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BUND Landesverband Berlin

Stadtbäume in der Krise

23. April 2020 | Artenvielfalt, Bäume, Flächenschutz, Immer.Grün, Klimaschutz, Naturerleben, Stadtnatur, Wasser

Info 8 / Berlin, 23. April 2020: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) warnt vor einer dramatischen Gefährdung der Berliner Stadtbäume und fordert unverzügliche Maßnahmen zum Erhalt des Baumbestandes. Der dritte trockene Frühling in Folge bahnt sich an, die Bäume und Grünanlagen müssen jetzt dringend gewässert werden, sonst drohen Langzeitschäden. Die grüne Infrastruktur der Stadt darf auch unter den gegenwärtigen Umständen nicht hinten angestellt werden, sie ist unabdingbar für die Lebensqualität. Die Bezirksämter wurden deshalb im Doppelhaushalt 20/21 mit zusätzlichen Mitteln für die Pflege des Baumbestandes und der Grünanlagen ausgestattet. 

"Der Schatten der Bäume verhindert, dass sich Asphalt und Beton noch stärker aufheizen. Es ist paradox, gerade die Bäume sind das beste Mittel, um die Auswirkungen der Hitzwellen auf die Stadt abzumildern. Und gerade sie sind die Leidtragenden der Trockenheit. Wenn wir die Bäume nicht retten, wird es nur noch schlimmer werden!"so Christian Hönig, Referent für Baumschutz des BUND Berlin. "Lange wurden die Stadtbäume in Berlin vernachlässigt, im letzten Doppelhaushalt hat die das Abgeordnetenhaus den Gartenämtern endlich die dringend benötigten Mittel zur Verfügung gestellt. Diese Gelder müssen jetzt auch dringend eingesetzt werden."

Den zwölf Bezirksämtern wurden jährlich zusätzlich 14,8 Mio Euro für die Pflege des Baumbestandes zugeteilt, sowie weitere 7 Mio Euro für die Pflege der Grünanlagen in 2020. Mit dem Geld soll u. a. das Personal für eine fachgerechte Baumpflege wieder aufgestockt und notwendige Ausrüstung wie Gießwagen und Hubsteiger besorgt werden. Darüberhinaus steht Berlin auch noch vor der Herausforderung, sein Wassermanagement neu gestalten zu müssen. Damit die Bäume in den Wäldern sich selbst versorgen können, müssen Mindestgrundwasserstände eingehalten werden. Und auch um Bäume und Grünanlagen zu wässern, kann nicht immerfort Trinkwasser verwendet werden. 

"In den letzten Wochen hat es kaum geregnet. Es ist der dritte trockene Frühling in Folge. Der Frühling ist eine kritische Zeit. Die Bäume benötigen viel Wasser, um die Blätter und Blüten zu entwickeln. Wenn jetzt nicht bald etwas geschieht, werden die Berliner Bäume Langzeitschäden davon tragen. Auch wenn wir die Berlinerinnen und Berliner dringend dazu aufrufen, ihre Bäume zu gießen, können ehrenamtliche Gießgruppen nur noch Nothilfe leisten und die Defizite lediglich punktuell ausgleichen. 

Auch werden wir das Berliner Grün auf Dauer nicht mit Trinkwasser gießen können. Wir brauchen nachhaltigere Lösungen. Das Land Berlin und die Bezirke müssen sich endlich darauf einstellen, dass diese Trockenzeiten regelmäßig auftreten werden.", so Christian Hönig. 

Hintergrundpapier: Stadtbäume und Trockenheit

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Für Rückfragen:
BUND-Pressestelle                fon: (030) 78 79 00-12
Carmen Schultze                mobil: 0179-593 59 12

Christian Hönig,                fon: (030) - 78 79 00-58
Fachreferent für Baum- und Flächenschutz   

 

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