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Straßen reparieren statt ausbauen

© Plambeck/pixelio

Reparieren ist besser als wegwerfen und neu kaufen. Dieser Nachhaltigkeitsgrundsatz gilt auch für das Berliner Straßennetz. Statt die mühsam eingetriebenen Steuergelder für neue Flächenversiegelung auszugeben, sollten sie für die Reparatur des Bestands eingesetzt werden. Das kommt nicht nur dem motorisierten Individualverkehr zugute, schließlich beeinträchtigen Schlaglöcher und andere Hindernisse auch Busse und Radfahrer; und eine vernünftige Straßensanierung hat stets den Zustand der Gehwege im Blick. Berlin braucht nicht mehr Verkehrsfläche, das zeigen folgende Zahlen: Einem Auto stehen hier durchschnittlich 67 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. In Frankfurt und Stuttgart sind es nur jeweils 61 Quadratmeter pro Auto, in Düsseldorf und in München sogar nur 54 beziehungsweise 45 Quadratmeter.

Tragen neue Straßen nicht zur Verkehrsentlastung bei? Nein, denn wie in allen dicht besiedelten Gegenden wird die Entlastung für die einen zur Belastung für die anderen. Und sollte eine neue Straße einmal nicht durch bewohntes Gebiet verlaufen, dann verläuft sie eben durch schützenswerte Naturflächen. Beispiel Tangentialverbindung Ost (TVO): Hier wären die Wuhlheide und der Biesenhorster Sand betroffen. Der BUND begrüßt die Haltung des Senats, dieses Projekt aufzugeben. Beispiel Axel-Springer-Straße: Hier soll mit dem Durchbruch zur Leipziger Straße die Kapazität der Straße auf vier Fahrspuren verdoppelt werden. Der BUND warnt: Mit der zu erwartenden Verkehrsmenge ist hier und im weiteren Verlauf der Lindenstraße die Überschreitung der Abgasgrenzwerte vorprogrammiert. Statt den zusätzlichen Fahrspuren fordert der BUND, den Mittelstreifen so zu gestalten, dass später eine Tramlinie vom Spittelmarkt zum Halleschen Tor fahren kann.

Tramplanung als Vorwand für Straßenverbreiterung

Eigentlich ist die Straßenbahnanbindung des Hauptbahnhofs eine gute Sache, der BUND hatte sie jahrelang gefordert. Das dafür nötige Planfeststellungsverfahren nutzt der Senat allerdings dafür, die Invalidenstraße auf vier Spuren auszubauen. Der Preis für diesen autofixierten Plan: 144 Bäume, der historische Vorgarten des Naturkundemuseums – und die eigene Trasse der Tram. Sollte sich diese Planung durchsetzen, hätten Anwohner und Touristen an der Invalidenstraße mit einem sehr ernsten Lärm- und Abgasproblem zu tun, vermutlich würde die verbreiterte Invalidenstraße der Straßenzug mit den meisten Feinstaubgrenzwertüberschreitungen in ganz Berlin werden! Und zu guter Letzt würde die Tram mangels eigener Trasse ständig im Stau stehen und noch langsamer als die heutigen Busse fahren. Der BUND fordert deshalb, die Zahl der Fahrspuren für den Autoverkehr nicht weiter zu erhöhen.



Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

Der Arbeitskreis Mobilität

trifft sich donnerstags um 19 Uhr in der BUND-Landesgeschäftsstelle. Verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.

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