Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!
Das Problem
Jeden Sommer spüren wir es stärker: Hitzewellen, tropische Nächte, kaum Abkühlung, besonders in der dicht bebauten Innenstadt Berlins. Allein von 2022 bis 2024 sind in Berlin über 600 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Das sind fünfmal so viele wie bei Verkehrsunfällen im selben Zeitraum. Der Zusammenhang ist eindeutig: Heiße Sommer fordern Menschenleben – jetzt schon. Parks, Wälder, Wiesen, aber auch Friedhöfe und Kleingärten hingegen kühlen unsere Städte, verbessern die Luft, machen die Stadt leise und schützen unsere Gesundheit. Sie sind unsere natürlichen Klimaanlagen. Das ist wissenschaftlich belegt. Deshalb müssen wir sie erhalten und neue Grünflächen fördern.
Doch unsere grünen Flächen sind bedroht: Die Berliner Landesregierung – federführend der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, CDU und Christian Gaebler, SPD (Senator für Stadtentwicklung) – sowie viele Bezirke planen neue Büros, Wohnhäuser und Straßen auf Stadtgrün, anstatt die vielen leeren Gebäude und ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen in Berlin jetzt umzubauen und Häuser aufzustocken. Mit Bauvorhaben wie in der Wuhlheide für die Schnellstraße Tangentialverbindung Ost (TVO), im Emmauswald, der Elisabeth Aue oder gar auf dem Tempelhofer Feld werden unnötig Wald und Wiesen vernichtet und unsere Stadt damit weiter aufgeheizt. Darunter leiden nicht nur wir Menschen: Auch Pflanzen und Wildtiere verlieren ihre letzten Lebensräume in der Stadt und verschwinden.
Die Lösung
Für ein grünes und kühles Berlin brauchen wir eine kluge Stadtpolitik, die Parks, Wiesen und Wälder für alle sichert und bereits versiegelte Flächen nutzt, anstatt weiterhin wertvolle Grünflächen für Luxuswohnungen und Straßen zu opfern. Um das zu erreichen, sind wir auf verschiedenen Ebenen aktiv:
- In Lobbygesprächen setzen wir uns dafür ein, dass unsere Forderungen in die Wahlprogramme der Parteien aufgenommen werden.
- Wir betreiben Öffentlichkeitsarbeit und versuchen unsere Kampagne stadtweit bekannt zu machen.
- In verschiedenen Veranstaltungsformaten machen wir auf bedrohte Grünflächen in Berlin aufmerksam.
- In einem öffentlichen Podiumsgespräch lassen wir Politiker*innen zu Wort kommen.
- Mit aufmerksamkeitsstarken Aktionen machen wir das Problem im Stadtbild sichtbar.
Wir fordern
Parks, Grünanlagen, Kleingärten, Uferzonen, Friedhöfe, Wälder, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Bahngelände und -brachen, Orte der Umweltbildung, die 20 Grünen Hauptwege sowie naturschutzrechtlich geschützte Flächen dürfen nicht weiter bebaut werden. Sie müssen dauerhaft in allen städtebaulichen Planungen gesichert werden.
Alle Menschen brauchen Grünflächen in ihrer Nähe. Mit jedem neuen Bauprojekt wird dieser Bedarf größer. In Stadtteilen, in denen es bisher zu wenig Grün gibt, müssen deshalb gezielt neue Grünflächen geschaffen werden. Wenn an manchen Stellen versiegelt werden muss – also zum Beispiel neue Häuser gebaut werden – soll das möglichst sparsam geschehen. Und es soll in der Nähe ein Ausgleich geschaffen werden, damit insgesamt nicht mehr Fläche versiegelt wird als vorher (Stichwort: Netto-Null-Neuversiegelung).
Rund 160.000 Wohnungen könnten entstehen, ohne dabei kühlendes Stadtgrün zu zerstören. So etwa in leerstehenden Gebäuden, durch Umbau, Aufstockung von Supermärkten, den Ausbau von Dachgeschossen und durch die Bebauung bereits betonierter Flächen. Auch eine verpflichtende Zwischennutzung von leerstehenden Häusern schafft temporär Wohn- und Gewerberaum. Zudem muss Berlin wirksamer verhindern, dass Mietwohnungen für illegale Ferienunterkünfte und Gewerbe verloren gehen oder abgerissen werden, um sie durch teure Neubauwohnungen zu ersetzen. Hierfür benötigen wir eine gute Datengrundlage, ausreichend Personal und klare Rechtslagen.
Grüne Flächen retten - Hitzeschutz jetzt!
Bis zu 8 °C kühler
sind Grünflächen im Vergleich zu asphaltierten oder betonierten Flächen
Achtmal das Tempelhofer Feld
hat Berlin seit 2010 schätzungsweise an grünen Flächen verloren. Die vom Land Berlin 24 geplanten Stadtquartiere entstehen ebenfalls meist auf der „grünen Wiese“
1,8 Mio. Quadratmeter
leere Bürofläche und 30.000 illegale Ferienwohnungen könnten stattdessen jetzt schnell für Wohnungen genutzt werden
Beispiele bedrohter Parks, Wälder, Kleingärten und Friedhöfe in Berlin
Unterstützen Sie unsere Arbeit!
Mit Ihrer Hilfe machen wir politisch Druck: für die Rettung von Stadtgrün, bessere Luft und mehr Hitzeschutz in Berlin.


