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BUND Landesverband Berlin

Umwelt- und Verkehrsbündnis fordert Maßnahmen für deutlich weniger Autoverkehr

20. November 2019 | Abgase, Fahrrad, Fußverkehr, Klimaschutz, Luft, Nachhaltigkeit, ÖPNV, Stadtentwicklung, Umweltzone, Zu Fuß zur Schule

Info 28 / Berlin, 20. November 2019: Berlin will die Mobilitätswende, doch das größte Hindernis kommt in der Debatte zu kurz: Die große und wachsende Anzahl von Pkw. Ein neues Bündnis aus Verkehrs- und Umweltverbänden und Initiativen fordert,  dass die Stadt für die Menschen zurückgewonnen und die Zahl der Autos in den nächsten 10 Jahren halbiert werden soll. Dazu schlägt es sieben Maßnahmen für ein lebenswertes, klimagerechtes Berlin vor.

Das Berliner Mobilitätsgesetz schreibt seit mehr als 16 Monaten mehr Platz für Fuß-, Rad-, und öffentlichen Nahverkehr vor. Doch die Straßen platzen bereits jetzt aus allen Nähten. Mehr als 1,2 Millionen Pkw und 200.000 Lieferfahrzeuge sind in Berlin zugelassen, jedes Jahr werden es mehr. Ein Wandel hin zu neuer Mobilität ist nicht möglich, ohne die Stadt von der alten, autozentrierten Mobilität zu befreien.

Ein Bündnis aus ADFC Berlin, BUND Berlin, Changing Cities, FUSS e.V., Institut für urbane Mobilität, Naturfreunde, PowerShift, der Initiative „Stadt für Menschen“ und VCD Nordost fordern sieben Maßnahmen für eine lebenswerte Stadt mit weniger Autoverkehr. Dabei nennen die Organisationen auch die notwendigen Zeithorizonte und Zahlen, um die sich die Politik bislang drückt.

  • Flächengewinnung durch Umwandlung von 60.000 Parkplätzen im öffentlichen Raum bis 2030.
  • Lebendige, autofreie Kieze fördern. Durchgangsverkehr in Quartieren stoppen.
  • Sichere Hauptstraßen durch stadtweite Regelgeschwindigkeit 30 km/h.
  • Sharing-Fahrzeuge über Konzessionen effizient planen und steuern.
  • Autonome Fahrzeuge ausschließlich teilen, Leerfahrten vermeiden.
  • Stadtverträglicher Güter- und Wirtschaftsverkehr: Fahrzeuggröße und Anzahl halbieren.
  • Gute Luft durch Befreiung Berlins von fossilen Verbrennerfahrzeugen bis 2030.


Frank Masurat (ADFC Berlin): „Es ist an der Zeit, dass wir unsere Städte von der Autodominanz befreien und den Raum für das nutzen, was für die Menschen wichtiger ist: bezahlbare Wohnungen, sichere Fahrrad- und Gehwege, einladende Straßencafes, grüne Aufenthaltsräume und Parks.“

Tilmann Heuser (BUND Berlin): „Konsequenter Klimaschutz ist eine Chance für die Städte und die Lebensqualität der Menschen. Die Rückeroberung des öffentlichen Raums schafft mehr Platz für nachhaltige Mobilität und Grün in der Stadt, aber auch mehr Raum für Begegnung und Kommunikation. Davon profitieren am Ende alle.”

Ragnhild Sørensen (Changing Cities): „Wir brauchen eine Debatte über die Nutzungsbedingungen für den öffentlichen Raum. Mit der Digitalisierung und der Klimakrise gibt es ganz neue Spielregeln in der Stadt - wir haben heute mit den sieben Forderungen zur Halbierung der Pkw alle 10 Jahre angefangen, diese neu zu formulieren.”

Tim Lehmann (ium-Institut für urbane Mobilität): „Mit unseren Lösungen zur Zukunft des Autos in Berlin entsteht endlich ein Gesamtkonzept. Bislang wurde versucht, die Alternativen zum Auto zusätzlich zu immer mehr Autos zu schaffen. Spätestens nach einem Jahr Mobilitätsgesetz und dessen ernüchternder Umsetzungsbilanz ist das heute klar.”


Download: Flyer mit Forderungen und Hintergrund sowie Folien zur Pressekonferenz am 20.11.2019: https://cloud.adfc-berlin.de/index.php/s/AzdMYsqe6HLexs6

Pressekontakt Changing Cities:
Ragnhild Sørensen, 0171 535 77 34, ragnhild.soerensen[at]changing-cities.org

Pressekontakt ADFC Berlin:
Nikolas Linck, +49 (0)30 44 04 99 74, presse[at]adfc-berlin.de

 

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