BUND Landesverband Berlin

BUND Berlin fordert Notfallplan für Gewässer und Stadtgrün

20. Juli 2022 | Grundwasser, Wasser, Stadtnatur, Klimaschutz, Bäume

Trocken gefallene Wuhle

Info 12 / Berlin, 20. Juli 2022: Angesichts der Temperaturen nahe der 40-Grad Marke und wiederholt viel zu geringen Niederschlagsmengen fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) von der Landesregierung und den Bezirken Sofort-Maßnahmen beim Umgang mit Niedrigwasser, Dürre, Grundwassertiefständen und der Versorgung des Stadtgrüns mit Wasser. Ein koordiniertes und zügiges Vorgehen ist dringend notwendig.

Derzeit befindet sich der Grundwasserspiegel 20 bis 50 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel. Die Bodenfeuchte als Indikator für eine ausreichende Wasserversorgung von Pflanzen hat bereits Mitte Mai alarmierende Tiefststände erreicht. Eine Besserung der Lage ist derzeit nicht in Sicht. Um der Dürre etwas entgegen setzen zu können, braucht es sowohl Maßnahmen, die den Schutz des Grundwasserspiegels zum Ziel haben, als auch solche, die den Wasserverbrauch reduzieren. 

Verena Fehlenberg, BUND-Wasserexpertin: "Wegen der Klimakrise werden Trockenperioden häufiger und wiederholt auftreten. Das verfügbare Wasser muss daher so effizient wie möglich genutzt und in der Landschaft gehalten werden. Wir rufen die Verantwortlichen dazu auf, Flächen konsequent zu entsiegeln, und die Umsetzung der Schwammstadt, die auch das Wasser von Starkregen speichern kann, ernsthaft in Angriff zu nehmen. Es müssen Anreize für einen sparsamen Umgang mit Wasser gegeben und Dächer und Fassaden systematisch begrünt werden. Grau- und Regenwasser müssen zudem für Haushalt und Industrie nutzbar gemacht werden. Darüber hinaus benötigen wir dringend ein kluges Trinkwasserfördermanagement mit vermehrter künstlicher Grundwasseranreicherung im Winter, einer stärkeren Dezentralisierung der Brunnen und einer besseren Steuerung des Grundwasserspiegels in sensiblen Naturräumen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden die Sommer in Berlin immer unerträglicher."

Ungezügelte Flächenversiegelung, die eine Grundwasseranreicherung verhindert, erhöhte Verdunstung durch höhere Temperaturen, geringere Niederschläge und gestiegene Wasserverbräuche wirken zusammen. Berlins Moore, Wälder, Flüsse, Seen und Feuchtbiotope trocknen aus und machen die Stadt und ihre Bewohner*innen noch anfälliger für die Klimakrise. Starkregenereignisse, eine weitere Folge des Klimawandels, führen jedoch kaum zur Grundwasseranreicherung, die kurzen und intensiven Regenfälle können vom Boden kaum aufgenommen werden und fließen schnell wieder ab.

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Für Rückfragen:

BUND-Pressestelle, Carmen Schultze:

fon: (030) 78 79 00-12,  mobil: 0179-593 59 12

Verena Fehlenberg, BUND-Wasserexpertin: fon: (030) 78 79 00-19

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