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Berlins Flugverkehr und der Ausbau von Schönefeld

Foto: © Willfahrt / PIXELIO.de

Flugverkehr ist laut, klimaschĂ€dlich und mit 11,5 Milliarden Euro jĂ€hrlich hoch subventioniert. Trotzdem wird der Flugverkehr weiter forciert, so setzen Berlin und Brandenburg beim Ausbau des Flughafens Schönefeld (BER) als internationales Drehkreuz auf eine wachsende Zahl an FlĂŒgen.

Berlin betrieb als einzige Deutsche Stadt bis vor kurzem gleich zwei innerstĂ€dtische FlughĂ€fen (Tegel und Tempelhof) und einen suburbanen Flughafen (Schönefeld). Dies war ein unhaltbarer Zustand, sowohl fĂŒr die Logistik als auch fĂŒr die Belastung der Anwohner.

Verantwortliche aus Berlin und Brandenburg verfielen in den Neuziger Jahren dem Wahn von Großprojekten, deshalb war fĂŒr die Politiker klar, es musste ein Großflughafen mit internationaler Ausrichtung und Drehkreuzfunktion sein. Die Standortsuche gestaltete sich schwierig. Auf Berliner Landesgebiet war nicht genĂŒgend Platz und Brandenburg wollte auf keinen Fall ohne internationalen Flugplatz dastehen. So einigten sich die Beteiligten auf den Ausbau von Schönefeld und Aufgabe des Flugbetriebs von Tegel und Tempelhof.

Der BUND vertritt nach wie vor die Position, dass der Ausbau von Schönefeld viel zu groß dimensioniert wurde. Eine zweite Landebahn wĂ€re nicht nötig gewesen, allein der GebĂ€udeum- und neubau hĂ€tte gereicht. Gut ist es, Tempelhof und Tegel zu schließen, damit sind viele Menschen von LĂ€rm-, und Schadstoffbelastung, sowie von Gefahren, die von Flugverkehr ausgehen, befreit. Die Alternative einen anderen Standort fĂŒr einen neuen Großflughafen wie Sperenberg zu wĂ€hlen, hĂ€tte aber zu erheblichen SchĂ€den an Natur und Landschaft gefĂŒhrt und die Schließung von den FlughĂ€fen Tegel und Tempelhof wĂ€re mehr als fraglich geworden.

Entsprechend dieser Position hat der BUND Klagen gegen den Ausbau von Schönefeld nicht unterstĂŒtzt, da sie mit dem Alternativstandort Sperenberg argumentierten.

FĂŒr die Festlegung der Flugrouten vertritt der BUND die Position, dass der Schutz der Menschen Vorrang hat. Mehr...

Berlin muss Flugverkehr reduzieren

Obwohl die Eröffung des BER noch lange nicht in Sicht ist, beginnen bereits Diskussionen ĂŒber angebliche KapazitĂ€tsengpĂ€sse des Großflughafens. Angesichts des gewaltigen Beitrags des Luftverkehrs zur globalen KlimaerwĂ€rmung darf der Flugverkehr von und nach Berlin aber nicht wachsen! Schreibt man die gegenwĂ€rtigen Flugbewegungen der Berliner FlughĂ€fen fort, so ergibt sich, dass sie fĂŒr 42 Prozent des Klimagasausstoßes verantwortlich ist, den Berlin gemĂ€ĂŸ seines eigenen Klimaziels 2020 erreichen will.

Der BUND hat 2015 ein Luftverkehrskonzept vorgelegt, das die Flugbewegungen in der Hauptstadtregion auf ein ertrĂ€gliches Maß begrenzt. Kernpunkt des Konzepts: 30.000 bis 55.000 FlĂŒge von und nach Berlin ließen sich jedes Jahr vermeiden, wenn man die FlĂŒge zu Zielen, die die Bahn innerhalb von vier Stunden erreicht, auf die Schiene verlagert. Um die tatsĂ€chlichen Kosten des Flugverkehrs den Verursachern anzulasten, fordert der BUND, alle öffentlichen Investitionen in den BER auf die Flughafenentgelte umzulegen. „Verkehrsfördernde Maßnahmen“, so der Euphemismus fĂŒr Subventionen und GebĂŒhrennachlĂ€sse, mĂŒssen gestrichen werden. FĂŒr die Start- und LandegebĂŒhren schlĂ€gt der BUND lĂ€rm- und klimabezogene Komponenten vor, KurzstreckenflĂŒge und Flugbewegungen in den Tagesrandzeiten gilt es mit speziellen AufschlĂ€gen unattraktiv zu gestalten.

BUND-Flugverkehrskonzept Berlin-Brandenburg 2016 (2015, PDF, 33 Seiten)

Nachtflugverbot

Der BUND setzt sich europaweit fĂŒr die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr der Anwohner von FlĂŒghĂ€fen ein. So fordert der BUND ein lĂ€ngeres Nachtflugverbot von 22-6 Uhr auch fĂŒr den neuen BER/Willy-Brandt-Flughafen.

Auch das Umweltbundesamt (UBA) plĂ€diert fĂŒr ein konsequentes Nachtflugverbot. In seiner „LĂ€rmfachliche Bewertung der Flugrouten fĂŒr den Verkehrsflughafen Berlin Brandenburg (BER)“ legt die Bundesbehörde den Betreibern eine Nachtruhe von 22.00 bis 6.00 Uhr nahe.

UBA-Studie zum Nachtflugverbot am BER unter

www.uba.de/uba-info-medien/4209.html



Kontakt

Martin Schlegel

Referent fĂŒr Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

trifft sich wöchentlich donnerstags in der BUND-LandesgeschÀftsstelle. Verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.

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Christian WiesenhĂŒtter, Stellvertr. HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der IHK Berlin:

„Wenn sich Berlin als lebenswerte, touristisch attraktive Stadt und gleichzeitig als wettbewerbsfĂ€higer Wirtschaftsstandort weiterentwickeln soll, dann Weiter ...


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