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BUND Landesverband Berlin

Festakt in Nadelstreifen - Das neue Bauhaus Museum Dessau eröffnet am 8.September nun mit vogelsicherer Glasfassade

05. September 2019 | Artenvielfalt, Stadtentwicklung, Stadtnatur

Dank der Überzeugungsarbeit des BUND wurde die gläserne Fassade des neuen Bauhaus Museums in Dessau kurz vor der Eröffnung nun doch noch mit Schutzmaßnahmen gegen Vogelanprall nachgerüstet.

In den letzten Monaten waren dort zahlreiche Vögel durch Kollisionen an den stark spiegelnden Glasscheiben verunglückt. Trotz frühzeitiger Aufklärung durch Experten und expliziter Auflagen im Bebauungsplan wurde das Problem von der Bauherrin zunächst unterschätzt.
Der BUND begrüßt die nun ergriffene Maßnahme und hofft auf eine Vorbildwirkung in der Architekturszene.

„Die Stiftung Bauhaus Dessau setzt mit dieser Entscheidung ein wichtiges Zeichen, denn der massenhafte Vogeltod durch Glaskollisionen kann nur durch ein Umdenken in Architektur und Gestaltung beendet werden. Angesichts eines dramatischen Rückgangs der Vogelpopulationen in den letzten 50 Jahren, ist dies auch dringend erforderlich“, sagt Claudia Wegworth, Vogelschutz-Expertin des BUND Landesverband Berlin.

100-115 Millionen Vögel sterben allein in Deutschland jährlich durch Glaskollisionen, so die neueste Schätzung der Länderarbeitsgemeinschaften der Vogelschutzwarten.*
Ein Verlust der sich durch einfache Maßnahmen und umsichtigere Bauweise weitestgehend verhindern ließe.

Schon im Februar 2018 hatte der BUND die Stiftung Bauhaus Dessau auf die drohende Vogelschlag-Gefahr an der geplanten Fassade hingewiesen und sie über wirksame Vermeidungsmaßnahmen informiert. Die Stiftung Bauhaus Dessau hielt jedoch zunächst trotzdem an ihrer geplanten Bauweise fest.
Das neue Museum befindet sich am Rand des Dessauer Stadtparks und unweit der Mulde mit ihren weitläufigen Grünflächen – attraktive Rast und Nistplätze für viele Vogelarten.
Neben der Festlegung von Vogelschutzmaßnahmen im Bebauungsplan, gab es daher auch entsprechende Auflagen in den Wettbewerbsvorgaben für geplanten Glasflächen an dem neuen Bau. Im Fall des Dessauer Museums hätte daher auch schon die Jury des Preisgerichts diesen Aspekt in seiner Entscheidung bedenken müssen.

„Sicherlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten einer Nachrüstung, allerdings ist es immer ratsam das Problem von Anfang an zu bedenken und einen Entwurf entsprechend zu planen.
Dies ist nicht nur oft preisgünstiger und dauerhafter, sondern eröffnet auch vielfältigere Wege, Schutzmaßnahmen ästhetisch in die Architektur zu integrieren“, rät Claudia Wegworth.

Die Ergreifung von Vogelschutzmaßnahmen ist keine Frage von Kulanz. Das Bundesnaturschutzgesetz verpflichtet Bauherren gesetzlich zur Vermeidung von Vogeltod durch Glasanprall. Der BUND fordert daher, dass der Gesetzgeber bei öffentlichen Bauten seiner Vorbildrolle gerecht wird. So wie nun schließlich doch noch beim neuen Bauhaus Museum Dessau.


Für Rückfragen:
BUND-Pressestelle, Carmen Schultze        fon:(030)787900-12 o. mobil: 0179-593 59 12
Claudia Wegworth,
Vogelschutzexpertin des BUND            mobil: 0170 540 77 63

 

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