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Freie Bahn fĂŒr FußgĂ€nger

Foto: © Tom Sawyer / PIXELIO.de

Jeder Mensch ist FußgĂ€nger, zumindest auf dem Weg zum Parkplatz oder zur Haltestelle. In einer menschengerechten Stadt muss es möglich sein, auch lĂ€ngere Strecken zu gehen. Der BUND fordert deshalb, den FußgĂ€nger zum Maßstab der Stadt- und Verkehrsplanung zu machen. Schließlich ist das Laufen die umweltfreundlichste Fortbewegungsart.

In Berlin muss sich noch viel Ă€ndern, damit die Stadt fußgĂ€ngerfreundlich wird. Bei den Gehwegen fĂ€ngt es an: Ein vernĂŒnftiger Gehweg sollte immer mindestens so breit sein, dass zwei Personen nebeneinander laufen können – auch bei Gegenverkehr und wenn sie Regenschirme oder Taschen in der Hand halten. In belebten Straßen, wo CafĂ©s und GeschĂ€fte Tische und Waren nach draußen stellen, sollten die BĂŒrgersteige entsprechend breiter sein. So weit die Theorie. Die Wirklichkeit in Berlin sieht allerdings anders aus: Altglascontainer, Verkehrsschilder, FahrradstĂ€nder und vieles mehr nehmen den Platz ein, den FußgĂ€nger brauchen, um ungestört laufen oder flanieren zu können. All diese Dinge haben nichts auf den Fußwegen zu suchen, sie sollten daher auf der Fahrbahn oder in den HĂ€usern untergebracht werden.

Gehwege sind zum Gehen da, nicht zum Fahren. Leider verlaufen in Berlin immer noch viele Radwege ĂŒber die BĂŒrgersteige, wo es zwangslĂ€ufig zu Konflikten mit FußgĂ€ngern kommt. Dieses Relikt aus dem letzten Jahrhundert, als man jeglichen nicht-motorisierten Verkehr von den Straßen verbannen wollte, muss schleunigst abgeschafft werden – Fahrzeuge gehören auf die Fahrbahn. Aufgrund ihrer relativ hohen Geschwindigkeit sollten auch Inline-Skater die Radspuren auf der Fahrbahn sowie Straßen in Tempo-30-Zonen benutzen dĂŒrfen. DafĂŒr ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung notwendig. SelbstverstĂ€ndlich sind die Gehwege auch nicht zum Parken da: Um Autos und MotorrĂ€der abzustellen, muss kĂŒnftig ausschließlich die StraßenflĂ€che genutzt werden. Wenn es sich um schmale BĂŒrgersteige handelt, gilt dies auch fĂŒr FahrradstĂ€nder.

Verkehrsberuhigung hilft

Freie Fußwege allein machen noch keine fußgĂ€ngerfreundliche Stadt, es kommt ebenso auf die Möglichkeiten an, die Straßen sicher zu queren. Prinzipiell sollte dies ĂŒberall möglich sein, FußgĂ€ngergitter am Straßenrand und an den Mittelstreifen mĂŒssen daher verschwinden. Der BUND setzt sich dafĂŒr ein, vermehrt Querungsmöglichkeiten zu schaffen. Statt Ampelanlagen sollten weitere Zebrastreifen zum Einsatz kommen. Diese sind nicht nur deutlich gĂŒnstiger in der Anschaffung und im Betrieb, sondern haben auch den entscheidenden Vorteil, dass FußgĂ€nger hier Vorrang haben.

NaturgemĂ€ĂŸ herrscht auf den Einkaufsstraßen mehr FußgĂ€ngerverkehr als auf normalen Straßen. Umso Ă€rgerlicher, wenn starker Autoverkehr das Flanieren behindert. Der BUND fordert, mehr Einkaufsstraßen in sogenannte „verkehrsberuhigte GeschĂ€ftsbereiche“, in denen Tempo 10 gilt, umzuwandeln. Und ganz grundsĂ€tzlich gilt: Je grĂ¶ĂŸer das Netz der verkehrsberuhigten Straßen wird, umso sicherer können sich FußgĂ€nger in Berlin bewegen.

Erste Schritte in der Senatspolitik

Berlin hat seit 2011 eine Fußverkehrsstrategie, die der BUND mit erarbeitet hat. Das ist allein deswegen ein Fortschritt, da viele StĂ€dte den FußgĂ€nger gar nicht auf dem Plan haben. Die Berliner Strategie enthĂ€lt fĂŒnf Modellprojekte, die zurzeit gerade umgesetzt werden. Mehr: www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr ...


Bei der Umsetzung gibt es aber leider einiges zu kritisieren:
So sieht der BUND den Modellversuch zur fußgĂ€ngerfreundlichen
Ampelschaltung mit rot- bzw. GrĂŒnblinken der FußgĂ€ngerampel als
Fehlinvestition.
Hintergrund: www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr ...

Durch seine Kampagne zu fußgĂ€ngerfeindlichen Ampelanlagen in Berlin hat
der BUND die tatsÀchlichen Probleme aufgezeigt.
Mehr ...


Begegnungszone: Maaßenstraße vor und nach der Umgestaltung

Im Rahmen der Umsetzung der Berliner Fußverkehrsstrategie wurde im Oktober 2015 in der Maaßenstraße in Schöneberg in eine sog. „Berliner Begegnungszone“ umgewandelt.
Der BUND begrĂŒĂŸt dieses ausdrĂŒcklich, weil:

  • dabei die Gehwege breiter werden, da die ParkplĂ€tze und Radwege wegfallen
  • die schmalen Radwege auf dem Gehweg aufgegeben wurden, was FußgĂ€ngern und Radelnden nutzt
  • die Straße nun viel besser zu ĂŒberqueren ist
  • zukĂŒnftig Tempo 20 statt 50 gilt.

Folgende Straßen eignen sich nach Auffassung des BUND dafĂŒr, in einen verkehrsberuhigten GeschĂ€ftsbereich mit Tempo 20 umgewandelt zu werden::

  • Friedrichstraße vom Checkpoint Charlie bis zu Unter den Linden; Straßen um den Gendarmenmarkt(Mitte)
  • Hackescher Markt und Bodestraße (Mitte)
  • Akazienstraße, Goltzstraße, Winterfeldplatz (Schöneberg)
  • Wilmersdorfer Straße von Zillestraße bis  Schillerstraße und Adenauerplatz
  • Bahnhofstraße (Lichtenrade)
  • Breite Straße (Spandau)

Weil immer mehr Touristen dort zu Fuß unterwegs sind, muss insbesondere der Bereich vor dem zukĂŒnftigen Berliner Stadtschloss an der Karl-Liebknecht-Straße umgestaltet werden.


Die Ergebnisse der Online-BĂŒrgebeteiligung und mehr zur Umgestaltung der Bergmannstraße : www.begegnungszonen.berlin.de


20 grĂŒne Hauptwege

Ein Netz von straßenfernen Spazierwegen lĂ€dt zum Flanieren in der Hauptstadt ein. Mehr


Die FußgĂ€ngerlobby

Weitere Informationen zum Thema FußgĂ€ngerverkehr gibt es beim FUSS e.V.: www.fuss-ev.de

Die Fußverkehrsstrategie

Die Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung plant, den Fußverkehr in Berlin zu stĂ€rken. Zur Fußverkehrsstrategie



Kontakt

Martin Schlegel

Referent fĂŒr Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

trifft sich wöchentlich donnerstags in der BUND-LandesgeschÀftsstelle. Verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.

Statement zur "Radspuren frei" Kampagne

Christian WiesenhĂŒtter, Stellvertr. HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der IHK Berlin:

„Wenn sich Berlin als lebenswerte, touristisch attraktive Stadt und gleichzeitig als wettbewerbsfĂ€higer Wirtschaftsstandort weiterentwickeln soll, dann Weiter ...


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