BUND Landesverband Berlin

Tschüss Erdgas!

05. November 2022 | BUNDzeit-Artikel, Klimaschutz, Nachhaltigkeit

Ein Bürgerbegehren will die Energieversorgung in Potsdam klimaschonend machen

Potsdam legt Wert auf Klimabewusstsein. Die Stadt hat einen Klimaschutz-Masterplan verabschiedet, den Klimanotstand ausgerufen und einen Klimarat berufen. In der Praxis geht ohne Gas aber wenig. Das mit Erdgas betriebene Heizkraftwerk Süd versorgt 40 Prozent der Haushalte mit Wärme und deckt 75 Prozent des Strombedarfs in der Stadt. Daneben laufen 41 dezentrale Heizkraftwerke und das Heizkraftwerk Nord mit Gas, alle betrieben von der mehrheitlich der Stadt gehörenden Energie und Wasser Potsdam (EWP). Technisch bedingt steht das Heizkraftwerk Süd ab 2030 nicht mehr zur Verfügung.

Nach Plänen der EWP wird es aber erst ab 2038 eine deutliche CO2-Reduktion bei der Wärme- und Stromproduktion geben. Das ist viel zu spät. Die Initiative „Tschüss Erdgas!“ hat deshalb mit Unterstützung des BUND ein Bürgerbegehren gestartet, um folgende fünf Forderungen durchzusetzen:

Keine Investitionen in fossile Technik: weder bei den bestehenden Heizkraftwerken noch in neuen Stadtteilen wie etwa Krampnitz!
Fossilfreie Stadt: Potsdams Strom- und Wärmeversorgung bis 2030 dekarbonisieren!
Dezentralität und Sanierung: Mehr dezentrale Wärmeproduktion und Anreize für energetische Gebäudesanierung!
Intelligente Netze: Nutzung der Erneuerbaren im Umland für die Energieversorgung in Potsdam!
Bürgernahe Politik: Mehr Transparenz bei Stadtverwaltung, Stadtwerken und deren Tochterunternehmen!

Das Bürgerbegehren ist der erste Schritt für einen Bürgerentscheid. Damit es erfolgreich ist, müssen bis September 2023 rund 18.000 gültige Unterschriften zusammenkommen. Unterschreiben dürfen alle, die ihren Hauptwohnsitz in Potsdam haben, die deutsche oder eine EU-Staatsbürgerschaft besitzen und mindestens 16 Jahre alt sind. www.tschuess-erdgas.de

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 2022-4.

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