Inhalt
Kurz-Statement:
Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins e.V. (BMV)
„Mieterinnen und Mieter zahlen letztlich den Preis, können aber nicht mitbestimmen. Daher ist es für sie umso wichtiger, zu erfahren, welche Heizungsart die günstigste für ihre Wohnung ist.“
Denn es macht preislich einen großen Unterscheid, ob Wohnhäuser durch Fernwärmeleitungen aus den BEW-Kraftwerken beheizt werden, wobei nach wie vor überwiegend (bis zu 70%) fossile Brenn-stoffe eingesetzt werden, oder alternativ mit sogenannter kalter Nahwärme, die aus Abwasserkanälen, Rechenzentren, Solarenergie oder oberflächennaher Geothermie gewonnen wird und die mittels lo-kaler Wärmepumpen auf bis zu 70 Grad Celsius im Vorlauf gebracht wird. Allein zwischen Fernwärme mit derzeit rund 17 Cent/m² und Wärmepumpen, die Wärme für rund 14 Cent/m² produzieren können, machen für Mietende in Zeiten einer sich verschärfenden Energiekrise einen Unterschied – bis zu eini-gen hundert Euro jährlich.
Es spricht viel dafür, dass lokale Wärmenetze für Mietende im Einzelfall und bei kluger Planung mit-tel- und langfristig günstiger als Fernwärme sein können. Der BMV vermisst vor diesem Hintergrund eine grundlegende und öffentliche Stellungnahme der Berliner Energie und Wärme BEW GmbH zu dem Thema, nach welchen Kriterien in sogenannten Prüfgebieten der Wärmeplanung zwischen Nah- und Fernwärme abzuwägen ist. Als Landesunternehmen muss die BEW sich zudem transparent zu Aus-bauplänen und Alternativen positionieren. Der Senat sollte eine Stabsstelle einrichten, welche die absehbaren Konflikte zwischen Nah- und Fernwärmekonzepten unter Einbeziehung der Bezirke und der BEW löst. Außerdem sollten die Bezirke durch koordinierende Wärme-Lotsen die konkrete Ausge-staltung des kommunalen Wärmeplans unterstützen.


