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BUND Landesverband Berlin

Müllverbrennung

Fast zwei Drittel der Berliner Abfälle werden verbrannt, nämlich alles, was in der grauen Tonne endet. Dann bleibt nur noch, aus dem Abfall Energie zu gewinnen. Fast die Hälfte des Berliner Hausmülls wird in Kraft- und Zementwerken mitverbrannt. Da die Filter dieser Anlagen jedoch nicht auf Abfälle ausgerichtet sind, gelangen dabei viele Schadstoffe in die Luft. Der BUND lehnt daher diesen Einsatz von Müll als sogenannten Ersatzbrennstoff ab.

Wird der Müll nicht in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, sondern in Kohlekraftwerken wie Jänschwalde oder Zementwerken, wird gerne ausgeblendet, dass der Müll als Ersatzbrennstoff aufwendig getrocknet und zu Pellets gepresst wird muss. Und auch wenn er den Brennstoff Kohle ersetzt, ist das eine ziehmlich schmutzige Art den Abfall zu entsorgen, da die Anlagen über keine aufwendigen Abgasfilteranlagen verfügen. So gelangen Stoffe wie z. B. Quecksilber in die Umwelt. Die Hälfte des Berliner Hausmülls wird so verbrannt. Die Methode ist billig, einfach und schmutzig.

Die andere Hälfte des Siedlungsabfalls (Hausmüll) gelangt in das Ruhlebener Müllheizkraftwerk. Die Anlage ist eine der modernsten in Europa, bei der Verbrennung entstehende Wärme wird in das Berliner Fernwärmenetz gespeist und zusätzlich wird Strom gewonnen. Mit einer aufwendigen Filtertechnik werden giftige Stoffe aus dem Rauch gefiltert. 

Aber auch bei dieser Verbrennung gehen viele Rohstoffe unwiederbringlich verloren. Um die natürlichen Ressourcen zu schonen, heißt es daher, möglichst viele gebrauchte Wertstoffe getrennt zu sammeln und hochwertig zu recyceln – dazu ist die Berliner Abfallpolitik stark gefordert. 

Aus Sicht des BUND sollte die Mitverbrennung in Kohlekraft- und Zementwerken unbedingt unterbunden werden. Sie wäre in Berlin auch gar nicht nötig, wenn die Abfalltrennung konsequent gefördert und betrieben würde. Fast 40 Prozent des Hausmülls ist eigentlich Biomüll und auch der Anteil von Verpackungen ist noch viel zu hoch. Wenn diese in der Biotonne und in der Wertstofftonne landen würden, fiele nur noch ein Drittel der Hausmüllmengen an, die würde das Ruhlebener Heizkraftwerk problemlos bewältigen. Dabei ist noch nicht einmal die Abfallvermeidung mit eingerechnet.

Die konsequente Mülltrennung würde für die Abfallentsorger aber mehr Aufwand sowie kleinteiligere und kompliziertere Abläufe nach sich ziehen. Daher gibt es bisher zu wenig Interesse daran, die Mengen drastisch zu reduzieren. Die Abfallwirtschaft ist noch keine Abfallvermeidungswirtschaft.

 

Den Abfallwirtschaftsplan 2011 - Teilplan Siedlungsabfälle finden Sie auf der Senatsseite: www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/abfall/wirtschaftsplan/de/teilplan_siedlungsabfall.shtml 

 

 

Kontakt

Tobias Quast

Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik
E-Mail schreiben Tel.: 030 78 79 00 55

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