Berlin braucht einen Neuanfang bei Klima- und Umweltschutz

02. August 2026 | Abfall, Artenvielfalt, Autoverkehr, Bauen, Bäume, Fahrrad, Flächenschutz, Gesellschaft, Grundwasser, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, ÖPNV, Stadtentwicklung, Stadtnatur, Verkehr, Verkehrssicherheit, Zero Waste

Zentrale Forderungen des BUND Berlin zur Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin, 2. August 2026: Der Wahlkampf zur Abgeordnetenhauswahl ist unübersehbar im Berliner Stadtbild angekommen. Denn seit diesem Sonntag dürfen die Parteien plakatieren. Der BUND Berlin hat zentrale Forderungen an eine neue Koalition zusammengestellt.
 

Berlin braucht jetzt eine Verpackungssteuer gegen Einwegmüll!


Berlin versinkt im Einwegmüll, obwohl die Stadt Zero-Waste City werden will. To-go-Verpackungen prägen das Stadtbild, verschmutzen Parks und Straßen und verursachen hohe Kosten für die Allgemeinheit. Eine kommunale Verpackungssteuer ist ein einfaches und wirksames Mittel, um Müll zu reduzieren und Mehrweg zu stärken.

Der BUND Berlin fordert:

  • Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen für Gastronomie, Lieferdienste und Take-away-Angebote
  • Konsequente Kontrolle und Durchsetzung der bestehenden Mehrwegangebotspflicht

 

Berlin braucht seine Grünflächen – umso dringender, je heißer es wird!


Jeden Sommer wird es heißer in Berlin und aufgeheizte Wohnungen machen allen zu schaffen. Grüne Flächen wie Parks, Wälder, Kleingärten oder Friedhöfe wirken wie natürliche Klimaanlagen – doch immer weiter werden grüne Freiflächen für Bebauung zerstört. Berlin braucht eine kluge und zukunftsweisende Stadtpolitik, die bezahlbares Wohnen mit konsequentem Hitzeschutz verbindet.

Der BUND Berlin fordert:
 

  • Grüne Flächen nicht mehr zubauen
  • Wohnraum auf bereits bebauten Flächen schaffen
  • Zusätzliche Grüne Flächen in benachteiligten Quartieren schaffen
  • Keine Änderungen des Flächennutzungsplans von Grün zu Grau
  • Förderung des Waldes als natürliches, dynamisches Ökosystem – als grüne Lunge, die sich weitestgehend selbst an die Bedingungen des Klimawandels anpassen kann

 

Berlin braucht eine echte Wärmewende – klimaneutral und sozial gerecht!


Der Gebäudebestand ist einer der größten Hebel für den Klimaschutz – doch bei der Wärmewende gibt es bislang keine überzeugenden Konzepte. Gleichzeitig steigen die Energiekosten, ohne dass die Lasten gerecht verteilt werden. Berlin muss die Wärmewende endlich entschlossen und sozial gerecht vorantreiben.

Der BUND Berlin fordert:
 

  • Verbindliche Klimaziele für landeseigenen Energie- und Wohnungsunternehmen
  • Konsequente und sozialverträgliche energetische Sanierung des Gebäudebestands
  • Eine wirklich klimaneutrale Fernwärme – keine Scheinlösungen durch Müll-, Gas- und Holzverbrennung
  • Gleiche infrastrukturelle Rechte und derselbe Vorrang für Nahwärmenetze und Energiegenossenschaften wie für die landeseigene BEW (Berliner Energie und Wärme GmbH)

 

Berlin darf nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben!


Berlin darf langfristig nicht mehr Wasser entnehmen, als sich neu bilden kann. Trotzdem fehlt es bislang an klaren Regeln zum Schutz des Grundwassers und an einer fairen Verteilung der Wasserentnahme zwischen Haushalten, Industrie und Gewerbe. Auch die Finanzierung des Gewässerschutzes und die Beteiligung der Öffentlichkeit müssen dringend verbessert werden.

Der BUND Berlin fordert:
 

  • Verbindliche Mindestgrundwasserstände und Schutz des Grundwassers als Lebensraum
  • Vorrang für private Haushalte und den öffentlichen Sektor bei der Wasserentnahme gegenüber Industrie und Gewerbe
  • Zweckbindungen der Wasserentgelte für den Gewässerschutz sowie eine Gebühr für Oberflächenwasserentnahmen
  • Echte Bürgerbeteiligung bei Planungen und Umsetzung von Gewässerschutzmaßnahmen

 

Berlin braucht eine echte Mobilitätswende – sicher, gerecht, klimafreundlich!


Trotz spürbarer Klimakrise gab es zuletzt einen erheblichen Rollback bei der Mobilitätswende und massive Kürzungen im Umweltbereich. Der Stadt- und Straßenraum muss gerechter aufgeteilt werden, um Klimaziele zu erreichen, Schadstoffemissionen zu senken und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Statt weiterem Autobahnausbau braucht Berlin ein starkes Rad- und Straßenbahnnetz.

Der BUND Berlin fordert:
 

  • Ein sicheres, flächendeckendes Radverkehrsnetz statt weiterem Stadtautobahnausbau – A100-Verlängerung und TVO sofort stoppen
  • Tempo 30 auf Hauptstraßen und sichere Querungen für schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer*innen
  • Zügigen priorisierten Ausbau des Straßenbahnnetzes statt punktuellem U-Bahn-Ausbau
  • Ausweitung des Anwohnendenparkens mit echter Lenkungswirkung und effizienter Bewirtschaftung

Das Forderungspapier des BUND Berlin als PDF inklusive ausführlicher Begründungen.

Beachten Sie auch unsere Sonderseite zu den Abgeordnetenhauswahlen 2026!

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