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29. November 2016

„Ich will meine Altglastonne zurück!“

BUND ruft Berliner*innen auf, Rückkehr und langfristigen Erhalt ihrer Altglastonnen im Hof einzufordern

Info 28 / Berlin, 29. November 2016: Mit seiner Aktion „Meine Altglastonne“ ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) die Berliner*innen zum Widerstand gegen den Abzug ihrer Hoftonnen für Glas durch die dualen Systeme auf. Über die Aktionsseite www.meine-altglastonne.de können Protestbriefe an alle zuständigen Unternehmen gesandt werden.

Ende 2013 veranlasste das für die Glaserfassung verantwortliche Duale System Deutschland (DSD, Grüner Punkt) den Abzug zahlreicher Tonnen in Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf. Gerade ältere und körperlich eingeschränkte Menschen können die längeren Strecken zum Straßencontainer oft nicht bewältigen. Die Folge: In den betroffenen Bezirken wurde etwa 20 Prozent weniger Altglas getrennt erfasst und recycelt. Zahlreiche leere Flaschen und Gläser landen im Restmüll. Das (energie-)aufwendig produzierte Glas wird verbrannt, die Ressourcen sind verloren.

Studien zufolge bedeutet jede Tonne Altglas, die übers Iglusystem weniger eingesammelt und verwertet wurde, eine zusätzliche Klimabelastung von fast einer halben Tonne CO2 pro Jahr. Damit wurden in den Jahren 2014 bis 2016 zusätzliche Emissionen in Höhe von über 4.000 Tonnen CO2  verursacht. Jedes weitere Jahr bedeutet weitere über 1.300 Tonnen weniger CO2-Einsparung. Ein enormer Verlust für den Klima- und Umweltschutz!

Alle drei Jahre werden die vier Berliner Sammelgebiete von den dualen Systemen neu ausgeschrieben. Dabei können jedes Mal neue Kriterien für die Erfassung festgelegt werden. Ein weiterer Abzug von Hoftonnen scheint daher jeder Zeit möglich – und mit ihm weitere negative Konsequenzen für den Klimaschutz in der Hauptstadt.

Der BUND Berlin fordert von den für die Glaserfassung verantwortlichen dualen Systemen die Rückkehr zum über Jahrzehnte bewährten Berliner Sammelsystem für Altglas über Hoftonnen sowie dessen langfristigen Erhalt in der ganzen Stadt. Verschließbare und mit Einwurflöchern versehene Tonnendeckel sollen die Qualität des Berliner Altglases erhöhen. Fragen motivierter Mülltrenner müssen klar und zügig beantwortet werden. Weder Keramik, Steingut und Porzellan noch Trinkgläser, Aquarien oder Glühbirnen sollten im Altglas landen. Dafür sind eine eindeutige Kennzeichnung auf den Tonnen und eine Intensivierung der Abfallberatung nötig.

Die dualen Systeme begründen ihr Handeln mit der Sorge um die Berliner Altglasqualität. – Doch ist diese Sorge echt?
„Wer sich ernsthaft um eine Verbesserung der Qualität des Berliner Altglases bemüht, muss für eine gute Information und hohe Akzeptanz der Bürger*innen für das Trennsystem sorgen“ erklärt BUND-Abfallexperte Daniel Affelt, „die dualen Systeme wollen dagegen nicht nur weitere Hoftonnen durch Straßeniglus ersetzen, sondern zugleich die Mittel für Abfallberatung, Öffentlichkeitsarbeit und Säuberung der Straßencontainerstellplätze in Berlin drastisch kürzen.“

Seit Jahren bereits sind das privatwirtschaftlich organisierte System zur Verpackungsentsorgung und seine Akteure, die dualen Systeme, in der Krise. „Die finanziellen Engpässe der Unternehmen dürfen nicht zu Lasten von Bürger*innen und Umwelt gehen. Wir appellieren an alle Berliner*innen, von den dualen Systemen ihre Verantwortung für eine möglichst umweltschonende Verwertung von Verpackungen einzufordern“ so Affelt weiter, „bitte verbreiten Sie daher unseren Aufruf zur Rückkehr bzw. zum Erhalt der Hoftonnen für Altglas in der ganzen Stadt!“

Zu den Briefentwürfen des BUND für den Protest gegen das Handeln der dualen Systeme gelangen betroffene und interessierte Bürger*innen unter www.meine-altglastonne.de.


Für Rückfragen:

Tobias Quast und Daniel Affelt, BUND-Abfallexperten
fon: (030) 78 79 00-55; 0177 / 33 99 658





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