BUND Landesverband Berlin

Vogelschutz an Glas in Berliner Grünanlagen - Der Britzer Garten rüstet nach

06. Oktober 2020 | Stadtnatur, Stadtentwicklung, Artenvielfalt

BUND: Vogelschutzmaßnahmen im Britzer Garten sind vorbildlich

Dieser Eisvogel flog gegen eine Glasfassade  (Claudia Wegworth)

Info 21, Berlin, 6.10.2020: Der BUND Berlin begrüßt es ausdrücklich, dass der Britzer Garten in diesen Tagen zahlreiche seiner Glasbauten mit Vogelschutzfolie ausstattet. Da noch immer allein in Berlin schätzungsweise vier Millionen Vögel pro Jahr durch Anprall an Glasflächen und -gebäuden zu Tode kommen, geht der Britzer Garten nun mit gutem Beispiel voran.

Zuletzt war ein in Berlin äußerst seltener Eisvogel gegen ein Fenster der Britzer Seeterrassen geflogen, da er den See im Fenster nicht als Spiegelung erkannte. Der Vogel wurde kurz nach seinem Anprall von einem Gast entdeckt. „Mit den engmaschigen Streifen, die jetzt nachträglich auf die Fenster aufgebracht werden, dürfte hier künftig kein Vogel mehr durch Anprall zu Tode kommen“, so Claudia Wegworth, Expertin für Vogelschutz beim BUND Berlin.

Die Bauten mit den vergleichsweise kleinen Fensterfronten im Britzer Garten zeigen, dass es nicht unbedingt großformatige Glasfassaden oder meterhohe Panoramafenster sind, die zu einer tödlichen Falle für Vögel werden. „Entscheidend ist vor allem der Standort. In vegetationsreicher Umgebung mit einer hohen Vogeldichte ist manchmal auch ein ganz normales Wohnzimmerfenster schon eine tödliche Falle“, so Claudia Wegworth weiter.

Der Trend für Bauten mit großformatigen Glasfronten hat in den letzten Jahren nicht nur im Straßenland rasant zugenommen, sondern wird auch in Berliner Grünanlagen immer beliebter. Das belegen die Planungen des neuen Besucherzentrums des Bundestages und der Umbau des Cafés am neuen See mit großzügigen Glasfronten, die die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich verschmelzen lassen sollen. Beide Vorhaben liegen im Großen Tiergarten, der ein Vogel-Hotspot in Berlin ist. Maßnahmen gegen Vogelkollisionen sind bei diesen Planungen bislang scheinbar Fehlanzeige.

Aufgrund ästhetischer Vorbehalte, übernehmen Architekten, Bauherren und die zuständigen Behörden nach wie vor viel zu wenig Verantwortung für das massenhafte Vogelstreben an Glasarchitektur.

Der BUND engagiert sich für Vogelschutzmaßnahmen an Glas in Berlin und bundesweit. Er informiert und berät bei Projekten oder "Problemfällen". Wirkungsvolle Lösungen gibt es, bei Beteiligten fehlt oft das Wissen und dann braucht es noch den Umsetzungswillen. 

Lesen Sie dazu mehr im aktuellen Blogbeitrag.


Für Rückfragen:

BUND-Pressestelle, Carmen Schultze
fon: (030) 78 79 00 12

Claudia Wegworth, BUND Berlin
mobil: 0170 5407763

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