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29. Februar 2016

BUND legt Eckpunkte eines Berliner Luftverkehrskonzepts vor:

Bundesregierung und Berliner Senat versagen bei Klimaschutz, Verlagerung von KurzstreckenflĂŒgen und einem guten LĂ€rmschutz

Info 7/Berlin, 29. Februar 2016: Der Berliner Landesverband des Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) hat in einem heute vorgelegten Konzept zum Luftverkehr die Bundesregierung und den Berliner Senat aufgefordert, endlich wirksame Maßnahmen gegen das ungehemmte Wachstum des Luftverkehrs zu ergreifen. Ansonsten könnten die Klimaschutzziele der Bundesregierung und des Landes Berlin nicht erreicht werden, zudem sei eine weitere Belastung von Anwohnern durch FluglĂ€rm zu erwarten.

Tilmann Heuser, LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des BUND Berlin: „Es ist absurd, dass noch vor der Eröffnung des neuen Flughafen BER der weitere Ausbau einer dritten Bahn und ein Ausbau der KapazitĂ€ten gefordert wird. Eine Politik des ungehemmten Ausbau des Luftverkehrs ist weder klima- und umweltpolitisch noch ökonomisch sinnvoll.“

Das BUND-Luftverkehrskonzept beschreibt die Hausaufgaben, die Bundesregierung und Berliner Senat endlich machen mĂŒssen statt weiterhin ĂŒber den nicht tragbaren Ausbau des BER zu diskutieren: KurzstreckenflĂŒge auf die Schiene verlagern, den Flugverkehr in Klimaschutzkonzepte einbinden und die Gesundheit der Anwohner durch eine moderne Entgeltstruktur fĂŒr laute Flugzeuge und eine Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr zu schĂŒtzen.“

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik des BUND Bundesverbandes: „Es ist zwar erfreulich, dass im neuen Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm der Luftverkehr als "Exkurs" angerissen wurde. Aber der Erkenntnis, dass der Luftverkehr schon 2012 fĂŒr 40% der Treibhauseffekte des Verkehrssektors insgesamt verantwortlich war, mĂŒssen konkrete Maßnahmen folgen, die im BUND-Konzept benannt werden.“

WĂŒrden dem Luftverkehr seine Klimakosten angelastet, wĂŒrde deutlich weniger geflogen. Bis dahin schlĂ€gt der BUND eine verpflichtende CO2-Kompension nach dem Gold-Standard fĂŒr die FlĂŒge von Berlin aus vor.

Zur Entlastung des BER bestĂŒnde ein Verlagerungspotenzial auf die Schiene von 30.000 bis 55.000 FlĂŒge vom BER pro Jahr, da viele Flugziele innerhalb von vier Stunden auch mit dem ICE erreichbar sind.  Auch eine Kooperation mit Airport Leipzig-Halle wĂ€re eine bessere Lösung als weitere Steuergelder in zusĂ€tzliche Ausbaumaßnahmen zu stecken, die sich niemals ĂŒber die Flughafenentgelte refinanzieren ließen.

Zudem werde in Berlin nicht genĂŒgend unternommen, um die Anwohner vor FluglĂ€rm zu schĂŒtzen.
GĂŒnter Treudt, Luftverkehrsexperte des BUND Berlin: „Die lĂ€rmabhĂ€ngigen Entgelte am BER mĂŒssen sich kĂŒnftig an den vorbildlichen Regelungen am Flughafen Frankfurt orientieren: Die LĂ€rmentgelte sollten in ein-Dezibel-Schritten gestaffelt und so stark wie möglich gespreizt werden. Eine LĂ€rmobergrenze, wie sie in Frankfurt diskutiert werde, muss sicherstellen, dass der LĂ€rm auch bei einer wachsenden Zahl von Flugbewegungen durch Ausschöpfung des technischen Fortschritts nicht ansteige.“

Nachdem die TrĂ€ume von einem Luftdrehkreuz jetzt auch von der Berliner Politik aufgegeben worden seien, fordert der BUND  ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Der Schutz der Gesundheit mĂŒsse Vorrang haben. Dies sei auch die Vorgabe des Luftverkehrsgesetzes.

Weitere VorschlĂ€ge des BUND-Luftverkehrskonzepts erfordern AktivitĂ€ten des Berliner Senats auf Bundesebene: Derzeit werde auf der internationalen Ebene ĂŒber den Einsatz ökonomischer Instrumente beraten. Der Senat sollte sich dafĂŒr einsetzen, dass dem Flugverkehr seine externen Kosten ĂŒber eine Klimaabgabe angelastet und endlich das Verbot der Betriebssubventionen von RegionalflughĂ€fen eingehalten wird. Damit er das glaubwĂŒrdig tun kann, muss er die „verkehrsfördernden Maßnahmen“ durch Subventionen bzw. GebĂŒhrennachlĂ€sse in der Entgeltordnung des BER streichen.

BUND-Flugverkehrskonzept unter: www.bund-berlin.de/bund_berlinde/home/mobilitaet_und_verkehr/flugverkehr.html


FĂŒr RĂŒckfragen:
BUND-Pressestelle, Carmen Schultze    fon: (030) 78 79 00-12
                                                    mobil 0179- 5 93  59 12
Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitikdes BUND (Bundesverband):
                                     fon (030)/27586435 mobil 0173/6071601
Tilmann Heuser, LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer BUND Berlin: 0177-78 79 013
GĂŒnter Treudt, Flugverkehrsexperte des BUND Berlin: (030) 65018560





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