Hinzu kommt: Weil die Berliner gerne im Wald spazieren gehen, herrscht in den Forstverwaltungen die Sorge, es könnte jemand durch herabfallende Äste verletzt werden. Um dem vorzubeugen, werden Bäume entlang der Spazierwege oft großzügig beschnitten. Das aber schadet oftmals sowohl den Bäumen als auch der Ökologie des Waldes. Denn in den abgestorbenen Ästen und alten Bäumen leben zahlreiche Insektenarten, beispielsweise Käfer wie der Heldbock oder der Eremit. Ihnen wird die Lebensgrundlage entzogen, wenn großräumig das so genannte "Totholz" aus dem Wald entfernt wird. Um so wichtiger ist, dass der Berliner Wald weiterhin vom FSC zertifiziert wird, weil damit die Auflage verbunden ist, dass ein Teil des Totholzes im Wald bleiben muss. Da die Zertifizierung Geld kostet, fordert der BUND den Senat auf, entsprechende Finanzmittel vorzuhalten und sich aktiv dafür einzusetzen, dass das Gütezeichen für den Berliner Wald erhalten bleibt.
Der BUND setzt sich für den Schutz der Berliner Waldflächen ein. Der Wald insgesamt muss davor bewahrt werden, noch weiter bebaut zu werden - im Gegenteil: Statt den (Aus)Bau von Golfplätzen, Gaststätten oder auch Straßen in Waldgebieten zu genehmigen, sollten stattdessen wann immer es sich anbietet Flächen entsiegelt und dem Wald zugeschlagen werden. Darüber hinaus muss der Senat unter allen Umständen darauf verzichten, wegen Haushaltsengpässen oder aus anderen Überlegungen heraus Waldflächen zu verkaufen, die zwar dem Land Berlin gehören, aber in Brandenburg liegen.
Aus- und Fortbildung zum Thema Wald muss verstärkt werden
Und schließlich unterstützt der BUND weiterhin die Berliner Waldschulen und die Waldpädagogik allgemein. Wir erwarten auch vom Senat, dass er sich stärker als bisher dafür einsetzt, dass Kinder und Jugendliche auf diese Weise mehr über die Bedeutung und die ökologischen Zusammenhänge des Waldes erfahren. Darüber hinaus müssen die Berliner Forsten dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter zum Thema ökologische Waldbewirtschaftung regelmäßig geschult werden. Nur so kann es gelingen, einen intakten und ökologisch wertvollen Wald auch in Zukunft zu erhalten!