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Klima schützen

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Die Zahl der Einwohner in Städten steigt weltweit. Klimapolitik ist also nicht nur aber vor allem Stadtpolitik. Mit 3,5 Millionen Einwohnern ist Berlin die größte deutsche Stadt und muss sich damit großen klimapolitischen Herausforderungen stellen.

Denn nach neuesten Prognosen müssen bis zum Jahr 2020 40 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase - auch in Berlin - eingespart werden. Bis 2050 müssen es sogar 85 Prozent sein, um den Klimawandel in Grenzen zu halten.

Ambitionierte Klimaschutzpolitik fehlte bislang

Berlin hätte gute Voraussetzungen, diese Ziele zu erreichen, dazu müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden: die vom Senat beauftrage Machbarkeitsstudie  skizziert sogar mehrere Wege zur angestrebten Klimaneutralität. Allen ist gemein, dass das große Ziel nur gesamtgesellschaftlich zu erreichen sein wird. Sowohl der Verkehrs-, als auch der Wirtschafts- und der Sektor der privaten Haushalte müssen sich stark verändern – nicht zuletzt die gesamte Stadtentwicklungspolitik.

Die Strom- und Wärmeversorgung muss strukturell so umgebaut werden, dass  Erneuerbare Energien Vorrang erhalten und Kohle, Erdgas und Erdöl bis 2050 ersetzen. Bisher dominierte vor allem Vattenfall in Berlin die Energieversorgung -  die Politik hatte kaum eigene Vorstellungen. Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) soll konkrete Maßnahmen und Strategien aufzeigen, wie Berlin klimaneutral werden kann. In den bisher vorgelegten Maßnahmen steckt zwar ein großes Potenzial, allerdings fehlt noch vieles, um daraus ein wirksames Programm zu entwickeln.

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Berlin braucht ein ehrgeiziges Klimaschutzprogramm mit konkreten Zielen, Maßnahmen und Zeitplänen

Der Senat möchte Berlin bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt gestalten. Das bedeutet, dass die Hauptstadt ihre Emissionen bis zum Jahr 2050 auf rund 4,4 Millionen Tonnen senken muss, also um mindestens 85 Prozent verglichen mit dem Basisjahr 1990. Während die Maßnahmen, die das BEK vorschlägt, einige gute Ansätze beinhaltet, mangelt es häufig an konkreten Zahlen und verpflichtenden Vorgaben. Vergeblich sucht man nach genauen Angaben zu Entscheidungskompetenzen und Zuständigkeiten oder nach verbindlichen Finanzierungs- und Zeitplänen.

Es muss dazu aber auch Forderungen und Verpflichtungen an die Wirtschaft und an die Bevölkerung geben, sonst wird das ehrgeizige Ziel, Berlin bis 2050 klimaneutral zu machen, verfehlt. Zum Beispiel soll Berlin zur Solar-City werden, dazu reicht es nicht, Maßnahmen für Beratungsangebote und Qualifizierungen zu fördern, dazu braucht es eine Solarbaupflicht oder/und ein Solaranlagenbauprogramm.

Die Biomasseverwertung muss so ausgebaut werden, dass die Energie des Berliner Biomülls optimal zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt wird. Ein umfassendes Erdwärmenutzungsprogramm müsste eingesetzt werden, energiesparende Technik zum Standard werden. Speichertechnologien und klimafreundliche Verwertung von Überschussenergie, Mieterstromkonzepte und endlich ein Neubaustandard mit Passivhaustechnologie sind überfällig.



Kontakt

Matthias Krümmel

Referent für Klimaschutzpolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-63

E-Mail: Kruemmel[at]BUND-Berlin.de

trifft sich mittwochs um 19.30 Uhr. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Infos unter (030) 78 79 00-0 oder akklee[at]bund-berlin.de

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