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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Stadtnatur,

der Senat möchte mit seiner Charta für das Berliner Stadtgrün besonders qualitätsvolle Grünräume sichern, aber auch entwickeln. Doch leider fehlt bisher eine Festlegung auf konkrete Flächen und viele dieser Grünräume sind bereits verloren.

Das Relikt des ehemaligen Rangierbahnhofs Tempelhof, östlich des Südgeländes wäre genau ein Fall von einmaliger Stadtnatur, die durch die Charta verbindlich gesichert werden müsste. Das 15 Hektar große Areal ist Berlins letzte große unberührte Bahnlandschaft inmitten der Stadt. Wir haben einige Begehungen auf das Gelände unternommen und dabei Eidechsen, seltene Pflanzen und Insekten wie die Gottesanbeterin entdeckt, die vermutlich als blinder Passagier per Bahn aus dem Südwesten eingereist ist. Botaniker*innen haben auf dem Areal vor einigen Jahren sogar 20 Rote Liste-Arten gefunden. Als von außen in das Zentrum verlaufende Korridore haben begrünte Bahntrassen eine überlebenswichtige Funktion für viele Tier- und Pflanzenarten als verbindende Naturräume (sog. Biotopverbindungen), ohne diese sie sich nicht ausbreiten könnten. In den letzten Jahrzehnten wurden stadtweit jedoch über 400 Hektar Bahnflächen aufgegeben und davon 260 Hektar bebaut.

Seit einigen Monaten sind wir nun mit verschiedenen Akteuren aus Politik, Verwaltung, der Stiftung Naturschutz und der Deutschen Bahn im Gespräch, um dieses wertvolle Stück Stadtnatur als "Südgelände Nummer Zwei" zu sichern. All das wäre jedoch nicht nötig, wenn es eine verbindliche Charta Stadtgrün geben würde.

Erfahren Sie mehr über den ehemaligen Rangierbahnhof in unserem aktuellen Newsletter.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Ihnen

Christian Hönig & Verena Fehlenberg
Immer.Grün

P.s.: Die Mitgliederversammlung des BUND Berlin e.V., die für den 27. November 2020 angekündigt war, muss leider verschoben werden. Mehr


Themenübersicht

  1. Flächenschutz
    1. Blog: Südgelände Nummer Zwei: Praxis-Test für die Charta Stadtgrün

  2. Artenschutz
    1. Vogelschutz an Glas - Britzer Garten rüstet nach
    2. Vom Publikumsmagnet zur ausgestorbenen Art - der Schwarzstorch im Spreewald

  3. Stadtnatur entdecken
    1. Tipp: Vögel im Herbst und Winter beobachten
    2. Interaktiver Naturlehrpfad zum Entdecken für Kinder
    3. Workshop: Permakultur mit Fukuoka

 
1. Flächenschutz
Blog: Südgelände Nummer Zwei: Praxis-Test für die Charta Stadtgrün

Das letzte Naturparadies dieser Art wartet auf eine Weichenstellung. Denn der ehemalige Rangierbahnhof in Tempelhof ist artenreich, aber gesetzlich nicht geschützt. Das sich das Gelände so entwickeln konnte, ist ein Glücksfall und der speziellen Berliner Geschichte zu verdanken. So konnte abgeschirmt durch Lärmschutz- und Fabrikwände in kompletter Ungestörtheit eine ganz spezielle Stadtwildnis entstehen. Ein klarer Fall für die Charta Stadtgrün! Mehr

2. Artenschutz
Eisvogel, Vogelschlag
Vogelschutz an Glas - Britzer Garten rüstet nach

Jedes Jahr kommen allein in Berlin vier Millionen Vögel durch Anprall an Glasfassaden ums Leben. Besonders fatal sind Fensterfronten in vegetationsreicher Umgebung. Zum einen ist hier die Vogeldichte besonders hoch und zum andern spiegeln sich Bäume und Sträucher in selbst noch so kleinen Fenstern täuschend echt. Nachdem im Britzer Garten ein Eisvogel an einem Fenster der Seeterrassen zu Tode kam, rüstet dieser nun seine Gebäude mit Vogelschutzfolie nach. In unserem Blogbeitrag zeigen wir, wie wenig Beachtung dieses Thema leider nach wie vor bei den Verantwortlichen findet - mit Ausnahme des Britzer Gartens natürlich! Mehr

Vom Publikumsmagnet zur ausgestorbenen Art - der Schwarzstorch im Spreewald

Das Biosphärenreservat Spreewald wirbt auf seinen Informationstafeln noch immer mit dem Schwarzstorch, um Besucher*innen in die Region zu locken. Doch seit zwei Jahren ist von diesem Vogel keine Spur mehr. Der BUND Brandenburg fordert daher ein Artenschutzprogramm zur Wiederherstellung seines Lebensraumes. Mehr

3. Stadtnatur entdecken
Tipp: Vögel im Herbst und Winter beobachten

Vogelbeobachtung fördert die Lebenszufriedenheit! Das gilt spätestens seit der kürzlich veröffentlichten Studie der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt als bewiesen. In Berlin gibt es einige Vögel, die Sie das ganze Jahr über beobachten können. Welche das sind und wo diese vorkommen, erfahren Sie hier.

Interaktiver Naturlehrpfad zum Entdecken für Kinder

Gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Umweltbildung in Friedrichshain-Kreuzberg hat der Lokschuppen auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs einen interaktiven 360° Lehrpfad für Kinder entwickelt. Zu entdecken gibt es Tiere, Pflanzen, Bastelanleitungen  - zum Beispiel für eine Vogeltränke - und vieles mehr.

Workshop: Permakultur mit Fukuoka

Masanobu Fukuoka war ein japanischer Mikrobiologe und Landwirt, dessen Art zu gärtnern und der Natur beizuwohnen auch Bill Mollison, den Begründer der Permakultur, geprägt hat. In diesem Workshop wird die Arbeit Fukuokas vorgestellt, die vor allem auf dem Prinzip des "Nicht tun" basiert. So verzichtete er beispielsweise auf Bodenbearbeitung und den Einsatz chemischer Mittel jeglicher Art. Mithilfe der Werke von Fukuoka ist es möglich, die Natur besser zu verstehen und daraus Muster im eigenen "Wirtschaften" mit der uns umgebenden Natur abzuleiten.

12. November // 17:00 - 19:00 // Kostenlos // NIRGENDWO Umwelt- und Kulturzentrum // Mehr

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