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Wie die Berliner Luft sauber wird

© Masterdings/photocase

Dank der EU-Richtlinien zur Luftreinhaltung gibt es in Berlin seit 2008 die Umweltzone. Im Gebiet innerhalb des S-Bahnrings dürfen nur noch Benziner mit geregeltem Katalysator und Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter fahren. Dieser richtige erste Schritt hilft, die Feinstaubkonzentration in den Innenstadtbezirken zu senken. Es müssen allerdings weitere folgen, schließlich macht auch außerhalb des S-Bahnrings Feinstaub den Anwohnern großer Straßen das Atmen schwer (das zeigen etwa die Werte der Messstation an der Schildhornstraße in Steglitz). Gänzlich ungelöst bleibt das Problem Stickstoffdioxid (N02): An allen innerstädtischen Messstellen werden hohe NO2-Werte gemessen, die weit über den ab 2010 gültigen Grenzwerten liegen.

Um schnelle Erfolge in der Luftreinhaltung zu erzielen, fordert der BUND kurzfristige Maßnahmen in Berlin – angefangen bei einer besseren Information der Verkehrsteilnehmer. Wie in anderen Städten bereits üblich, sollten aktuelle Abgaswerte auf den elektronischen Tafeln an den Straßen zu lesen sein – bei Grenzwertüberschreitungen natürlich mit dem Aufruf verbunden, Busse und Bahnen zu nutzen. Als weitere kurzfristig realisierbare Maßnahme bietet sich an, die Höchstgeschwindigkeit auf dem übergeordneten Straßennetz auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Durch geringere Motorleistung, weniger Reifenabrieb und schwächere Aufwirbelungen würden weniger Abgase bzw. Stäube in die Luft gelangen. Erfreuliche Nebenwirkung von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen: weniger Lärm, weniger Unfälle. Als Pilotprojekt schlägt der BUND die Frankfurter Allee vor. Hier würden besonders viele Anwohner profitieren, zudem erlaubt es die dortige Messstation, die Folgen des Tempolimits direkt zu dokumentieren.

Schaffen neue Straßen Entlastung?

Um auf lange Sicht die Qualität der Berliner Luft zu erhöhen, braucht die Stadt nicht mehr, sondern weniger Autoverkehr. Neue Straßen und Autobahnstücke mögen zwar bestimmte Stadtviertel von Abgasen entlasten, verlagern aber das Problem in andere Bereiche und schaffen neuen, zusätzlichen Verkehr. Der BUND fordert deshalb, auf die Verlängerung der Stadtautobahn A 100 und auf andere neue Straßen zu verzichten. Stattdessen sollte der öffentliche Verkehr in die Lage versetzt werden, wesentlich mehr Menschen als bisher schnell und abgasarm zu deren Zielen zu bringen.

Ihr gutes Recht auf saubere Luft

Seit 2005 gibt es nicht nur strengere Grenzwerte für Feinstaub, sondern vor allem die Möglichkeit, ihre Einhaltung einzuklagen: Betroffene Bürger können vor Gericht Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubbelastung einfordern. Betroffen ist, wer in zuhause, bei der Arbeit oder bei der Ausbildung dauerhaften Schadstoffbelastungen ausgesetzt ist. Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Ihr gutes Recht auf saubere Luft einklagen wollen - der BUND unterstützt juristische Schritte zur Luftreinhaltung in Berlin.

Luftreinhaltung konkret

Der BUND fordert für 78 Hauptverkehrsstraße die Einführung von Tempo 30. Download Liste…



Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

Der Arbeitskreis Mobilität

trifft sich donnerstags um 19 Uhr in der BUND-Landesgeschäftsstelle. Verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.


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