Berlin-Wahl 2026

Umwelt und Klimaschutz sind die zentralen Handlungsfelder für die Stadt von morgen

Schon längst spüren wir in Berlin die Konsequenzen der Klimakrise. Dürren und gehäufte Extrem-Wetterereignisse sind das neue Normal. Unter ungleich geringerer Beachtung findet das größte bisher bekannte Artensterben statt, eine massive, menschengemachte Biodiversitätskrise, die ebenfalls die Menschheit bedroht.

Trotzdem gab es einen erheblichen Rollback bei der Mobilitätswende und massive Kürzungen im Umweltbereich. In der Klimapolitik und insbesondere bei der Wärmewende sind keine überzeugenden Konzepte erkennbar. Grüne Freiflächen fallen weiterhin dem Ausbau der Stadt zum Opfer und Ressourcenschutz wird kaputt gespart.

Umwelt und Klimaschutz sind die zentralen Handlungsfelder für die Stadt von morgen.

Vor allem die Verwaltung muss schnellstmöglich wieder handlungsfähig werden. Ob die Verwaltungsreform die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt, muss sich noch beweisen. Es müssen klare Prioritäten auf Vorrang-Projekte gelegt werden, die unabdingbar und ohne weitere Schleifen und Verzögerungen umgesetzt werden müssen.

Berlin muss fit für den Klimawandel gemacht werden. Statt eines immer größeren Verbrauchs von Boden und Natur für Gebäude und Verkehr muss im Bestand umverteilt werden. Vor allem muss der vorhandene Gebäudebestand umgebaut, umgenutzt und aufgestockt werden, um den zusätzlichen Raumbedarf decken zu können. Das Ziel netto Null bei der Neuversiegelung von Boden muss endlich umgesetzt werden. Umverteilt und sozial gerecht aufgeteilt werden müssen auch die Lasten steigenden Energiekosten.

BUND-Forderungen zur Abgeordnetenhaus-Wahl 2026 in Berlin (download)

BUND-Newsletter

Jetzt anmelden!

Stadtnatur

Stadtgrün schützen für Berlins Zukunftsfähigkeit. Freiflächen dürfen nicht weiter zubetoniert und asphaltiert werden. Der BUND Berlin setzt sich mit seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ dafür ein. Freiflächen sind nicht nur wichtig für das Wohlbefinden und um Berlin in der Klimakrise zu kühlen. Sie sind auch ein essenzieller Beitrag gegen das Artensterben in der bisher größten bekannten Biodiversitätskrise auf unserem Planeten. Zudem tragen sie zur Stabilisierung der Grundwasserneubildung bei. Wo möglich, müssen insbesondere überdimensionierte Straßenflächen entsiegelt werden.
Naturschutz endlich umsetzen. Mit der Berliner Strategie für biologische Vielfalt gibt es ein Maßnahmenpaket, das zügig umgesetzt werden muss. Im Rahmen der EU-Wiederherstellungsver-ordnung muss Berlin seiner Verantwortung für den Schutz und die Stärkung der Stadtnatur gerecht werden. Wir fordern gemäß der Verordnung: kein Nettoverlust an Grünflächen gegenüber 2024.
Handeln, bevor Berlin auf dem Trockenen sitzt. Berlin darf langfristig nicht mehr Wasser entnehmen als nachgebildet werden kann. Es braucht Mindestgrundwasserstände, Schutz des Grundwassers als Lebensraum und mehr Anreize zum Wassersparen, sowie eine klare gesetzliche Regelung, die private Haushalte und den öffentlichen Sektor bei der Wasserentnahme gegenüber Industrie und Gewerbe priorisiert
Unserem Wasser einen Wert geben. Jeder Euro Wassergebühr soll Gewässer schützen – statt im Haushalt zu versickern. Gewässerschutz und Gewässerentwicklungsmaßnahmen müssen solide finanziert werden. Durch eine Zweckbindung der erhobenen Wasserentgelte und der Einführung
einer Gebühr für Oberflächenwasserentnahmen. Das maßgeblich durch unseren Druck aufgelegte Kleingewässerprogramm muss verstetigt werden.
Mehr Wasser-Demokratie für Berlin. Es braucht eine echte und breite Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Planung und Umsetzung von Gewässerschutzmaßnahmen für alle Berliner Gewässer und die Förderung von Projekten zivilgesellschaftlichen Engagements.

 „Wohnungsbau und Stadtgrün: Wie baut Berlin die Zukunft?“

1. Sept. Podiumsdiskussion: Wie gelingt es, Wohnungsbau, Naturschutz und Klimaanpassung in Einklang zu bringen?

Darüber diskutieren wir mit den Berliner Spitzenkandidat*innen:

Steffen Krach (SPD)
Elif Eralp (Die Linke)
Werner Graf (Bündnis 90/die Grünen)
Danny Freymark (Umweltpolit. Sprecher der CDU-Fraktion)

Achtung! Wegen des riesigen Interesses nur noch Anmeldung für Warteliste möglich.

zur Veranstaltung ___________________________________

Radtour entlang bedrohter Grünflächen: Vom Amtswäldchen durch Adlershof: 

29. August: Mehr…

Mobilität

Mobilitätswende voranbringen. Für das Erreichen der Klimaziele, weniger Schadstoffe in der Luft und mehr Lebensqualität. Der Stadt- und Straßenraum muss gerecht aufgeteilt werden. Berlin braucht ein sicheres und flächendeckendes Radverkehrsnetz. Vorhaben wie die Verlängerung der A100 oder der Bau der Hochleistungsstraße TVO müssen sofort beendet werden. Anwohnendenparken muss ausgeweitet und mit echter Lenkungswirkung bepreist und effizient bewirtschaftet werden.
Runter vom Gas. Weniger Tempo im Straßenverkehr ist eine der schnellsten und wirkungsvollsten Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Unfallzahlen zu senken. Besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer*innen müssen dabei durch die Einführung von Tempo 30 auf Hauptstraßen sowie sichere Querungen gezielt geschützt werden.
Straßenbahn für ganz Berlin. Ein funktionierender, flächendeckender und sozial gerechter ÖPNV ist für Berlin unverzichtbar. Eine zügige Ausweitung des Straßenbahnnetzes muss oberste Priorität erhalten. Der reine U-Bahn-Ausbau ist zu langsam, zu teuer und kann nur punktuell wirksam werden.

Ressourcenschutz

Vermüllung effektiv bekämpfen. Eine kommunale Verpackungssteuer auf Einweg-to-go-Verpackungen reduziert bei minimalem Verwaltungsaufwand die Vermüllung von Berlins Straßen und Grünflächen und die Ressourcenverschwendung. Sie muss schleunigst eingeführt werden.
Abfall wirklich vermeiden. Als selbsternannte Zero-Waste-City muss Berlin Abfallvermeidung, Reparatur und Wiederverwendung stärken: Der erfolgreiche Reparatur-Bonus muss fortgeführt werden, Repair- und Re-Use-Netzwerke dauerhaft gefördert und ausgebaut werden.
Weniger verbrennen, mehr recyceln und hochwertig verwerten. Die BSR muss sofort mit dem Bau einer weiteren emissionsarmen Biogasanlage für die hochwertige Vergärung aller Berliner Bio-abfälle beginnen. Planungen, mehr Abfälle zu verbrennen, müssen gestoppt werden!

Forderungen des BUND Berlin für eine müllarme Hauptstadt

Verpackungssteuer für Berlin 

Verpackungssteuer für Berlin Podiumsdiskussion am 23. Juni 2026 mit den umweltpolitischen Sprecher*innen: Linda Vierecke (SPD), Benedikt Lux (Grüne), Michael Efler (Linke) und Danny Freymark (CDU).

Video der Veranstaltung

Klimaschutz

Wärmewende entschlossen und sozial gerecht vorantreiben. Landeseigene Energie- und Wohnungsunternehmen müssen verbindlich auf das Erreichen der Klimaziele verpflichtet werden. Der Gebäudebestand muss konsequent und sozialverträglich energetisch saniert werden.
Fernwärme wirklich klimaneutral und sozial machen. Scheinlösungen mit Müll-, Gas- und Holzverbrennung führen nicht weiter. Sie verschwenden Ressourcen, bedrohen die Natur und befördern eine Preisexplosion. Nahwärmenetzen und Energiegenossenschaften sind dieselben infrastrukturellen Rechte und derselbe Vorrang einzuräumen wie der landeseigenen BEW (Berliner Energie und Wärme GmbH).
Alle beim Klimaschutz mitnehmen und fördern. Über den sogenannten Klimapakt hinaus muss auch ein Förderprogramm für zivilgesellschaftliche Klimaprojekte aufgelegt werden.
Anpassung an die Klimakrise sozial flankieren. Allein Baumpflanzungen reichen nicht, um besonders gefährdete Menschen zu schützen. Die sozial flankierte Anpassung an zunehmende Wetterextreme ist eine umfassende Infrastrukturaufgabe. Hitzeaktionspläne müssen massiv ausgebaut und konsequent umgesetzt werden.

Forderungen des  BUND-Arbeitskreis Klima & Erneuerbare Energien (AK KLEE) zur Abgeordnetenhauswahl 2026

Spenden

Bitte unterstützen Sie unsere Aktivitäten zur Landespolitik mit einer Spende. Mehr...

Vielen Dank!

BUND-Bestellkorb