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Das Rad braucht mehr Platz zum Parken

© Merja Spott/BUND Berlin

Morgens zur Arbeit, nachmittags zum Einkaufen, abends ins Kino: Immer mehr Berliner nutzen das Rad für ihre alltäglichen Fahrten. Kein Wunder, schließlich ist Radfahren nicht nur umweltfreundlich und günstig, sondern bei Strecken unter fünf Kilometern auch das schnellste Verkehrsmittel in der Stadt. Damit dieser erfreuliche Trend weitergeht, muss die gesamte Stadt noch fahrradfreundlicher werden. Neben guten Wegen fürs Rad gibt es vor allem Bedarf an Möglichkeiten, Fahrräder vernünftig abzustellen.

In den Einkaufsstraßen, vor öffentlichen Einrichtungen und in den Wohngegenden der Innenstadtbezirke: Überall sieht man Räder an Laternen, Gittern und Schildern angeschlossen. Dies ist ein Indiz dafür, dass es an geeigneten Fahrradstellplätzen fehlt. Eine gute Abstellanlage erfüllt folgende Kriterien: Das Velo hat einen sicheren Stand an einem Metallbügel, hat Platz zum Ein- und Ausparken und Rahmen sowie Vorder- oder Hinterrad lassen sich anschließen. Gänzlich ungeeignet sind dagegen die altmodischen Fahrradständer vom Typ „Felgenkiller“. Sie schützen nicht vor Diebstahl, da nur das Vorderrad angeschlossen wird. Zudem entstehen allzu leicht Schäden an den Felgen wenn das Fahrrad umfällt.

Seit 2008 gilt in Berlin eine neue Bauordnung, die Neubauten nur noch genehmigt, wenn eine ausreichende Anzahl von Fahrradstellplätzen geplant ist. Der BUND hatte sich seit langem für diese Änderung eingesetzt und fordert nun, die Vorgaben der Stellplatzverordnung konsequent umzusetzen. Die Möglichkeit, sich gegen eine Ablöse von der Pflicht zum Fahrradstellplatzbau freizukaufen, darf nicht zum Regelfall werden.

Parkplätze neu verteilen

Um die Fahrradparkplatznot in den Altbauquartieren in den Griff zu bekommen, fordert der BUND, Fahrradabstellanlagen nicht auf den Bürgersteigen, sondern vielmehr dort einzurichten, wo heute Autos am Straßenrand parken. Das lohnt sich: Auf der Fläche eines Autostellplatzes finden schließlich acht bis zehn Räder Platz. Eine solche Umverteilung würde den öffentlichen Raum in der Stadt wesentlich effizienter nutzen. Statt teuren und ästhetisch fragwürdigen Betonpollern sollten künftig Fahrradbügel dazu genutzt werden, bestimmte Flächen vom Autoverkehr freizuhalten.

Besonders an den U- und S-Bahnstationen und an den Bahnhöfen herrscht ein großes Gedränge von „wild“ geparkten Rädern. Hier haben BVG und die Deutsche Bahn noch einen großen Nachholbedarf. Investitionen in Fahrradstellplätze lohnen sich für sie besonders, da das Rad als Zubringer für den öffentlichen Verkehr fungiert.



Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

Arbeitskreis Mobilität

Treffen immer donnerstags um 19 Uhr in der BUND-Landesgeschäftsstelle, verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.

Einkaufen mit dem Rad

BUND-Tipps für radelnde Kunden, Handel und Verwaltungen; außerdem Vorschläge für die fahrradfreundliche Gestaltung von ausgewählten Einkaufsstraßen in Berlin unter www.einkaufen-mit-dem-rad.de


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