Jeder Mensch ist Fußgänger, zumindest auf dem Weg zum Parkplatz oder zur Haltestelle. In einer menschengerechten Stadt muss es möglich sein, auch längere Strecken zu gehen. Der BUND fordert deshalb, den Fußgänger zum Maßstab der Stadt- und Verkehrsplanung zu machen. Schließlich ist das Laufen die umweltfreundlichste Fortbewegungsart.
In Berlin muss sich noch viel ändern, damit die Stadt fußgängerfreundlich wird. Bei den Gehwegen fängt es an: Ein vernünftiger Gehweg sollte immer mindestens so breit sein, dass zwei Personen nebeneinander laufen können – auch bei Gegenverkehr und wenn sie Regenschirme oder Taschen in der Hand halten. In belebten Straßen, wo Cafés und Geschäfte Tische und Waren nach draußen stellen, sollten die Bürgersteige entsprechend breiter sein. So weit die Theorie. Die Wirklichkeit in Berlin sieht allerdings anders aus: Altglascontainer, Verkehrsschilder, Fahrradständer und vieles mehr nehmen den Platz ein, den Fußgänger brauchen, um ungestört laufen oder flanieren zu können. All diese Dinge haben nichts auf den Fußwegen zu suchen, sie sollten daher auf der Fahrbahn oder in den Häusern untergebracht werden.
Gehwege sind zum Gehen da, nicht zum Fahren. Leider verlaufen in Berlin immer noch viele Radwege über die Bürgersteige, wo es zwangsläufig zu Konflikten mit Fußgängern kommt. Dieses Relikt aus dem letzten Jahrhundert, als man jeglichen nicht-motorisierten Verkehr von den Straßen verbannen wollte, muss schleunigst abgeschafft werden – Fahrzeuge gehören auf die Fahrbahn. Aufgrund ihrer relativ hohen Geschwindigkeit sollten auch Inline-Skater die Radspuren auf der Fahrbahn sowie Straßen in Tempo-30-Zonen benutzen dürfen. Dafür ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung notwendig. Selbstverständlich sind die Gehwege auch nicht zum Parken da: Um Autos und Motorräder abzustellen, muss künftig ausschließlich die Straßenfläche genutzt werden. Wenn es sich um schmale Bürgersteige handelt, gilt dies auch für Fahrradständer.