Kinder spielen ungefährdet auf der Straße vor dem Haus, man schläft bei offenen Fenstern, die Luft ist buchstäblich rein – viele Menschen träumen von solchen Wohnverhältnissen und suchen ihr Glück im Umland. Das geht auch anders und besser in den Berliner Innenstadtbezirken: die Lösung heißt autofrei wohnen. Auf den Straßen eines autofreien Wohnviertels fahren nur in seltenen Ausnahmen Autos, nämlich Blaulichtfahrzeuge und Möbelwagen. Die Anwohner haben weder einen Autostellplatz noch einen Anspruch darauf, und die wenigen Parkplätze am Rande des autofreien Wohnviertels sind Besuchern und Car-Sharing-Fahrzeugen vorbehalten. Wie aber will man verhindern, dass Menschen die Vorteile des autofreien Quartiers genießen – und gleichzeitig ihr Fahrzeug im Nachbarviertel abstellen? Dagegen hilft Parkraumbewirtschaftung der betroffenen Bereiche. Die Bewohner des autofreien Viertels bekommen keine Anwohnerparkvignette. Sie müssten also, wenn sie wirklich „betrügen“ wollten, Tag für Tag Parkgebühren zahlen oder sehr weit zum Auto laufen.
In Berlin gibt es bisher kaum autofreie Wohnviertel. Der BUND unterstützt deshalb die Vorschläge, einen Teil des ehemaligen Flughafens Tempelhof für eine autofreie Wohnsiedlung zur Verfügung zu stellen. Bei diesem Teil muss es sich um ein Randstück handeln, schließlich soll der wesentliche zentrale Bereich des Flughafengeländes aufgrund seiner wichtigen Funktion als „Frischluftschneise“ für die Berliner Innenstadtbezirke unbebaut bleiben. Bei der Planung steht nicht im Vordergrund, ob Wohnungen oder Einfamilienhäuser entstehen oder ob sich die Angebote an Mieter oder Immobilienkäufer richten. Wichtig ist vielmehr die zentrale Lage mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr und einer guten Versorgung mit Geschäften des täglichen Bedarfs.