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Stadtbrachen - Wildnis im urbanen Raum

Foto: © BUND Berlin

Berlin hat als Stadt in Folge des zweiten Weltkrieges und durch die Teilung in Ost und West eine besondere Entwicklung genommen. Teil davon ist, dass die Stadt zahlreiche innerstädtische Brachen – alte Bahnflächen, Industriegebiete, Grenzstreifen – aufweist, auf denen sich vielfältige Natur entwickeln konnte.

Stadtlandschaften         

Anders als in vielen anderen Städten, in denen jeder Flecken intensiv genutzt wurde, bestand hier für die Vegetation und die Tierwelt die Möglichkeit sich teils über Jahrzehnte fast ungestört zu entfalten. Besonders gut ist dies noch auf dem Südgelände oder auf dem ehemaligen Nordbahnhof zu sehen. Hier zeigt sich, dass Natur nicht immer gehegt und gepflegt werden muss, um vielfältig und eindrucksvoll zu sein, sondern dass sie auf Basis ihrer eigenen Dynamik, durch ihre eigenen Entwicklungen und Regulationsmechanismen stabile und interessante Stadt-Landschaften hervorbringt, die oft auch seltenen Arten Lebensraum bietet und vor allem ohne Düngung, Pestizide, Laubbläser und Bewässerung städtische Grünflächen ermöglicht.

Diese Brachen sind wertvolle Naturräume gerade in der Stadt. Hier müssen wir deutlich machen, dass städtische Grünanlagen nicht das verlängerte Wohnzimmer sind, das von naturunverständigen Architekten „designed“ wird, sondern dass sie eine Alternative zur gebauten Wohnung, zur gebauten Struktur sind, in der wir gerade etwas anderes erleben und erfahren als auf planen keimfreien Böden mit senkrechten sterilen Wänden.

Ă„mter mĂĽssen anders pflegen

Vor diesem Hintergrund befürworten wir nicht nur den unbedingten Erhalt dieser „wilden“ Brachflächen, sondern auch eine Änderung in der Pflegepraxis der Gartenbauämter: wenn auch die Blumenrabatten des Pariser Platzes intensiver Pflege benötigen, so ist dies bei den meisten Parkanlagen nicht nötig. Hier sollten mindestens bestimmte Bereiche immer nur extensiv gepflegt werden, denn auch hier lässt sich dann als Stadtbewohner erkennen, welche mächtigen Selbstregulierungsprozesse in der Natur vorherrschen, welche Formen- und Artenvielfalt in der Natur möglich sind. Dies aber ist nötig, wenn wir als Städter Natur verstehen wollen: wir müssen direkt erfahren, was Natur kann und vermag, dass Natur nicht die Balkonbepflanzung, der Streichelzoo oder die Tiersendung im Fernsehen ist, sondern die entscheidende, vom Menschen unabhängige Kraft, die den grünen Mantel unseres Planeten formt.

Deswegen fordert der BUND:

  • In allen größeren Parkanlagen mĂĽssen extensiv gepflegte Bereiche ausgewiesen werden
  • Stadtbrachen mĂĽssen erhalten werden
  • Parkflächen dĂĽrfen nicht nach Architekturmuster gestaltet werden.


Essay "Urbane Wildnis" (7 Seiten)




Was kann ich tun, wenn

  • Bäume gefällt werden?
  • Wildschwein, Waschbär und Co auftauchen?
  • Schwalbennester abgeschlagen werden?

Der Arbeitskreis trifft sich jeden 1. Montag im Monat um 18 Uhr beim BUND.

Sie sind herzlich eingeladen mitzumachen!

Kontakt ĂĽber den AK-Sprecher Andreas Faensen-Thiebes:

faensen-thiebes[at]t-online.de


Was macht der AK?

Kontakt

Herbert Lohner

Referent fĂĽr Naturschutz

Telefon:
(030) 78 79 00-24

E-Mail: lohner[at]BUND-Berlin.de

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