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BUND Landesverband Berlin

Leitungswasser trinken

11. August 2017 | Klimaschutz, Lebensmittel, Suffizienz, Wasser, Abfall

Das Berliner Trinkwasser kostet nur einen halben Cent pro Liter, muss nicht nach Hause geschleppt werden und genügt höchsten Qualitätsansprüchen. Es ist die ressourcensparende und klimafreundliche Alternative zum Flaschenwasser.

Hahn oder Flasche? Für das Klima und erst recht für das Müllvolumen macht das einen deutlichen Unterschied. Um einen Liter Trinkwasser zu fördern und in die Haushalte zu bringen, setzen die Berliner Wasserbetriebe durchschnittlich 0,35 Gramm Kohlendioxid (CO2) frei, vor allem durch den Stromverbrauch der Pumpen. Mineral- oder Tafelwasser aus der Flasche kann dagegen mehr als tausend Mal so viel CO2 ausstoßen.

  • Förderung: 0,2–0,5 g CO2/l
  • Abfüllung, Flaschenproduktion, Entsorgung und Wiederverwertung: 40–140 g CO2/l
  • Transport in den Einzelhandel: 20–310 g CO2/l
  • Transport auf der „letzten Meile“: 8–34 g CO2/l

Wie viele klimaschädliche Gase beim Flaschenwasser genau anfallen, hängt vom Produktionsort und vom Flaschentyp ab. Die beste Bilanz haben regionale Produkte in Glasmehrwegflaschen. Ihr Vorteil gegenüber Plastikflaschen ist, dass sie bis zu 50 Mal neu befüllt werden können, PET-Flaschen dagegen nur bis zu 25 Mal. Allerdings ist die Mehrwegquote bei den in Deutschland verkauften Wässern auf 30 Prozent gefallen.

Kein Lebensmittel wird strenger kontrolliert als Leitungswasser. Es stammt überwiegend aus Grundwasserbrunnen und filtriertem Oberflächenwasser, aber niemals aus Abwässern. Oft enthält es sogar mehr Mineralien als Mineralwasser. Tafelwasser besteht meist aus Leitungswasser, dem bestimmte Mineralien zugesetzt werden, um einen bestimmten Geschmack zu bewirken. Mineralwasser darf es nicht heißen, weil es nicht direkt aus Quellen stammt.
Warum also Geld für Wasser ausgeben, wenn es zum eher symbolischen Preis von 1,70 Euro für 1.000 Liter über die Leitung ins Haus geliefert wird? Und da es mit einer Temperatur von zehn bis elf Grad durch die Rohre fließt, erübrigt sich die Kühlung. Dass man Gäste stilvoll aus dem Hahn bewirten kann, beweisen die vielen Sternerestaurants, die zum Espresso selbstverständlich Leitungswasser reichen. Auch beim BUND werden Angestellte, Aktive und Gäste mit Leitungswasser statt mit Kaufwasser versorgt, Beschwerden gab es bislang noch nicht.

Gutes und gleichzeitig günstiges Trinkwasser ist in unserer Region allerdings nicht für die Ewigkeit gesichert. Denn die Braunkohletagebaue in der Lausitz tragen Sulfat in das Spreewasser ein, aus dessen Uferfiltrat der größte Teil des Berliner Trinkwassers gewonnen wird – ein Trend, der sich mit jedem neuen und jedem aufgelassenen Tagebau verstärkt. Die Wasserbetriebe von Frankfurt/Oder mussten ein bereits stillgelegtes Wasserwerk reaktivieren, weil sie zusätzliches Wasser brauchen, um die Sulfatwerte zu senken. Bezahlen müssen solche Maßnahmen die Wasserbetriebe und damit am Ende die Verbraucherinnen und Verbraucher – ein weiterer guter Grund, aus dem Braunkohletagebau auszusteigen.

Studie der Zertifizierungsgesellschaft GUTcert zur Klimabilanz von Mineralwasser: www.kurzlink.de/gutcert

Überblick der Inhaltsstoffe im Berliner Leitungswasser: http://www.bwb.de/content/language1/html/1133.php
 

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