Nachdem im ersten Jahrzehnt nach der Wende die S-Bahn eine Strecke nach der anderen wieder in Betrieb genommen hatte, sieht das Berliner Schnellbahnnetz nun im Wesentlichen wieder aus wie vor dem Mauerbau. Mit den 1,3 Millionen Fahrgäste, die sie pro Werktag transportiert, ist die S-Bahn das Rückgrat des Nahverkehrs in Berlin und im Umland. Konkret: Ein mit 1000 Fahrgästen voll besetzter S-Bahn-Zug ersetzt über 700 Pkw-Fahrten; Grundlage dieser Rechnung ist die durchschnittliche Autoauslastung mit 1,4 Personen.
Damit die S-Bahn ihre Aufgabe zuverlässig erledigen kann, müssen Bund, Berlin und die Bahn aber auch nach den letzten Lückenschlüssen weiter in das Netz investieren. Schäden an Brücken, Schienen und Signalen zwingen die S-Bahnen an vielen Stellen, die Geschwindigkeit deutlich zu drosseln. Dies führt zu unnötig langen Fahrtzeiten und schmälert die Attraktivität der Bahn. Auch bei den Stationen kann sich noch viel verbessern – der BUND fordert, die Bahnhöfe konsequent barrierefrei zu machen. Zudem könnten zusätzliche Eingänge die Fußwege zu den S-Bahnhöfen erheblich verkürzen.