Der weltweite Güterverkehr prosperiert. Das mag gut für die Handelsbilanzen sein, für die Umwelt ist es dagegen schädlich, vor allem weil der Großteil der Transporte über die Straße kommt. Lärm, Abgase, klimaschädlicher CO2-Ausstoß, Flächenverbrauch, Unfallgefahren – die Liste der unerwünschten Nebenwirkungen ist lang. In den dicht besiedelten Gebieten häufen sich die Gütertransporte: Waren kommen zu den Verbrauchern, produzierte Güter und Abfälle verlassen die Stadt. Hier sind die Belastungen für die Menschen am höchsten, gleichzeitig bietet die Verdichtung die Möglichkeit, Transporte effizienter und damit umweltschonender zu organisieren. Der BUND unterstützt die Entwicklung moderner Logistikkonzepte.
In Berlin wächst der Güterverkehr weniger stark als in anderen Großstädten. Das liegt zum einen an der besonders starken Deindustrialisierung der Region, zum anderen hat Berlin nach Vollendung der großen Bauprojekte (Potsdamer Platz, Hauptbahnhof, Regierungsviertel) deutlich weniger Bedarf an Baustoffen. Trotzdem besteht in der Hauptstadt Handlungsbedarf in Sachen umweltfreundlicher Güterverkehr. Zunächst geht es um den direkten Schutz vor den Folgen des LKW-Verkehrs. Um zu verhindern, dass Spediteure die LKW-Maut sparen, indem sie auf andere Straßen ausweichen, muss der Senat die bekannten Ausweichrouten für Lastwagen sperren. Grundsätzlich fordert der BUND, die Maut auf Bundesstraßen auszuweiten und ökologische Kriterien wie den Abgasausstoß bei der Berechnung der Maut zu berücksichtigen.
Künftig muss Berlin dringend wieder größere Anteile seines Güterverkehrs auf der Schiene abwickeln. Die unerfreulichen Zahlen: 2005 betrug der Bahnanteil beim Güterverkehr nur noch vier Prozent. Deshalb muss die Stadt ihre Güterbahnen erhalten. Noch gibt es mehr als hundert Gleisanschlüsse an das Schienennetz, die zwar nicht mehr alle genutzt werden, aber noch intakt sind. Die Flächennutzungsplanung muss verhindern, dass diese Gleise entwidmet und zugebaut werden.