BUND Landesverband Berlin

Alles eine Frage des Managements

04. Mai 2022 | BUNDzeit-Artikel, Gesundheit, Klimaschutz

Innerhalb von drei Jahren haben 250 Kliniken bundesweit 200.000 Tonnen Treibhausgase eingespart. Möglich wurde das durch vom BUND Berlin geschulte Klimamanager*innen.

Neu dank Klimamanagement: Mehrweggeschirr auf dem Frühstückstablett. Foto: Klinik Humboldtmühle

Wie können Kliniken ihre Klimabilanz verbessern? Den meisten Menschen dürften dazu zunächst aufwendige technische Verbesserungen wie zum Beispiel die Umstellung der Heizung auf regenerative Energien einfallen. Tatsächlich ist auch in Krankenhäusern die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ein wichtiges Thema. Allerdings hat sich im Lauf des dreijährigen BUND-Projekts „KLIK green – Krankenhaus trifft Klimaschutz“ gezeigt, dass auch nicht- oder geringinvestive Maßnahmen ein erhebliches Potenzial zur Treibhausgasreduktion haben.

Von den über 1.600 durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen kosteten 40 Prozent wenig und weitere 30 Prozent gar kein Geld. Zusammen waren sie immerhin für 40 Prozent der erreichten Treibhausgasreduktionen verantwortlich. Ein Beispiel für Verbesserungen zum Nulltarif kommt aus der Anästhesie, wo Desfluran durch Sevofluran ersetzt wurde. Desfluran wirkt bis zu 2.540-fach klimaschädlicher als CO2. Durch den Wechsel des Narkosegases spart allein das Uniklinikum Augsburg nun 700 Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Eine relativ geringe Investition bedeutet das Jobticket, das das Klinikum Altenburger Land eingeführt und so seine Klimabilanz um 53 Tonnen CO2-Äquivalente verbessert hat.

Als besonders effektiv haben sich Maßnahmen in den folgenden vier Handlungsfeldern erwiesen: Optimierung von Beleuchtung und Belüftung, Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien und effizientere Wärmeversorgung, Einsatz von weniger klimaschädlichen Narkosegasen und Verbesserungen in Angebot und Logistik der Kantinen, um Fleischverbrauch und Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Die Gesamtsumme von mindestens 200.000 Tonnen CO2- Äquivalenten, die durch das Projekt KLIK vermieden werden konnten, entspricht etwa 40.000 Flügen auf die Malediven und zurück.

In den beteiligten 200 Krankenhäusern und 50 Rehakliniken hat der BUND 187 Klinikbeschäftigten aus den verschiedensten Arbeitsbereichen zu Klimamanager*innen qualifiziert. Diese wiederum haben Klimateams und ganze Klimanetzwerke in ihren Einrichtungen etabliert und damit dafür gesorgt, dass sich Beschäftigte aus dem technischen wie aus dem nichttechnischen Bereich regelmäßig über Klimaschutzmaßnahmen austauschen. Die öffentlich zugängliche KLIK-Datenbank verzeichnet knapp 300 einzelne Maßnahmen, die für Klimaschutz im Klinikwesen beispielhaft sind.

www.klik-krankenhaus.de

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 2022-2.

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