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24. MĂ€rz 2015

BUND: Der Traum einer sauberen Spree ist auch mit Abwassertanks nicht zu verwirklichen

Info 3/ Berlin, 24. MĂ€rz 2015: AnlĂ€sslich der Überlegungen des Senats, die Abwassertanks im Osthafen zu ĂŒbernehmen, rĂ€t der BUND dringend von einem Ankauf der Abwasserspeicher Pilotanlage der Luri Watersystems GmbH an der Stralauer Allee ab. Mit den 1,6 Mio. Euro sind zweifellos nachhaltigere Maßnahmen denkbar.

Das Versprechen des Unternehmens, den Berlinern eine saubere Spree zurĂŒckzugeben, kann nicht eingelöst werden, da die Tanks nur einen Teil des Problems lösen, nĂ€mlich die Regenwasser-ĂŒberlĂ€ufe im Osthafen aufzufangen. Davon unabhĂ€ngig werden aber nach wie vor MedikamentenrĂŒckstĂ€nde und Keime aus dem KlĂ€rwerk MĂŒnchehofe in die Spree gelangen, weil sie nicht rausgefiltert werden. Außerdem ist die Spree unabhĂ€ngig von den RegenĂŒberlĂ€ufen stark mit Phosphaten und Stickstoff belastet, was im Wesentlichen das Algenwachstum begĂŒnstigt.

„Der Traum einer sauberen Spree mit BadewasserqualitĂ€t kann erst erreicht werden, wenn zusĂ€tzlich zu den RegenĂŒberlĂ€ufen die NĂ€hrstoff- (Phoshat- und StickstoffdĂŒnger) und Schadstofffracht (Pestizide) aus der Brandenburger Landwirtschaft, entsprechend reduziert und die Keime und MedikamentenrĂŒckstĂ€nde vor allem des KlĂ€rwerkes MĂŒnchehofe rausgefiltert werden,“ so Winfried LĂŒcking, Leiter des BUND FlussbĂŒros. „Ungeachtet davon haben wir mit einer bedenklichen Belastung durch den steigenden Sulfatgehalt aus dem Braunkohletagebau zu tun, die auch noch weiter zunehmen wird.“


FĂŒr das Problem der RegenĂŒberlĂ€ufe ist ein Programm der Berliner Wasserbetriebe (BWB) aufgelegt worden, um mehr unterirdischen Stauraum zu schaffen. Dies ist bereits zu zwei Dritteln umgesetzt worden. UnabhĂ€ngig von der Umsetzung dieses Projektes werden die Maßnahmen zweifellos nicht ausreichen. Im diesem Sinne muss ein weiterer Um-/Ausbau erfolgen, um die Vorgaben der europĂ€ischen Wasserrahmenrichtlinie erfĂŒllen zu können. Da die Starkregenereignisse zukĂŒnftig auf Grund des Klimawandels zunehmen werden, sollten zusĂ€tzliche innerstĂ€tische Maßnahmen, wie RĂŒcknahme der FlĂ€chenversiegelungen und ein DachbegrĂŒnungskonzept in Angriff genommen werden, was fĂŒr ein ausgeglicheneres Stadtklima sorgen wird.


Davon abgesehen verschandeln die Tanks das Landschaftsbild der Spree. Der BUND schließt sich der Sicht des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg an, dass diesem Vorhaben erhebliche öffentliche Belange entgegenstehen. Als beeintrĂ€chtigte öffentliche Belange sind hier der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes, der Erhalt der natĂŒrlichen Eigenart der Landschaft sowie der Erhalt der Funktion als Erholungsgebiet anzufĂŒhren.
 

FĂŒr RĂŒckfragen:
BUND-Pressestelle, Carmen Schultze    fon: (030) 78 79 00-12
Winfried LĂŒcking, Leiter BUND FlussbĂŒro  0160-8293414                                                      





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