Sie befinden sich hier:

GrĂ¶ĂŸe ist nicht alles

Catalpa (Trompetenbaum) im Kleistpark

Der BUND ĂŒberprĂŒft die Liste der Berliner Naturdenkmale und formuliert neue Denkmalkriterien fĂŒr BĂ€ume

Schlösser, WohnhÀuser, Bahnhöfe oder Industriebauten: Eine Reihe bemerkenswerter Bauten steht in Berlin unter Denkmalschutz. Weniger bekannt ist, dass auch viele BÀume als Naturdenkmale unter Schutz stehen. Rund 600 BÀume nennt die Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen in
Berlin von 1993, sie stehen an Straßen, in PrivatgĂ€rten, auf Friedhöfen, KlinikgelĂ€nden und im Wald. Unter den geschĂŒtzten BĂ€umen sind viele Eichen und Linden, einige NadelbĂ€ume und zwei Efeus, schließlich geht es genau genommen nicht um BĂ€ume, sondern um Gehölze.

Mit UnterstĂŒtzung von Senat und Bezirken evaluiert der BUND derzeit diese Liste: Stehen die BĂ€ume ĂŒberhaupt noch und wo stehen sie genau? Wenn sie das fragliche Naturdenkmal identifiziert haben, fotografieren es BUND-Mitarbeiter und halten die GPS-Koordinaten fest – dies ist entscheidend, da in der bisherigen Liste oftmals vage Ortsbeschreibungen auftauchen wie etwa „GelĂ€nde der CharitĂ© nördlich der Chirurgie“.

Quercus (Eiche) in der Hasenheide

Standorte

Bis Ende des Jahres will der BUND die denkmalgeschĂŒtzten Gehölze verorten. In einigen FĂ€llen blieb allerdings nur festzustellen, dass der Baum fehlt. Naturdenkmale verschwinden aus verschiedenen GrĂŒnden: Neubau, Sorge um zu großen Pflegeaufwand fĂŒr alternde BĂ€ume oder schlichte Unkenntnis der GrundstĂŒckseigner um den Denkmalstatus. Gelegentlich ist es allerdings eher Starrsinn. So fiel vor wenigen Jahren eine Gleditschie im Vorgarten des Naturkundemuseums (!) der neuen Garageneinfahrt des Bundesverkehrsministeriums zum Opfer. Mit einer Verschwenkung der Auffahrt hĂ€tte man den Baum, den sein Namensgeber, der Botaniker Johann Gottlieb Gleditsch, im 18. Jahrhundert persönlich gepflanzt haben soll, retten können.

Wenn die Verortung der BĂ€ume abgeschlossen ist, werden die Daten auf den Interseiten der Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung veröffentlicht.

Quercus (Eiche) im Grunewald

Einzelschöpfung der Natur

Zudem wird der BUND weitere 200 bis 300 Gehölze vorschlagen, die den Denkmalstatus verdient hĂ€tten. Dabei stellt sich die Frage nach den Denkmalkriterien. Auf die Liste von 1993 schafften es neben BĂ€umen mit Eigennamen (Kaisereiche in Friedenau, Dicke Marie am Tegeler See) vor allem solche, die durch Höhe und Breite beeindrucken konnten. Der BUND plĂ€diert dafĂŒr, statt diesen Wuchskriterien den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes zu folgen und die SchutzwĂŒrdigkeit von BĂ€umen aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landeskundlichen GrĂŒnden
festzustellen oder weil Seltenheit, Eigenart oder Schönheit dafĂŒr sprechen – wobei Schönheit auch die Abweichung von der idealtypischen Gestalt bedeuten kann. Besonders dort, wo KrĂ€fte der Natur sichtbare und individuelle Spuren hinterlassen haben, kann von der im Bundesnaturschutzgesetz
erwĂ€hnten „Einzelschöpfung der Natur“ die Rede sein.

Wenn Sie Geschichten eines als Naturdenkmal geschĂŒtzten Baums kennen. Freuen wir uns ĂŒber Ihre Nachricht: christian.hoenig@BUND-Berlin.de



Kontakt

Herbert Lohner

Referent fĂŒr Naturschutz

Telefon:
(030) 78 79 00-24

E-Mail: lohner[at]BUND-Berlin.de

Was kann ich tun, wenn

  • BĂ€ume gefĂ€llt werden?
  • Wildschwein, WaschbĂ€r und Co auftauchen?
  • Schwalbennester abgeschlagen werden?

Warum der "Alleskönner" Baum so wichtig ist

Schließen Sie sich der BUND-Kampagne an!

Unterschriften-Aktion

Sagen Sie der Berliner Politik Ihre Meinung und helfen Sie mit, den Baumschutz in Berlin zu verbessern! Laden Sie unsere Unterschriftenliste herunter. Download: Liste (pdf)

AusgefĂŒllte Listen bitte an:

BUND
Stichwort: "Baumschutz"
Crellestr. 35
10827 Berlin

Das baumschlau-Drehfix

Mit einem Dreh BĂ€ume bestimmen. Lern-Spielzeug fĂŒr Kinder ab dem Lesealter. Zu Bestellen bei unseren Publikationen.


zur Suchfunktion Suche

Metanavigation: