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24. Juni 2013

BSR-„Ökotarif“ muss sich den Namen erst verdienen

Neues Tarifsystem mindert ökologische Effekte

Info 20/ Berlin, 19. Juni 2013: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) kritisiert das neue Tarifsystem der BSR in der bisher vorgestellten Form: Es ist nicht ersichtlich, zu welchen zusätzlichen ökologischen Maßnahmen die Änderung führen soll. Außerdem sorgt die BSR mit der Senkung der Gebühren für die graue Restmülltonne dafür, dass sich Mülltrennen und Abfallvermeidung weniger lohnen.

„Die Einführung einer Grundgebühr bedeutet, dass die BerlinerInnen finanziell weniger davon haben, wenn sie ihre Abfälle richtig sortieren und in die kostenfreien Wertstofftonnen werfen. Je mehr Wertstoffe aber in der Restmülltonne landen, desto weniger kann hochwertig recycelt werden. Das kann nicht im Sinne der Umwelt sein. Wir fordern die BSR daher auf, die Grundgebühr nicht nur werbewirksam „Ökotarif“ zu nennen, sondern sie auch zu einem solchen zu machen. Dazu muss zumindest die Biotonne entgeltfrei gestellt werden und wir brauchen einen echten Fortschritt bei der haushaltsnahen Sammlung von Elektrokleingeräten “, so Tobias Quast, Abfallreferent beim BUND Berlin.

Der Aufsichtsrat der BSR hatte vor zwei Tagen beschlossen, ab 2015 die neue Tarifstruktur einzuführen. Damit würde die Differenz zwischen den Preisen für die Restmülltonne und den kostengünstigeren Wertstofftonnen sinken, der finanzielle Anreiz zur richtigen Mülltrennung ebenso. Mit dem Beschluss widersprechen der BSR-Aufsichtsrat und mit ihm seine Mitglieder des Berliner Senats Beschlüssen des Abgeordnetenhauses und den Vorgaben des Berliner Abfallwirtschaftskonzepts: Dieses verspricht, Tarifanreize zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen zu schaffen.
Die Biotonne sollte nach dem für die Berliner Abfallwirtschaft verbindlichen Papier schon 2013 kostenfrei werden. Die neuen Tarifpläne der BSR weisen dagegen in eine andere Richtung, zulasten der Umwelt und vieler ökologisch bewusster Mülltrenner in der Stadt.

Für Rückfragen:
BUND-Pressestelle, Carmen Schultze    fon: (030) 78 79 00-12

Tobias Quast, Abfallreferent                   fon: (030) 78 79 00-38     





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