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BUND Landesverband Berlin
BUND Landesverband Berlin

Biomülltrennung für alle!

28. März 2019 | Abfall, Klimaschutz, Lebensmittel, Zero Waste

Fehlende Biotonnen können ab dem 1.4. dem BUND gemeldet werden

Info 10 / Berlin, 28. März 2019: Seit Anfang 2015 ist die Biotonne bereits bundesweit Pflicht. Ab 1. April 2019 wird geltendes Recht endlich auch in Berlin umgesetzt. Jeder Haushalt muss nun die Möglichkeit bekommen, seine Bioabfälle umweltgerecht getrennt zu entsorgen. Aus den in den braunen Tonnen gesammelten organischen Abfällen können klimafreundliches Biogas, Naturdünger und wertvoller Humusboden gewonnen werden. Ausnahmen vom Recht auf die Biotonne kann es nur mit eigenem Kompost und ausreichend großem Garten zur Nutzung der Komposterde geben.

Der Berliner Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) ruft deshalb alle Berliner*innen, die auch nach dem 1.4. keine Möglichkeit zur Biomülltrennung haben, auf, ihm diese Situation zu melden. Unter biotonne[at]bund-berlin.de sollen Berliner Bürger*innen ihr Recht auf eine Biotonne deutlich machen können. Die per E-Mail erhaltenen Tonnenwünsche leitet der BUND an die für die Bioabfallsammlung zuständige BSR weiter.

„Mit der Einführung der flächendeckenden Biotonne ist Berlin schon sehr spät dran“, so BUND-Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik Tobias Quast, „nun wollen wir auch sicherstellen, dass wirklich allen Bürger*innen Berlins ermöglicht wird, durch die Trennung ihres Biomülls die Umwelt zu schützen.“ Vor Einführung der Biotonne für alle fehlten die Behälter noch in 75 bis 80 Prozent der Haushalte in den Außenbezirken. Auch im Innenstadtbereich gab es in jedem fünften Wohnhaus keine braunen Behälter.

Bereits seit dem 1. Januar 2015 sind bundesweit gemäß § 11 Kreislaufwirtschaftsgesetz überlassungspflichtige Bioabfälle flächendeckend getrennt zu sammeln, das heißt, jeder Haushalt in Deutschland hat das Recht auf eine eigene Biotonne. Ausnahmen kann es nur im Falle der Kompostierung im eigenen Garten geben. Dann muss dort aber auch ausreichend Platz zum Ausbringen der Komposterde nachgewiesen werden. Pro Bewohner sollten dies laut BSR mindestens 25 m2, besser sogar 50 m2 sein, um eine Überdüngung der Böden zu vermeiden. Für alle (größeren) Mehrfamilienhäuser bedeutet dies in der Praxis, dass zur umweltgerechten Entsorgung der Bioabfälle eine braune Tonne zur Verfügung stehen muss. Mieter*innen haben also ein Anrecht auf eine Biotonne und sollten dies gegenüber der BSR und ihrer Hausverwaltung bzw. ihrem Vermieter deutlich machen.

Ihren Anspruch gegenüber der BSR können betroffene Berliner*innen ohne Biotonne auch über den BUND geltend machen: Nachrichten mit Tonnenwünschen an biotonne[at]bund-berlin.de werden vom Umweltverband an das Abfallunternehmen weitergeleitet. Dafür muss neben dem eigenen Namen nur die vollständige Adresse des betroffenen Grundstücks genannt werden. Hilfreich sind darüber hinaus Angaben zum Vermieter sowie „Beweisfotos“ des Müllplatzes, auf dem die Biotonne noch fehlt.

Ist die Tonne dann da, geht es darum, dass möglichst viele diese auch nutzen und ihren Biomüll konsequent trennen. Der BUND hat daher Vorschläge unterbreitet, mit welchen Maßnahmen die Berliner*innen von der Nutzung der braunen Tonne überzeugt werden sollen. Die Anregungen für eine erfolgreiche Information und Motivation der Bürger*innen sind ebenfalls unter www.bund-berlin.de/mitmachen/aktion-biotonne-fuer-alle/ zu finden.

Wer mehr über die korrekte (Bio-)Mülltrennung und deren ökologische Vorteile wissen möchte, kann dies auch im Rahmen einer Abfallberatung des BUND in Erfahrung bringen. Unter www.berliner-abfallcheck.de können sich interessierte Berliner Bürger*innen für einen kostenfreien Vor-Ort-Beratungstermin in ihrem Haushalt anmelden. Bei einem Besuch der Abfallberater*innen erfahren sie unter anderem, warum vermeintlich kompostierbare Bioplastikbeutel ökologisch nicht sinnvoll sind und nicht in die Biotonne gehören und welche praxistauglichen Alternativen für die Biogutsammlung in ihrer Wohnung existieren.

Das Projekt „Berliner Abfallcheck / Haushaltsnahe Abfallberatung“, wird von der Stiftung Naturschutz Berlin aus Mitteln der Trenntstadt Berlin gefördert.



Für Rückfragen:

BUND-Pressestelle, Carmen Schultze
fon: (030) 78 79 00 12

Tobias Quast, BUND-Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik
fon: (030) 78 79 00 55
 

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