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Gute Wege zum Radfahren

┬ę Steffi Kieback/BUND Berlin

Vor einigen Jahren hat der Berliner Senat das Fahrrad als Verkehrsmittel entdeckt und einen eigenen, bescheidenen Haushaltsposten daf├╝r eingerichtet. Das ist gut, reicht aber noch nicht, denn es gibt viel zu tun. Da es kaum m├Âglich ist, ausschlie├člich ├╝ber ruhige Nebenstra├čen zu radeln, m├╝ssen vor allem die gro├čen Stra├čen fahrradfreundlicher werden. Das Rad soll seinen angemessenen Platz auf der Stra├če bekommen ÔÇô wenn es sein muss auch auf Kosten des Autoverkehrs.

Fahrr├Ąder geh├Âren auf die Fahrbahn ÔÇô aus mehreren Gr├╝nden. Viele Radwege befinden sich in einem unzumutbaren Zustand. Markierungen auf der Stra├če kosten viel weniger Geld als ein baulich abgetrennter Radweg. Zudem kommt es immer wieder zu Konflikten mit Fu├čg├Ąngern, wenn Radwege ├╝ber die B├╝rgersteige verlaufen. Vor allem aber stellen baulich abgetrennte Radwege ein gro├čes Sicherheitsrisiko dar, weil sie von der Stra├če nicht gut zu ├╝berschauen sind. Folglich kommt es hier immer wieder zu schweren Unf├Ąllen, wenn rechts abbiegende Autos Radfahrer nicht sehen und ├╝berrollen. Der BUND fordert deshalb Radstreifen auf der Stra├če statt herk├Âmmlicher Fahrradwege. Aber auch ohne Radstreifen sind Radfahrer auf der Stra├če oft sicherer als auf dem Radweg. Dort, wo Tempo 30 oder sogar nur Tempo 10 erlaubt ist, k├Ânnen Radler ganz einfach auf der Stra├če fahren, ohne eigene Markierungen oder gar abgetrennte Radwege. Deshalb setzt sich der BUND daf├╝r ein, in viel mehr Stra├čen als bisher Tempolimits zu verh├Ąngen ÔÇô und nat├╝rlich auch ihre Einhaltung zu kontrollieren. ├ťbrigens: Eine Pflicht, die Radwege zu benutzen, besteht nur dort, wo das runde blaue Radwegschild aufgestellt ist.

Um die Sicherheit an den Kreuzungen zu erh├Âhen, bieten sich sogenannte Radaufstellstreifen an, auf denen die Radfahrer vor den Autos auf Gr├╝n warten. Auf stark befahrenen Stra├čen haben sich spezielle Spuren bew├Ąhrt, auf denen Radfahrer unbehelligt von Rechtsabbiegern geradeaus fahren oder direkt links abbiegen k├Ânnen ÔÇô statt wie die Fu├čg├Ąnger zwei Ampeln ├╝berqueren zu m├╝ssen.

Platz f├╝r die umweltfreundlichen Verkehrsmittel

Es muss nicht immer der eigene Radstreifen sein ÔÇô schlie├člich d├╝rfen Radfahrer auch die Busspuren mitben├╝tzen. Um die Busspuren zu richtigen ÔÇ×UmweltspurenÔÇť aufzuwerten, fordert der BUND, sie wie am Kurf├╝rstendamm rund um die Uhr vom Autoverkehr freizuhalten (Taxen und Rettungsfahrzeuge ausgenommen). Der Modellversuch, LKW die Busspur mitbenutzen zu lassen (wie etwa auf der Potsdamer Stra├če) sollte mit R├╝cksicht auf die Sicherheit der Radler sofort aufgegeben werden!

Auf Fahrradstra├čen haben Fahrr├Ąder Vorrang und k├Ânnen beispielsweise nebeneinander fahren. Anlieger d├╝rfen Fahrradstra├čen mit dem Auto befahren, m├╝ssen sich bei der Geschwindigkeit aber den Radlern anpassen. In Berlin gibt es nur ein Dutzend Fahrradstra├čen. Der BUND fordert, mehr Nebenstra├čen mit hohem Radverkehrsaufkommen in Fahrradstra├čen umzuwandeln. Ziel ist es, ein dichtes Netz gut und sicher zu radelnder Strecken zu schaffen. Neben dem Berliner Senat, der ein berlinweites Fahrradroutennetz plant, stehen auch die Bezirke in der Pflicht, ihre Zentren durch ein Nebenroutennetz zu erschlie├čen.

Was zu tun ist

Welche Stra├čenabschnitte m├╝ssen asphaltiert werden? Wo brauchen wir Radstreifen? Welche Einbahnstra├čen sollten f├╝r Radler ge├Âffnet werden? Wo fehlen Verkehrsinseln oder Ampeln? Dies hat der BUND bereits 2005 f├╝r die Innenstadtbezirke in einem detaillierten Katalog festgehalten. Einige der Ma├čnahmen wurden in der Zwischenzeit bereits umgesetzt, viele andere Forderungen sind immer noch aktuell. BUND-Ma├čnahmenkatalog

2011 hat der BUND einen zweiten Ma├čnahmenkatalog, indem auf zahlreiche Netzl├╝cken hingewiesen wird, ver├Âffentlicht. BUND-Netzl├╝cken 2011

Schnellverbindungen und Vorrangrouten

Anders als in Regionen wie dem Ruhrgebiet gibt es in Berlin keine aufgegebenen Bahnstrecken, die sich als Schnellradwege eignen. Der BUND hat deshalb in einer Studie vom Fr├╝hjahr 2016 zwei Beispiele f├╝r besondere Radrouten herausgearbeitet, die ÔÇ×mittemangÔÇť durch die Stadt f├╝hren.

Studie ÔÇ×Wege f├╝r den Radverkehr III: Mittenmang ÔÇô Radschnellverbindung und Berliner Rad-VorrangrouteÔÇť

Radfahren in Gr├╝nanlagen

Wem geh├Âren die Wege durch die Berliner Gr├╝nanlagen ÔÇô  erholungsuchenden Fu├čg├Ąngern oder Radfahrern mit Vorliebe f├╝r sch├Âne Strecken durchs Gr├╝ne? Unter Ber├╝cksichtigung des Natur- und Denkmalschutzes formuliert der BUND Vorschl├Ąge, wie die unterschiedlichen Interessen miteinander vereinbart werden k├Ânnen. BUND-Position

Online-Routenplaner BBBike

Der Online-Routenplaner BBBike ber├╝cksichtigt Vorgaben wie ÔÇ×ohne KopfsteinpflasterÔÇť, ÔÇ×unbeleuchtete Wege meidenÔÇť oder ÔÇ×Nebenstra├čen bevorzugenÔÇť und berechnet die Fahrtzeit abh├Ąngig von der gew├╝nschten Durchschnittsgeschwindigkeit. Zum Routenplaner www.bbbike.de



Kontakt

Martin Schlegel

Referent f├╝r Verkehrspolitik

Telefon:

(030) 78 79 00-17

E-Mail: mschlegel[at]BUND-Berlin.de

Der Arbeitskreis Mobilit├Ąt

trifft sich donnerstags um 19 Uhr in der BUND-Landesgesch├Ąftsstelle. Verkehrspolitisch Interessierte sind jederzeit willkommen.

Die BUND-Fahrradstadtpl├Ąne f├╝r Berlin und Potsdam/Berlin-S├╝dwest zeigen, wo es sich gut radfahren l├Ąsst und wo nicht. Zur BestellungÔÇŽ


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