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19. November 2015

Sulfat aus Vattenfalls Tagebaue belastet zunehmend Berliner Trinkwasser

Kohleausstieg Berlin und 17.000 B├╝rger fordern verpflichtende Ma├čnahmen

Info 29/19.11.2015: Im Vorfeld des morgigen Krisengipfels zwischen Berlin und Brandenburg zur Sulfatbelastung der Spree fordert das B├╝ndnis Kohleausstieg Berlin umgehend verpflichtende Ma├čnahmen zur Eind├Ąmmung des Sulfatgehaltes. Bereits ├╝ber 17.000 Unterzeichner einer Petition schlie├čen sich der Forderung an beide Landesregierungen an. Auch Vattenfall muss Verantwortung ├╝bernehmen und f├╝r entstehende Folgekosten aufkommen. Weitere Tagebaue sind nicht hinnehmbar.

Der steigende Sulfatgehalt in der Spree wird f├╝r Berlin zum Problem, denn die Hauptstadt, die sich als einzige Metropole in Europa autark mit Trinkwasser versorgt, gewinnt zum gr├Â├čten Teil ihres Trinkwassers als Uferfiltrat aus der Spree. Laut Trinkwasserverordnung darf dabei der geltende Grenzwert von 250 Milligramm Sulfat pro Liter nicht ├╝berschritten werden. Doch genau dies droht. Das durch den Braunkohlenbergbau in die Spree eingetragene unsichtbare Sulfat entstammt zu 60-70 % aus den aktiven Tagebauen von Vattenfall. Die Entfernung des Sulfates aus dem Wasser ist aufwendig und mit hohen Kosten verbunden. Laut Auskunft des Berliner Senates k├Ânnte es dadurch zu einer Erh├Âhung der Wasserpreise von bis zu 10 Cent je Kubikmeter kommen.

ÔÇ×Die brandenburgische Landesregierung k├Ânnte das Problem an der Wurzel bek├Ąmpfen, weigert sich aber bisher echte Ma├čnahmen zu ergreifen. Das Wasserrecht erm├Âglicht ausdr├╝cklich auch nachtr├Ąglich Auflagen f├╝r die Vattenfall-Tagebaue. So k├Ânnten die Kippen direkt w├Ąhrend des Tagebaubetriebes behandelt werden, damit das Sulfat gar nicht erst frei wird. Wenn das Vattenfall zu teuer ist, d├╝rfen die Folgen nicht den Trinkwasserkunden aufgeb├╝rdet werden.ÔÇť erkl├Ąrt Ren├ę Schuster von der GR├ťNEN LIGA in Cottbus, der die Umweltverb├Ąnde im Brandenburgischen Braunkohlenausschuss vertritt.

Winfried L├╝cking, Gew├Ąsserexperte beim BUND Berlin erg├Ąnzt dazu: ÔÇ×Bei den wasserrechtlichen Genehmigungen f├╝r den Bergbau m├╝ssten endlich strenge Sulfat-Grenzwerte eingef├╝hrt werden. Nur so kann Vattenfall gezwungen werden das Grubenwasser von Sulfat zu reinigen. Das Einbringen von sulfatbelastetem Wasser ins Grundwasser stellt dagegen eine  zus├Ątzliche Gef├Ąhrdung der Gew├Ąsser dar, genauso wie das Umleiten in Nei├če und Oder. Auch der vereinbarte Spreezufluss von 8 m┬│/sec nach Berlin muss garantiert werdenÔÇť.

Wie wichtig das Thema den Berliner*innen ist, zeigt eine online-Petition von Kohleausstieg Berlin. Auf der Petitionsplattform we act von campact haben bereits ├╝ber 17.000 Personen unterschrieben. ÔÇ×Dies ist ein deutliches Signal an die Politik das Thema nicht weiter zu verschleppen, sondern jetzt konkrete Ma├čnahmen zu ergreifen. Zudem muss Vattenfall f├╝r die entstehenden Kosten geradestehen. Es darf nicht sein, dass die Berliner*innen auf den Kosten sitzen bleibenÔÇť, erkl├Ąrt Stefan Taschner von B├╝rgerBegehren Klimaschutz f├╝r das B├╝ndnis Kohleausstieg Berlin.

Kontakt:

Kohleausstieg Berlin                            BUND Pressestelle:
Stefan Taschner                                   Carmen Schultze
0176 24787213                                   030-78 79 00 12 o. 0179 593 59 12


Kohleausstieg Berlin setzt sich zusammen aus Vertreter*innen verschiedener klimapolitisch aktiven Organisationen. Momentan z├Ąhlen zu den Kohleausteiger*innen: Attac Berlin, BUND Berlin, B├╝rgerBegehren Klimaschutz, gegenstromberlin, Greenpeace Berlin, GR├ťNE LIGA Berlin, Fossil Free Berlin, NaturFreunde Berlin und PowerShift.

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