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BUND Landesverband Berlin

BUND-Aktion: „Meine Altglastonne bleibt!“

13. März 2019 | Abfall, Klimaschutz

BUND ruft Berliner*innen auf, Widerspruch gegen den Abzug ihrer Altglastonnen einzulegen

Info 8 / Berlin, 13. März 2019: Haben auch Sie schon einen Brief erhalten, in denen die Umstellung der Glassammlung und der Abzug Ihrer Altglastonnen im Hof verkündet werden? Oder sind die Tonnen für Glas auf dem Grundstück Ihres Wohnhauses bereits verschwunden? Falls nicht, kann dies bald auch Sie treffen – vor allem, wenn Sie außerhalb des S-Bahn-Rings wohnen. Bis Endes des Jahres soll mehr als ein Drittel der Glastonnen aus Berliner Hinterhöfen abgezogen werden. Die mit dem Senat vereinbarte Freiwilligkeit dieser Maßnahme wird in der Praxis jedoch unterlaufen. Am morgigen Donnerstag wird die Altglassammlung zum wiederholten Male im Umweltausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses diskutiert.

Mit seiner Aktion „Meine Altglastonne bleibt!“ ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) die Berliner*innen zum Widerstand gegen den Abzug ihrer Hoftonnen für Glas durch die dualen Systeme auf.

Über die Aktionsseite www.meine-altglastonne.de kann per Brief oder E-Mail Widerspruch gegen den geplanten Abzug der Tonnen eingelegt werden. Die Webseite bietet eine Vorlage für den Brief an das mit dem Abzug beauftragte Unternehmen „Berlin Recycling“ sowie einen Briefvorschlag an den Vermieter.

Laut Vereinbarung der dualen Systeme mit dem Berliner Senat vom Juli 2017 muss der Abzug der Hoftonnen, sogenannter Müllgroßbehälter im Holsystem, auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen. Die Behälter dürfen also nur mit Zustimmung der Eigentümer bzw. Hausverwaltungen abgezogen werden.

Dennoch kursieren in der Stadt Briefe, in denen von der vereinbarten Freiwilligkeit der Maßnahme keine Rede ist.„Wir wollen daher alle Berliner Vermieter über die Freiwilligkeit des Tonnenabzugs informieren und fordern sie auf, von ihrem Recht des Widerspruchs Gebrauch zu machen“, appelliert BUND-Abfallreferent Tobias Quast, „auch Mieter*innen sollen sich bei den verantwortlichen Abfallunternehmen gegen den Verlust ihrer Glastonnen wehren und die Eigentümer bzw. Hausverwaltungen ihres Wohnhauses zum Widerspruch gegen den Tonnenabzug auffordern.

“Bereits Ende 2013 veranlasste das für die Glaserfassung verantwortliche Duale System Deutschland (DSD, Grüner Punkt) den Abzug zahlreicher Tonnen in Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf. Insbesondere im vergangenen Jahr erfolgte der Abzug weiterer Behälter. Die Anzahl soll bis zum 1.1.2020 von 96.000 im Juni 2018 auf 62.000 Stück stadtweit reduziert werden. Stattdessen sollen die Berliner*innen Altglascontainer im Straßenland nutzen.

Geplant ist für 2019 vor allem der Abzug von Hoftonnen in allen Gebieten außerhalb des S-Bahn-Rings. Gerade ältere und körperlich eingeschränkte Menschen können die längeren Strecken zum Straßencontainer oft nicht bewältigen. Die Folge: In den seit 2014 betroffenen Bezirken wurde etwa 20 Prozent weniger Altglas getrennt, erfasst und recycelt. Zahlreiche leere Flaschen und Gläser landen im Restmüll. Das (energie-) aufwendig produzierte Glas wird verbrannt, die Ressourcen sind verloren. Studien zufolge bedeutet jede Tonne Altglas, die übers Iglusystem weniger eingesammelt und verwertet wurde, eine zusätzliche Klimabelastung von fast einer halben Tonne CO2 pro Jahr.

„Schon durch den Abzug etwa der Hälfte aller Hoftonnen in Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf wurden durch geringere Sammelmengen und weniger Glasrecycling über 1.300 Tonnen CO2 pro Jahr weniger eingespart“, erläutert BUND-Abfallexperte Tobias Quast, „mit dem geplanten Abzug von über einem Drittel aller Glastonnen in Berlin sind nun weitaus größere Verluste für den Klima- und Umweltschutz zu erwarten!

“Der BUND setzt sich daher für eine konsequente Umsetzung der Vereinbarung des Senats mit den dualen Systemen ein, bei der ein Abzug von Hoftonnen nur auf freiwilliger Basis möglich ist. Hausverwalter und Eigentümer sollten demzufolge der Ankündigung zur Umstellung der Glassammlung und des Verlusts ihrer Tonnen widersprechen.

Zu den Briefentwürfen des BUND für Widerspruch bzw. Protest gegen den Abzug ihrer Altglastonnen gelangen betroffene und interessierte Bürger*innen unter www.meine-altglastonne.de.

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Für Rückfragen:

Tobias Quast, BUND-Referent für Abfall- und Ressourcenpolitikfon: (030) 78 79 00-55                                                     

Carmen Schultze, BUND-Pressereferentinfon: (030) 78 79 00-12 

 

 

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