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U-Bahn sanieren statt ausbauen

Foto: © P. Kirchhoff / PIXELIO.de

Die U-Bahn ist schnell, zuverlÀssig und sehr leistungsfÀhig. Sie hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: U-Bahnlinien bauen kostet sehr viel Geld, weit mehr als das finanzschwache Berlin hat. In den nÀchsten Jahrzehnten kommt es deshalb darauf an, die existierende Untergrundbahn so effizient wie möglich zu nutzen.

Neue U-Bahnstrecken kosten ungefĂ€hr das Zehnfache eines Straßenbahnneubaus pro Kilometer. Angesichts dieser Zahlen ist unverstĂ€ndlich, warum man in Berlin die U5 vom Alexanderplatz bis zum Hauptbahnhof baut.

Zahlreiche Rohbauten, die fĂŒr zukĂŒnftige U-Bahnen gedacht waren, werden wohl teure Investitionsruinen bleiben (so etwa Tunnel unterm Potsdamer Platz, unter der Schloßstraße und dem Adenauerplatz).

Foto: © BUND Berlin

Straßenbahn statt U5

(Alexanderplatz-Lehrter Bahnhof-Moabit- Flughafen Tegel)

Die VerlĂ€ngerung der U-Bahnlinie 5 (Hönow–Alexanderplatz) zum Hauptbahnhof ist seit Jahren im Bau. Diese Strecke war seit Jahrzehnten in Westberlin geplant, mit dem Mauerfall und dem Regierungsumzug wurden die PlĂ€ne aus den Schubladen geholt, weil die Baukosten aus Umzugsgeldern der Bundesregierung grĂ¶ĂŸtenteils finanziert werden. Die Planungsunterlagen lagen schon Mitte der Neunziger Jahre aus, wegen Geldmangel im Berliner Haushalt wurde aber bisher nur das erste TeilstĂŒck vom Hauptbahnhof zum S-Bhf.- Unter den Linden (heute S Brandenburger Tor) im Rahmen des Fernbahntunnels unter dem Tiergarten mitgebaut und – und nach anschließendem Bau des U-Bahnhofs Brandenburger Tor im Sommer 2009 als U55 eröffnet.

Foto: © BUND Berlin

Unter den Linden ohne Linden

Nach großen Protesten ĂŒber die absehbare Großbaustelle auf einem der schönsten Berliner Boulevards wurde beschlossen, die U5 unter den Linden im Schildvortriebsverfahren zu graben. Dadurch konnte zwar eine durchgehende Baugrube vermieden werden, an den geplanten U-Bahnhöfen werden aber aus bautechnischen GrĂŒnden ĂŒber Jahre die Straße und Gehsteige aufgerissen. Betroffen davon ist  die Kreuzung Unter den Linden /Friedrichstraße, wo ein neuer Umsteigebahnhof mit der U6 entsteht, das Forum Friedericianum vor dem HU-HauptgebĂ€ude sowie das Marx-Engels-Forum und den Bereich vor dem Roten Rathaus. FĂŒr den Kreuzungsbahnhof mit der U6 wurden insgesamt 53 Linden gefĂ€llt. Zudem wurde die U-Bahn-Linie 6 an dieser Stelle fĂŒr mehr als ein Jahr unterbrochen.

Der Bau neuer U-Bahnstrecken ist zu teuer. Die U5-VerlĂ€ngerung vom Alexanderplatz zum Lehrter Zentralbahnhof sollte schon 1995 1,3 Mrd. DM kosten, das sind 350 Mio. DM/km. So werden große Summen ĂŒber viele Jahre an einzelne Projekte gebunden, wohingegen fĂŒr den dringend erforderlichen Ausbau des Straßenbahnnetzes das Geld fehlt. Der Nutzen der U5-VerlĂ€ngerung wird zudem (wie in vielen Planungsverfahren) völlig ĂŒberbewertet, so erfolgte die Kosten-Nutzen-Rechnung auf Basis der Gesamtstrecke bis Turmstraße.

Foto: © BUND Berlin

Barrierefreien Zugang herstellen

Aber nicht jede Investition in die U-Bahn ist falsch. Im Gegenteil. Die Langsamfahrstrecken im Netz mĂŒssten dringend saniert werden. Überdies sind viele Bahnhöfe noch immer nicht barrierefrei zugĂ€nglich, fehlende Lifte oder Rampen schließen mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen von der Fahrt in der U-Bahn aus.

Ende 2014 waren von 173 Berliner U-Bahnhöfen 111 mit AufzĂŒgen ausgestattet. Der BUND unterstĂŒtzt es ausdrĂŒcklich, dass nicht verwendete S-Bahn-Gelder eingesetzt werden, um weitere U-Bahnhöfe nachzurĂŒsten, denn die AufzĂŒge sind angesichts des demographischen Wandels eine Investition in die Zukunft!

Die AttraktivitĂ€t der U-Bahn steht und fĂ€llt mit dichten Taktfolgen. Der BUND fordert deshalb, mindestens bis 20.30 Uhr einen FĂŒnfminutentakt anzubieten. Die stark frequentierten Linien – also im Grunde alle außer U3 und U4 – sollten auch unter der Woche nachts im 30-Minuten-Takt fahren.



Kontakt

Martin Schlegel

Referent fĂŒr Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

trifft sich wöchentlich donnerstags in der BUND-LandesgeschÀftsstelle. Verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.

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„Wenn sich Berlin als lebenswerte, touristisch attraktive Stadt und gleichzeitig als wettbewerbsfĂ€higer Wirtschaftsstandort weiterentwickeln soll, dann Weiter ...


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