Was ist das: Es reißt Häuser ab, fällt Bäume, enteignet Kleingärtner, macht Krach und stinkt? Erraten, es ist die Stadtautobahn A 100. Wenn es nach dem Regierenden Bürgermeister und seiner Verkehrssenatorin ginge, rollten schon längst die Bagger, um eine Betonschneise durch Neukölln und Treptow zu schlagen. Die Verlängerung nach Friedrichshain ist ebenfalls schon geplant.
Die Autobahnlobby begründet das neue Teilstück des Stadtrings nicht zuletzt mit einer Entlastung der Bürger von Lärm, Feinstaub und Abgasen. Schön wäre es. Tatsächlich aber führt die Autobahn zu höheren Emissionen – nicht nur entlang der Autobahn, sondern auch in der weiteren Umgebung. Den Anwohnern von Sonnenallee, Schlesischer Straße und Am Treptower Park mutet der Senat zu, an einem Autozubringer zu wohnen: ungefähr 80 000 Autos sollen über die Anschlussstelle Treptower Park auf die A 100 fahren – täglich! Entsprechend groß sollen die Zufahrtsstraßen ausgebaut werden: Wer künftig zu Fuß oder per Rad diesen Straßenzug kreuzen will, um in den Treptower Park zu gelangen, hat nichts zu lachen.