BUND Landesverband Berlin

Ein Arbeitsplatz mit Zukunft

14. November 2021 | BUNDzeit-Artikel, Gesundheit, Klimaschutz, Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsmanagement etabliert sich im Gesundheitswesen.

Torsten Bölke, Nachhaltigkeitsmanager am Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel

Im Februar 2021 übernahm Torsten Bölke die Funktion des Nachhaltigkeitsmanagers am Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel, das seit März 2021 am BUND-Projekt KLIK green teilnimmt. Inzwischen auf 250 Kliniken angewachsen, bringt KLIK green verschiedene Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen zusammen. Ärzteschaft, Pflege, Technik und Verwaltung engagieren sich bei KLIK green nebenberuflich als Klimamanager*innen, um den hohen Energie- und Ressourcenverbrauch ihrer Einrichtungen zu reduzieren. Torsten Bölke zählt zu den wenigen im KLIK-green-Netzwerk, denen dafür bereits eine Vollzeitstelle zur Verfügung steht.

„Jeder persönlich und im Besonderen wir als Krankenhaus sind einem sorgsamen Umgang mit den uns anvertrauten Ressourcen verpflichtet. Unsere Entwicklung muss sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch auf die Zukunft ausrichten. Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel durchläuft dabei einen Transformationsprozess zu einem nachhaltigen und umweltverträglichen Wirtschaften. Mit der Beschäftigung eines Nachhaltigkeitsmanagers können wir diesen Transformationsprozess unterstützen und beschleunigen", sagt Geschäftsführerin Gabriele Wolter.

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen stößt in Kliniken zunächst an Grenzen. So schreiben Hygieneauflagen zum Beispiel mehrfach verpacktes OP-Besteck vor. „Dafür sterilisiert unsere Klinik jeden Tag 2.000 Instrumente an OP-Besteck. Wir erhalten auch OP-Instrumente von Praxen aus dem Umland, die wir nach Sterilisation zurückgeben. Hygiene geht zwar vor, ist aber keine Sackgasse für Nachhaltigkeit“, weiß Torsten Bölke. Um nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen, spricht er mit allen Abteilungen, bezieht alle Mitarbeiter*innen ein, integriert Patient*innen und steuert interne Umweltbildungsmaßnahmen.

Konkret bedeutet das, dass er unter anderem die Recyclingquote in Küche, Warenannahme und medizinischer Schule erhöht, indem er dort den gelben Sack aufstellen ließ und Schulungen zur korrekten Entsorgung organisierte. Schon im ersten Monat landeten dadurch in der Küche 315 Kilogramm weniger im krankenhausspezifischen Abfall. „Eine Ausweitung auf die Stationen ist geplant“, berichtet Bölke, der zudem die täglich 300 Einwegverpackungen in der Cafeteria abschaffte. Um auch Patient*innen für die Vermeidung von Einweg zu sensibilisieren, erhalten sie direkt nach Aufnahme Mehrwegflaschen zum Abfüllen an Wasserspendern auf dem Gang.

Nachhaltigkeitsmanagement funktioniert, wenn jemand zuständig ist. Auf dem Netzwerk von KLIK green aufbauend sollte es für Klimaschutz in Kliniken zukünftig noch mehr Beteiligungsmöglichkeiten und darüber hinaus eine berufliche Perspektive geben, so dass Nachhaltigkeitsmanager*innen so selbstverständlich eingestellt werden wie medizinisches Personal.

www.klik-krankenhaus.de

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 21-4.

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