Kurzfassung Stellungnahme zum Dekarbonisierungsfahrplan für die BEW-Wärmenetze

23. September 2026

Inhalt

Rund ein Drittel des Berliner Wärmebedarfs wird durch Fernwärme gedeckt. Somit ist der aktualisierte Dekarbonisierungsfahrplan der Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) für Berlin von großer Bedeutung: Er entscheidet mit darüber, ob die Wärmewende sozial, ökologisch und rechtzeitig gelingt. Aus Sicht des BUND Berlin reicht der vorgelegte Fahrplan dafür nicht aus. Zwar benennt er wichtige Herausforderungen, insgesamt setzt er aber noch zu stark auf Verbrennungstechnologien und zu wenig auf wirklich erneuerbare Wärmequellen. Zudem bleibt die BEW mit dem neuen Zieljahr 2045 für Klimaneutralität hinter dem früheren Dekarbonisierungsplan von Vattenfall zurück.

Für die klimapolitische Bewertung ist jedoch nicht allein entscheidend, wann Klimaneutralität erreicht werden soll. Maßgeblich ist vielmehr, wie viele Treibhausgase bis dahin insgesamt noch ausgestoßen werden. Vor diesem Hintergrund bewertet der BUND Berlin den weitreichenden Ausbau und Einsatz erdgasbetriebener Anlagen mindestens bis 2038 als klimapolitisch verfehlt. Wer heute neue fossile Infrastruktur errichtet, verschiebt das Problem nicht nur – er zementiert es.

Der BUND Berlin fordert deshalb die BEW und den Berliner Senat auf, die Berliner Fernwärme zügig und verbindlich auf einen vollständig erneuerbaren Kurs zu bringen. Statt weiter in Verbrennungstechnologien zu investieren, braucht es einen entschlossenen Ausbau von tiefer Geothermie, Großwärmepumpen zur Nutzung von Umwelt- und Abwärme und Wärmespeichern – und ein leistungsfähiges Stromnetz, das diese klimafreundlichen Wärmequellen zuverlässig erschließt. Die wesentlichen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen dafür müssen in der kommenden Legislaturperiode geschaffen und im neuen Koalitionsvertrag verbindlich verankert werden.

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