Sie befinden sich hier:
19. März 2014

BUND: Grundwasserabsenkung schädigt Natur und verursacht ewige Kosten

Info 6/ Berlin, 19. März 2014: Die IHK Berlin, Verbände der Grundbesitzer und der Wohnungswirtschaft haben heute vom Senat ein Grundwassermanagement für Berlin gefordert, mit dem durch eine gezielte Absenkung des Grundwasserspiegels Gebäudeschäden durch eindringendes Wasser vermieden werden sollen.

Beim Berliner Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) stieß diese Forderung auf harte Kritik, da bei ihrer Umsetzung Natur geschädigt und dem Steuerzahler hohe Kosten aufgebürdet würden. Die Probleme durch eindringendes Grundwasser seien durch gravierende Fehler beim Bau der betroffenen Gebäude verursacht worden. Die Bauherren hätten die Bauten entsprechend dem höchsten zu erwartenden natürlichen Grundwasserstand ausstatten müssen. Dies sei auch die Regel, weswegen selbst in den am stärksten betroffenen Gebieten wie Kaulsdorf oder Johannisthal / Rudow weniger als 2% der Gebäude tatsächlich nasse Keller hätten.

Der Umweltverband warnte, dass die von der IHK und den Verbänden der Wohnungswirtschaft und Grundeigentümern geforderte Senkung des Grundwasserspiegels erhebliche Schäden an der Vegetation in den  Wäldern, Mooren und anderen wertvollen Feuchtgebieten Berlins wie z.B. dem Spandauer Forst oder dem Köpenicker Waldgebiet verursachen würde. Seit langem sei dort vor allem aufgrund der Trinkwasserförderung das Grundwasser unter ein ökologisch verträgliches Maß abgesunken.
In der Innenstadt würden von einem höheren Grundwasserstand vor allem in heißen Sommern Straßenbäume und Grünanlagen profitieren, dies sei in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig.
Zudem würden mit einer künstlichen Absenkung des Grundwasserspiegels die Fehler und Probleme der Bauherren und Eigentümer, die sich nicht an eine fachgerechte Bauausführung gehalten hätten, auf die Allgemeinheit abgewälzt. Denn eine Absenkung gehe nicht nur mit Naturzerstörung einher, die Kosten von bis zu 90 Mio. € pro Jahr müssten vom Steuerzahler getragen werden.

Der Vorschlag der IHK widerspräche nicht nur der Biodiversitätsstrategie des Senats, die den Schutz dieser grundwasserabhängigen Ökosysteme verlange, sondern auch jedem Gerechtigkeits- und Verantwortungsgedanken. Der BUND Berlin forderte vom Berliner Senat und Abgeordnetenhaus, dem Druck durch die IHK und den Grundbesitzer-Verbänden nicht nachzugeben, sondern das Grundwassermanagement im Sinne des Naturschutzes und des sparsamen Umgangs mit öffentlichen Geldern zu gestalten.

Hintergrundpapier (3 Seiten)

Für Rückfragen:
BUND-Pressestelle, Carmen Schultze    fon: (030) 78 79 00-12
Manfred Krauß, BUND-Vorstand             fon: (030) 322 22 91





zur Suchfunktion Suche

Metanavigation: