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BUND Landesverband Berlin

Schock im Kleistpark

11. September 2019 | Bäume, Flächenschutz, Stadtentwicklung, Stadtnatur

Vermutlich rechtswidrige Baumfällungen

Mindestens acht dicke Buchen, drei Weißdorne, sowie eine seltene schlitzblättrige Buche fielen heute im Schöneberger Kleistpark der Säge zum Opfer. Die Fällarbeiten dauerten zum Zeitpunkt der Zählung noch an, es ist davon auszugehen, dass noch mehr Bäume abgesägt werden.

Die Gründe dafür sind dem BUND Berlin noch nicht bekannt. Ganz unabhängig von der Begründung erfolgten die Fällungen nach Ansicht des BUND rechtswidrig in der geschützten Vegetationszeit. Der rechtliche Rahmen der Vegetationsperiode sollte gerade dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bekannt sein. Denn der BUND Berlin hatte im Sommer 2013 Klage gegen die bevorstehende Fällung von drei Straßenbäumen in der Schöneberger Crellestraße eingelegt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin hatte daraufhin die Fällungen innerhalb der Vegetationsperiode untersagt.

Bei einer telefonischen Nachfrage zu den Fällungen im Kleistpark zeigte sich das Bezirksamt zwar irritiert, unternahm jedoch keine weiteren Anstrengungen die anhaltenden Fällungen zu stoppen.

Anhand der liegengebliebenen Holzabschnitte und des allgemeinen Zustandes der Bäume in dem Park ließe sich darauf schließen, dass zumindest ein Teil der gefällten Bäume durch die seit zwei Jahren anhaltende Trockenheit geschädigt waren. In ganz Berlin litten gerade die Buchen unter Hitze und Wassermangel. Der Kleistpark gehört jedoch zu den Schöneberger Grünanlagen mit der höchsten Pflegestufe und hat damit deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als andere Parkanlagen. Wie konnte es passieren, dass dort die Bäume in so großer Zahl vertrockneten und nichtrechtzeitig Alarm geschlagen oder rettende Maßnahmen unternommen wurden? Jetzt scheint die Notsituation mit einem finalen Pflegeschnitt endgültig entschärft worden zu sein.

Lesen Sie dazu unseren aktuellen Blogbeitrag in Umweltzone Berlin

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