Kraftwerke mit einer Bruttoleistung von insgesamt 3.048 Megawatt elektrisch und 3.800 Megawatt thermisch.

Die Modernisierung und der Ersatz vieler Kraftwerke stehen an. So sollte das Kohlekraftwerk Klingenberg durch ein viel größeres Kraftwerk ersetzt werden, das hätte allein ein Viertel des CO2-Ausstoß von Berlin verursacht. Der BUND hat diese Planung zusammen mit Berliner Bürgern, der Klimaallianz und anderen mit verhindert. Vattenfall zog seine Planung im März 2009 zurück und will jetzt unter anderem ein kleineres Gaskraftwerk bauen.

Stellungnahme des BUND zu den Vattenfallplanungen

Erneuerbare Energien

Es wird die Herausforderung sein, Kohle, Erdöl, Erdgas und Atomstrom mittel- und langfristig durch Erneuerbare Energien zu ersetzen. Zu diesem Umbau unserer Energieversorgung gibt es aber keine Alternative, wenn wir das Klima stabilisieren wollen und Energie bezahlbar bleiben soll.

Berlin steht da noch am Anfang: Gerade mal zwei Prozent seines Energiebedarfs deckt es mit Erneuerbaren. Eine zukunftsfähige Stadt wird sich langfristig nur durch eine ökologisch verträgliche Versorgung entwickeln können. Berlin wird die Potenziale bei der Solarenergie und bei der Erdwärme, sowie beim Einsatz der Biomasse nutzen müssen.




Kontakt

Ulf Sieberg

Referent für Klimapolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-51

E-Mail: Sieberg[at]BUND-Berlin.de

trifft sich mittwochs um 19.30 Uhr. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Infos unter (030) 78 79 00-51 oder akklee[at]bund-berlin.de


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