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Wald in Berlin: die gr√ľne Lunge der Gro√üstadt

Foto: © BUND Berlin

Berlin besteht nicht nur aus Stra√üen und hohen H√§usern. Immerhin ein F√ľnftel der Stadtfl√§che ist mit Wald bedeckt. Er verbessert das Klima in und um Berlin, h√§lt das Wasser im Boden und ist wichtiger Lebensraum f√ľr gef√§hrdete Tier- und Pflanzenarten. Zugleich ist der Wald f√ľr viele Berliner ein Ort der Erholung. 

Auch aus einem anderen Grund ist der Berliner Wald etwas Besonderes: 2002 erhielt er das Zertifikat des Forst Stewadship Council (FSC). Das FSC ist eine internationale Organisation, die sich f√ľr eine nachhaltige und √∂kologische Waldwirtschaft einsetzt. Zus√§tzlich sind die Berliner W√§lder nach den anspruchsvollen Naturland-Kriterien zertifiziert. Damit besteht die Verpflichtung, den Wald auch zuk√ľnftig nach den von diesen Organisationen festgelegten Richtlinien f√ľr eine nachhaltige und √∂kologische Waldwirtschaft zu behandeln, was auch j√§hrlich kontrolliert wird.

Es gibt jedoch zahlreiche Faktoren, die dem Wald zusetzen. Dazu z√§hlen nicht allein sich durch den Klimawandel ver√§ndernde Temperaturen und Niederschlagsmengen. Vor allem der Stra√üenverkehr belastet den Wald mit Schadstoffen. Obwohl diese Tatsache auch dem Senat f√ľr Stadtentwicklung bekannt ist, kann er sich nicht dazu durchringen, Durchfahrtsstra√üen zu sperren, auch wenn es durchaus M√∂glichkeiten gibt, die betroffenen Waldgebiete zu umfahren.

Berliner Wald

Entschiedene B√ľrger und eine darauf reagierende Stadtverwaltung sicherten den Wald f√ľr Berlin vor √ľber 100 Jahren mit einem Dauerwaldvertrag. Heute m√ľssen wir daf√ľr k√§mpfen, dieses Potenzial zu erhalten und den Wald so zu bewirtschaften, dass er f√ľr Naturschutz, Erholung und Naturhaushalt bedeutsam bleibt. Naturnaher Waldbau, FSC-Zertifizierung und Referenzfl√§chen sind die Felder, in denen der BUND sich engagiert. Mehr...

Totholz als wertvoller Lebensraum

Hirschkäfer-Weibchen ©kamalajoerg/PIXELIO.de

Hinzu kommt: Weil die Berliner gerne im Wald spazieren gehen, herrscht in den Forstverwaltungen die Sorge, es k√∂nnte jemand durch herabfallende √Ąste verletzt werden. Um dem vorzubeugen, werden B√§ume entlang der Spazierwege oft gro√üz√ľgig beschnitten. Das aber schadet oftmals sowohl den B√§umen als auch der √Ėkologie des Waldes. Denn in den abgestorbenen √Ąsten und alten B√§umen leben zahlreiche Insektenarten, beispielsweise K√§fer wie der Heldbock oder der Eremit. Ihnen wird die Lebensgrundlage entzogen, wenn gro√ür√§umig das so genannte "Totholz" aus dem Wald entfernt wird. Um so wichtiger ist, dass der Berliner Wald weiterhin vom FSC zertifiziert wird, weil damit die Auflage verbunden ist, dass ein Teil des Totholzes im Wald bleiben muss. Da die Zertifizierung Geld kostet, fordert der BUND den Senat auf, entsprechende Finanzmittel vorzuhalten und sich aktiv daf√ľr einzusetzen, dass das G√ľtezeichen f√ľr den Berliner Wald erhalten bleibt.

Der BUND setzt sich f√ľr den Schutz der Berliner Waldfl√§chen ein. Der Wald insgesamt muss davor bewahrt werden, noch weiter bebaut zu werden - im Gegenteil: Statt den (Aus)Bau von Golfpl√§tzen, Gastst√§tten oder auch Stra√üen in Waldgebieten zu genehmigen, sollten stattdessen wann immer es sich anbietet Fl√§chen entsiegelt und dem Wald zugeschlagen werden. Dar√ľber hinaus muss der Senat unter allen Umst√§nden darauf verzichten, wegen Haushaltsengp√§ssen oder aus anderen √úberlegungen heraus Waldfl√§chen zu verkaufen, die zwar dem Land Berlin geh√∂ren, aber in Brandenburg liegen.

Aus- und Fortbildung zum Thema Wald muss verstärkt werden

Und schlie√ülich unterst√ľtzt der BUND weiterhin die Berliner Waldschulen und die Waldp√§dagogik allgemein. Wir erwarten auch vom Senat, dass er sich st√§rker als bisher daf√ľr einsetzt, dass Kinder und Jugendliche auf diese Weise mehr √ľber die Bedeutung und die √∂kologischen Zusammenh√§nge des Waldes erfahren. Dar√ľber hinaus m√ľssen die Berliner Forsten daf√ľr sorgen, dass ihre Mitarbeiter zum Thema √∂kologische Waldbewirtschaftung regelm√§√üig geschult werden. Nur so kann es gelingen, einen intakten und √∂kologisch wertvollen Wald auch in Zukunft zu erhalten!

 



Kontakt

Ansprechpartnerin: Dr. Angela von L√ľhrte

E-Mail:
akwald[at]BUND-Berlin.de

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