„KlimaInsel Wilmersdorf“ soll planiert und zubetoniert werden

30. September 2025 | Artenvielfalt, Bauen, Flächenschutz, Kampagne Grüne Flächen retten, Klimaschutz, Stadtnatur, Stadtentwicklung

Weitere kühlende Berliner Innenstadt-Grünoase soll verschwinden

Berlin, 30. September 2025: 60 Obstbäume, Beerensträucher, Gehölze, Hecken sowie zahlreiche Wildtiere befinden sich aktuell noch auf den ehemaligen Kleingärten der Kolonie „Am Stadtpark I“ an der Prinzregentenstraße 67‑68 mitten in Wilmersdorf.

Ab Oktober könnte damit Schluss sein. Dann läuft der Zwischennutzungsvertrag der Mobilen Stadtteilarbeit Wilmersdorf mit der Berlinovo aus. Die Wohnungsbaugesellschaft möchte auf dem Grundstück ein achtstöckiges Apartmenthaus mit rund 270 Wohnplätzen für Studierende und eine Kita bauen. Die Räumungsarbeiten inklusive der Fällung zahlreicher Bäume könnten in diesem Herbst schon beginnen.

Mit dem Neubauvorhaben ginge nicht nur ein weiterer Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren, die massiv unter dem Grünflächenverlust in Berlin leiden, sondern auch ein wichtiger Hitzeschutzort für Berlin. Das Areal, dass zuvor noch nie bebaut war, zeigt eine Abkühlungsleistung von rund 3,3 Grad.

Die Gärten werden von ehrenamtlichen Pat*innen im Rahmen des Projektes “KlimaInsel” des Vereins nachbarschafft e.V. mit der Mobilen Stadtteilarbeit Wilmersdorf gepflegt und stehen der Nachbarschaft als beliebter Begegnungsort täglich  offen. In der Klimainsel finden zudem umweltpädagogische Veranstaltungen statt.

Dirk Schäuble, Naturschutzexperte des BUND Berlin, sagt: „Es ist mehr als fraglich, ob durch den Bezirk eine Alternativenprüfung stattgefunden hat, an welchem Ort Studentenapartments mit weniger Schäden an der Natur und dem Klima hätten errichtet werden können. Denn in der direkten Umgebung gibt es zig bereits versiegelte Flächen, die bebaut werden könnten.“

Maike Weißpflug von der Klimainsel Wilmersdorf sagt:„Die Klimainsel Wilmersdorf ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie mit bürgerschaftlichem Engagement stadtökologische Kühlung, Gesundheitsschutz, soziale Teilhabe und Bildung auf kleinstem Raum wirksam umgesetzt werden können. Gerade in einem von Hitze besonders betroffenen Bezirk dürfen solche zukunftsweisenden Orte nicht zerstört, sondern müssen erhalten und ausgebaut werden.“

Der BUND Berlin fordert mit seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ die Bezirke und den Senat dazu auf, endlich weitsichtiger mit unseren wertvollen Flächen umzugehen und eine kluge Stadtentwicklungspolitik zu betreiben, die den Menschen nützt.
Grüne Freiflächen müssen für einen besseren Hitzeschutz vor Bebauung geschützt, zusätzliche Grünflächen dort geschaffen werden, wo es zu wenige gibt und bereits bebaute Flächen für bezahlbaren Wohnraum genutzt werden.

Webseite Klimainsel

Kontakt:

Dirk Schäuble – Naturschutzexperte BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00 39, schaeuble(at)bund-berlin.de

 

 

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